Neues Album erscheint

Kate Nash - die englische Lena Meyer-Landrut

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Zwei Titel von Kate Nash sang Lena Meyer-Landrut bei „Unser Star für Oslo“ – und kurbelte so die Verkäufe des drei Jahre alten Nash-Erstlings an. Jetzt erscheint die zweite Platte der Engländerin, „My Best Friend is You“ – und es gibt wieder den Londoner Zungenschlag und viel Schnodderiges. Sollte Lena Meyer-Landrut am 29. Mai den Eurovision Song Contest für Deutschland gewinnen, wäre ein herzliches Dankeschön an eine junge Frau durchaus angebracht: Zwei Titel der 22-jährigen Britin Kate Nash sang die junge Deutsche in den „Unser Star für Oslo“-Shows.

Mindestens zwei Mal wurde sie hoch gelobt – für ihre Natürlichkeit, die leichte Schnoddrigkeit, den reizenden britischen Akzent beim Singen. Mindestens zwei Mal, eher aber öfter, ließ Kate Nash grüßen. Jetzt veröffentlicht das britische Original eine neue Platte – „My Best Friend is You“.

Kate Nash wächst im Londoner Vorort Harrow auf. Es ist ein netter, idyllischer Vorort, keine runtergerockte Gegend, wo ein junges Mädchen sich hätte durchkämpfen müssen. Bei den Nachbarn bekommt sie Klavierstunden, beginnt mit 15 Jahren ihre eigenen Songs über das Weltretten zu schreiben.

Beinbruch als Glücksfall

Kate Nash meldet sich an der Brit School an, der Schule, die auch Katie Melua und Amy Winehouse besuchten – aber nicht für den Musik-, sondern den Schauspielkursus. Nash denkt, dass sie nicht gut genug ist für die Musik. Ihr Abschluss im Schauspiel ist allerdings hervorragend.

Dass die Bristol Old Via Theatre School ihr trotz dieses Abschlusses absagt, ist fast ein Segen. An diesem Tag bricht sich die junge Britin das Bein, muss eine ganze Weile im Bett bleiben und kann nicht zum Vorsprechen gehen. Ihre Eltern schenken ihr zur Ablenkung eine E-Gitarre. Und da ist sie wieder, die Musik.

Nash schreibt alte Songs um, komponiert neue, bastelt an beiden herum und bucht sich selbst einen Auftritt in einem Pub. 2006 steht sie das erste Mal auf der Bühne. Kurze Zeit später stellt sie ihre Lieder im Internet auf die Musik-Community- Seite MySpace – und wird von der bereits erfolgreichen Sängerin Lilly Allen entdeckt, die Nash in ihren Kommentaren feiert.

Gegenteil von synthetisch

Die Sängerin findet Fans, einen Manager und steht in der Folge auf vielen Bühnen, bevor ihre erste Single „Caroline’s a Victim / Birds“ erscheint und kurz darauf auch Album eins, „Made of Bricks“ mit der erfolgreichen Single „Foundations“. In England steigt die Platte bis auf Platz eins der Charts. In Deutschland schafft sie es vor drei Jahren gerade so unter die Top 40.

Wahrgenommen wird Nash trotz der nicht überragenden Hitparadenplatzierung. Denn: Kate Nash verkörpert wie ihre Sängerkolleginnen Lilly Allen, Duffy oder Adele einen ganz anderen Typ als den, der lange Zeit erfolgreich war. Sie sind das hundertprozentige Gegenteil von synthetisch, tendenziell gegen künstlich gemachten und kommerziellen Pop, versuchen gar nicht erst, sich ein Saubermädchen- Image zuzulegen.

Abnehmen würde das den Damen ohnehin niemand: Nash singt über Sex und Drogen, Lilly Allen schimpft ausgiebigst und unzensiert, Adele will optisch nicht in das Britney-Spears- Barbiepuppen-Bild passen. Gerade das Unangepasste, Selbstständige, nicht ganz Perfekte (was Nash macht, ist bisweilen eher Sprechgesang denn Gesang) kommt an und ebnet den Weg dafür, dass ein Mädchen wie Lena – ohne Granatenstimme, dafür mit Persönlichkeit – für Deutschland beim „Eurovision Song Contest“ antreten kann.

Süß

Dank der Deutschen wird der Verkauf des Debütalbums „Made of Bricks“ nochmal angeschoben – 2010 erlangt die Platte, die bereits 2007 erschienen ist, Gold-Status. Auf die Frage, wie Nash gefallen hat, was Meyer-Landrut aus ihren beiden Songs gemacht hat, reagiert die Britin leicht verwirrt – süß finde sie die Auftritte, ein wenig seltsam fühle sich das Ganze an, ob Lena keine eigenen Titel singe.

Über den Hype, der um Sängerinnen wie sie oder auch Lilly Allen gemacht wird, macht sich Kate Nash gern lustig. Jetzt gerade sind eben Sängerinnen in, die ihre Songs selber komponieren und texten, im nächsten Jahr sei wieder etwas anderes modern. Kate Nash wird’s egal sein.

Neue Platte: Kate Nash - Erfolg mit London-Akzent und Schnodder Neue Platte: Kate Nash - Erfolg mit London-Akzent und Schnodder Neue Platte: Kate Nash - Erfolg mit London-Akzent und Schnodder Neue Platte Kate Nash - Erfolg mit London-Akzent und Schnodder 12 Fotos Eine Erfolgsgeschichte: Lena Meyer-Landrut: Ihre Karriere Eine Erfolgsgeschichte: Lena Meyer-Landrut: Ihre Karriere Eine Erfolgsgeschichte: Lena Meyer-Landrut: Ihre Karriere Eine Erfolgsgeschichte Lena Meyer-Landrut: Ihre Karriere 12 Fotos Gran-Prix-Castingshow: Unser Star für Oslo: Was Lena Meyer-Landrut auszeichnet Gran-Prix-Castingshow: Unser Star für Oslo: Was Lena Meyer-Landrut auszeichnet Gran-Prix-Castingshow: Unser Star für Oslo: Was Lena Meyer-Landrut auszeichnet Gran-Prix-Castingshow Unser Star für Oslo: Was Lena Meyer-Landrut auszeichnet 13 Fotos

Quelle: rpo