Gorillaz, Mary J. Blige, Wale, Levina und mehr!

Reingehört: Neue Alben vom 28. April 2017

Gorillaz, Mary J. Blige, Wale, Levina und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 28. April 2017 Gorillaz, Mary J. Blige, Wale, Levina und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 28. April 2017 Foto: Cover

Neue Alben braucht das Land: Wir haben für euch querbeet reingehört und verraten euch, was sich für die Beschallung des Trommelfells am besten eignet.

Gorillaz - Humanz

Die Muppet Show auf Crack ist zurück! Wir haben die Gorillaz lange Zeit vermisst, immerhin kam das letzte Album (Plastic Beach) bereits vor stolzen sieben (!) Jahren auf den Markt. Jetzt sind die Jungs, deren Bandmitglieder über die Jahre so oft gewechselt haben, wie einige andere ihre Unterhosen wechseln, wieder am Start. Mitgebracht haben sie Funk, Soul, Reggae, eine gehörige Portion Hip Hop und so manche Anleihe aus dem elektronischen Wunderland.

Mit dabei ist eine Gästeliste, die sich unterm dicken Gorilla-Arm gewaschen hat: De La Soul bekommen dabei ebenso ihre "Momentz" wie Hip-Hopper Vince Staples, Pusha T und Danny Brown. Ansonsten brillieren Soul- und R’n’B-Künstler wie Kali Uchis, Benjamin Clementine und der legendäre Mavis Staples. Ach ja, haben wir erwähnt dass auch Grace Jones, Dancehall-Star Popcaan und Savages-Sängerin Jehnny Beth mitmischen dürfen?

Das bei so viel Prominenz, sowie unterschiedlichsten Musikstilen ein bunt gemischtes Album entstehen würde, war klar wie Kloßbrühe. Wichtiger aber: Es fühlt sich dennoch in sich geschlossen, fast harmonisch an - und das trotz derber Beats wie im Starter-Song "Ascension" (feat. Vince Staples), einem Gospel-Ausflug in "Hallelujah Money" (feat. Benjamin Clementine) und gemütlicher Reggae-Töne in Saturnz Barz (feat. Popcaan).

Stolze 26 Tracks, inklusive zahlreicher Interludes, umfasst das gesamte Album - und es ist eine verdammt lohneswerte Reise für euer Trommelfell. Fünf von fünf Sternen!

All That Remains - Madness

Verrückt! Die aus Massachusetts stammende Metal-Band "All That Remains" liefern mit ihrem achten Album "Madness" mal wieder Zündstoff pur für die Ohren. Noch immer hört man dabei die Wurzeln des Metalcore heraus, welches die Band Anfang des Jahrtausends an der Seite von Trivium, Bullet for May Valentine und August Burns Red so populär werden ließ. Aber die Band hört nicht auf sich weiterzuentwickeln - und probiert sich auch immer wieder gerne an neuen Elementen aus.

Grund für den starken Sound des neuen Albums ist Grammy-Gewinner Howard Benson, der schon so einige Metal-Band als Produzent an die Spitze der Charts befördert hat: So gut haben sich "All That Remains" tatsächlich noch nie angehört!

Kurz: Wer sich auch nur einen Hauch für diesen Style interessiert, findet hier ein absolut großartiges Album, vollgepackt mit tollen Stücken. Darunter der titelgebende Song "Madness", das romantisch-verklärte "Nothing I Can Do", das Country-esque "If I'm Honest" (unser heimliches Highlight!), sowie brutale Stampfer wie "Safe House", "Halo" und "Trust And Believe".

Hände hoch und ab damit: Fünf von fünf Sternen!

Mary J. Blige - Strength Of A Woman

Die Königin des Hip Hop und Soul ist zurück und hat uns ein neues Album mitgebracht: Stolze 14 Tracks umfasst die edle Scheibe, darunter mit Features von Kanye West, DJ Khaled, Missy Elliott und Prince Charlez - bei ihrer Popularität und den unzählige Features umfassenden Scheiben der Konkurrenz wundert man sich fast, warum nur 4 Songs mit Gast-Stars aufwarten.

Vielleicht liegt es allen voran daran, dass die Stimme von Mary J. noch immer der wahre Star auf dem Album ist: Herzhaft wie ein Nackensteak, süß wie Schokolade und absolut selbstbewusst zeigt Mary J. Blige, wer die Königin am Soul-Himmel ist.

