"Over The Rainbow" - der Hit des sanften Riesen

Israel Kamakawiwo´ole stürmt die Charts

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Musik-Wunder aus Hawaii: Israel Kamakawiwo´ole - der sanfte Riese Musik-Wunder aus Hawaii: Israel Kamakawiwo´ole - der sanfte Riese Musik-Wunder aus Hawaii: Israel Kamakawiwo´ole - der sanfte Riese Musik-Wunder aus Hawaii Israel Kamakawiwo´ole - der sanfte Riese 4 Fotos Der hawaiianische Musiker Israel Kamakawiwo´ole steht ab Freitag mit seiner Hit-Version von "Over The Rainbow" auf Platz 1 der deutschen Single-Charts. Das Besondere daran: Der Sänger ist bereits seit 13 Jahren tot.

Wenn es Sommer wird, dudelt seit Jahren irgendwo rhythmisch eine Ukulele aus dem Radio, gefolgt von einer sanften, hohen Männerstimme, die ein unwirklich ergreifendes Lied anstimmt, schön und traurig. Dass der 1997 verstorbene Israel Kamakawiwo´ole erst jetzt mit seiner Version des alten Judy Garland-Songs "Over The Rainbow" (aus dem Film "Der Zauberer von Oz", 1939) die deutschen Hitparaden stürmt, hat einen einfachen Grund: Die rührende Ballade war zwar häufig zu hören, aber erst Anfang September wurde sie in Deutschland als CD und zum Herunterladen von der Plattenfirma Universal veröffentlicht.

Noch immer ist das Erstaunen groß, dass die anrührende Stimme einem Schrank von einem Mann gehört: 1,90 Meter groß, zuletzt 344 Kilo schwer. Den "sanften Riesen" nannten die Hawaiianer ihren Nationalhelden, der nicht nur herzergreifende Lieder sang, sondern sich auch für die Unabhängigkeit Hawaiis und die Rechte der Hawaiianer einsetzte. Rund 20 Schallplatten nahm Kamakawiwo´ole von 1976 an weitgehend unbeachtet von der internationalen Musikszene auf, bis 1993 die Ukulelen-Version von "Over The Rainbow" auf seinem Album "Facing Future" erschien – und es 1998 ein Jahr nach Kamakawiwo´oles Ableben in den Abspann des Filmes "Rendezvous mit Joe Black" schaffte, in dem Brad Pitt den Tod verkörperte. Seitdem wurde der Song in etlichen Filmen, TV-Serien und Tourismus-Werbungen verwendet.

In einer zweiten Version hatte Kamakawiwo´ole Teile von Louis Amstrongs "What a Wonderful World" mit "Over The Rainbow" zu einem Medley gemixt. 2007 veröffentlichte Universal diese Version in Großbritannien, wo sie es auf Anhieb in die Charts schaffte. Unheimlich mutet an, dass Kamakawiwo´ole nicht der einzige Musiker ist, der mit einer Version von "Over The Rainbow" erst nach seinem Tod Weltruhm erlangte. Die amerikanische Sängerin Eva Cassidy (1963–1996) musste zu Lebzeiten in einer Baumschule arbeiten, um über die Runden zu kommen. Ihr Album "Songbird" erschien zwei Jahre nach ihrem Tod. Als die britische BBC 2001 in einer Radiosendung Cassidys Version von "Over The Rainbow" spielte, wurde die CD zu einem der meistverkauften Alben in Europa. Wie Kamakawiwo´ole, hatte sie auch eine Version von "What a Wonderful World" aufgenommen. Eine Überarbeitung mit der Stimme von Katie Melua landete 2007 in England auf Platz 1.

Israel Kamakawiwo´ole wurde nur 38 Jahre alt. Als er am 26. Juni 1997 an seinem Übergewicht starb, ordnete die hawaiianische Regierung Staatstrauer an und bahrte seinen Sarg im State Capitol auf. Als seine Asche ins Meer gestreut wurde, folgten 20 000 Menschen dem Trauerzug zum Strand, wo Kamakawiwo´ole die meisten seiner Konzerte gespielt und zur Ukulele vom Land über dem Regenbogen gesungen hatte.

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Quelle: rpo