Da braucht man auch keine zweite Stimme neben sich: Titel wie "Set Me Free", "Thick Of It" und das arschcoole "Hello Father" funktionieren hervorragend im Solo-Flug, und das herbe und epische Stöhn-Stück "Strenght Of A Woman" würde - abseits von der Thematik - auch hervorragend als neuer James Bond Titel-Song passen.

Insgesamt gibt es dann doch ein paar Lückenfüller zu viel: "Glow Up" plätschert trotz toller Gast-Stars vor sich her und viele Arrangements wollen einfach keine Stimmung aufkommen lassen. Auch in Sachen Lyrics bleibt das Album hinter den Erwartungen zurück - zu oft dreht sich Mary J. Blige um dasselbe Thema. Kurz: Trotz einiger großartiger Highlights "nur" gute 3 von 5 Sternen!

Levina - Unexpected

Levina? Nie gehört? Ein Fehler! Sie verkörpert die Hoffnung von Deutschland diesmal NICHT auf dem letzten Platz des Eurovision Song Contest 2017 zu landen. Dabei liefert Isabella Levina Lueen ihr erstes Album nur zwei Wochen vor dem Event ab, welches seit dem "Lena"-Wunder von 2010 hierzulande keine Sau mehr hinter dem Ofen hervorlockt.

Leider ist ausgerechnet die für den ESC vorgesehene Single "Perfect Life" mal wieder unspektakulärer Wohlfühl-Pop, dem wir leider keine großen Aussichten auf die ersten 10 Plätze geben können - immerhin bleibt der Titel im ebenfalls auf dem Album enthaltenen "Madizin Mix" tanzbar.

Wesentlich besser gefällt der Rest vom Fest: Gleich der Opener "The Current" hat einen herrlichen, von ihrer tollen Stimme getragenen Flow, "Echo" und "Wildfire" laden zum Träumen ein, "Love Me All The Time" wird sexy und "Stop Right There" ist einfach nur arschcooler Groove, der die Beine zum Tanzen und die Hände zum Klatschen bringt.

Kurz: Auf "Unexpected" finden sich 13 immer wieder überraschende Songs, die sich nicht zwingend am langweilig-poppigen "Perfect Life" messen müssen. 3 von 5 Sternen mit dickem Plus dahinter!

Cashmere Cat - 9

Der norwegische DJ und Musikproduzent Magnus August Høiberg hat für sein erstes Album einige dicke Brummer am Start: Kehlani, Kacy Hil, The Weeknd, Francis and the Lights, Selena Gomez, Tory Lanez, Camila Cabello, MØ & SOPHIE, Ariana Grande, Ty Dolla $ign und Jhené Aiko reihen sich auf der 10 Tracks umfassenden Scheibe prominent aneinander.

Die bereits Ende August 2016 veröffentlichte Single "Wild Love" (feat. The Weeknd & Francis and the Lights) schwankt von irrsinnig verzerrten Parts (alias "der brutale Tod einsamer Großstadtkatzen) hinüber zu Kopf-verdrehenden Lyrics, die sich mit einer unvergleichlichen Wucht ins Trommelfell graben und dort mit einem Widerhaken festsetzen. Hört sich grausam an? Ist es auch - und gleichzeitig seltsam genial :-)

Das von Selena Gomez und Tory Lanez begleitete "Trust Nobody" ist da schon einfacher zu verdauen - und macht einfach nur Laune nackig auf den Dancefloor zu springen, Rosenblätter in die Luft zu werfen und die Hüften zu schwingen. Weitere Anspieltipps: "9" (feat. MØ & SOPHIE) kommt mit einem tiefgrabendem Bassgewitter daher, bei dem selbst im Song die Scheiben zerspringen. Und "Victoria's Veil" zeigt auch komplett ohne Feature, wozu Cashmere Cat am Pult fähig ist. Ganz großes Klang-Kino! 5 von 5 Sternen!

Kontra K - Gute Nacht

Deutsch-Rapper Kontra K hat mit "Gute Nacht" ein epochal prall gefülltes Album zusammengeschnürt, welches in der Box zusammen mit Tracks von Chameleon und Loyal daherkommt. Will heißen: 18 fette Kontra K Tracks, plus 11 weitere Tracks.

Vor fast genau einem Jahr eroberte das Album "Labyrinth" die Charts und ließ sich auf dem ersten Platz nieder - und mit "Gute Nacht" gibt es jetzt Nachschub, der sich qualitativ wieder ganz weit vorne in der deutschen Rap-Szene blicken lassen kann. Den schmalen Grat zwischen Gesangs- und Aggro-Rap perfekt treffend, müsst ihr dabei auch nicht weinend vor den Boxen flüchten: Songs wie das düstere "Ratten", das groovige "Einfach", der von Bausa dominierte "Kreis" und das titelgebende "Gute Nacht" sind hervorragende Beispiele für astreinen Deutsch-Rap - stets etwas düster gehalten, stets mitreißend.

Unbedingt reinhören! 4 von 5 Sternen!

Wale - SHINE

Olubowale Victor Akintimehin ist ein Name, den man erstmal aussprechen lernen muss. Oder man nennt ihn einfach "Wale". Das ist zwar nicht ganz Google-kompatibel (hier muss er sich den Säugetieren unterordnen), aber definitiv besser als Olubowale Victor Akintimehin.

Mit "Shine" liefert der talentierte Junge aus Washington D.C. sein bereits fünftes Album ab - und lädt darauf wieder einige illustre Namen wie Lil Wayne, Major Lazer & WizKid & Dua Lipa, sowie Künstler wie G-Eazy, Travis Scott und Chris Brown an seine Seite.

Das Ergebnis kann sich hören lassen: "Running Back" (feat. Lil Wayne) hat den Groove mit Löffeln gefressen und plätschert extrem entspannt vor sich hin, "My Love" ist ganz großes Club-Dance-Kino, auf der "Fashion Week" mit G-Eazy wackeln wir unsere Hintern an den harten Bässen wund und "Heaven On Earth" (feat. Chris Brown) dürfte der perfekte Stoff für die nächste Sommer-Playlist sein. 4 von 5 Sternen!

Mew - Visuals

Irgendwie müssen wir bei "Mew" immer an Katzen denken. Heißt das jetzt "Mew" oder "Miau"... oder gar einfach nur "Mjo"? Auf ihrem siebten Album hört sich das dänische Alt-Rock-Trio teils gehörig nach sich paarenden Katzen an. Dabei herausgekommen ist ein rundum charmantes Album mit einigen Highlights - und dem Wunsch nach mehr.

Getragen von 80er Jahre Synthies, wie in "Learn Our Crystals", oder beinahe 70er Jahre Basslastig und mit Jazz-Anleihen versehen wie in "Twist Quest", die Jungs von Mew fahren einiges auf um euch das Album "Visuals" auch akustisch auf's Auge zu drücken. Leider gibt es dann auch immer wieder Langeweile: "Mew" traut sich nie aus ihrem - immerhin konsequent und fachmännisch genial gestrickten Prog-Rock-Korsett auszubrechen.

Und das ist ein Katzenjammer, denn man spürt praktisch in jedem Song, dass da noch eine Spur mehr ginge. 3 von 5 Sterne!

Alexander Marcus - 10 Jahre Electrolore

"Geschmackssache!" ist wohl so ziemlich das Beste, was man zu Alexander Marcus sagen kann: Über Youtube großgeworden servierte er uns fragwürdige Hits wie "Homo Dance", servierte uns den "Hawaii Toast" oder plantschte im See zu "Papaya".

Volksmusik trifft auf Electro - immerhin eine Mischung, die es vorher SO noch nicht gegeben hat. Auf dem stolze 27 Songs umfassenden Album "10 Jahre Electrolore" gibt es jetzt nicht nur ein Best of von Alexander Marcus, sondern auch einige neue Songs wie "Schwachkopf Manfred" auf die Ohren. Bela B sagt dazu "Danke Schön", wir dagegen tendieren eher zu "Nein Danke!" - und einer Wertung zwischen allem von 1 bis 5 Sternen. Crazy Teil!

ATB, Joe Goddard, Parov Stelar, Adel Tawil und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 21. April 2017 ATB, Joe Goddard, Parov Stelar, Adel Tawil und mehr! Reingehört: Neue Alben vom 21. April 2017 Zum Artikel »

The Chainsmokers, Deep Purple, The New Pornographers und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 7. April 2017 The Chainsmokers, Deep Purple, The New Pornographers und mehr! Reingehört: Neue Alben vom 7. April 2017 Zum Artikel » Jamiroquai, Goldfrapp, Yellow Claw und Nelly Furtado: Reingehört: Neue Alben vom 31. März 2017 Jamiroquai, Goldfrapp, Yellow Claw und Nelly Furtado Reingehört: Neue Alben vom 31. März 2017 Zum Artikel » Die komplette Tracklist inklusive dem David Hasselhoff Credit-Song!: Guardians of the Galaxy - Awesome Mix Vol. 2 Die komplette Tracklist inklusive dem David Hasselhoff Credit-Song! Guardians of the Galaxy - Awesome Mix Vol. 2 Zum Artikel »