Seun Kuti & Egypt 80

Afrobeat beim Altstadtherbst

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Altstadtherbst: Seun Kuti & Egypt 80 Altstadtherbst: Seun Kuti & Egypt 80 Altstadtherbst: Seun Kuti & Egypt 80 Altstadtherbst Seun Kuti & Egypt 80 20 Fotos Seun Kuti und seine Band Egypt 80 haben am Sonntagabend mit einer gelungenen Stilmischung aus Soul, Funk, Jazz und Yoruba-Roots für Stimmung im ausverkauften Altstadtherbst-Zelt am Burgplatz gesorgt. Das Publikum tanzte zu Afrobeat-Klängen und feierte gemeinsam mit den nigerianischen Musikern das Ende des Kulturfestivals.

Vor der Vorstellung bedankten sich Christiane Oxenfort und Andreas Dahmen, Initiatoren des Altstadtherbstes, bei ihren Gästen für den Erfolg des Kulturfestivals. Denn in den zweieinhalb Wochen waren 90 Prozent der Tickets vergriffen. „Im Gegensatz zu den meisten Veranstaltungen hier im Zelt, soll das Publikum heute Abend aufstehen, tanzen und darf auch gerne laut sein“, erklärte Oxenfort kurz bevor Seun Kuti und die Egypt 80 loslegten.

Anfangs noch etwas verhalten, standen vereinzelte Zuschauer an ihrem Platz auf und bewegten sich zu den rhythmischen Afrobeat-Melodien. Das war Sänger Seun Kuti aber nicht genug. Er forderte das Publikum mit den Worten „If you want to sleep, I can go“ auf, sich noch aktiver zu zeigen. Eine paar Dutzend folgten den Worten des Nigerianers und tanzen an der Seite der Bühne. Angesteckt vom Afrobeat wurden es allmählich immer mehr und schon nach ein paar Minuten stand ein Großteil des Publikums selbst vor der Bühne und wurde Teil des Programms.

Vollblutmusiker Seun Kuti weiß, die Zuschauer zu begeistern. Schon im zarten Alter von acht Jahren wurde ihm klar, dass er in die Fußstapfen seines berühmten Vaters, der Worldmusic-Legende Fela Kuti, treten will. Das war 1990. Sieben Jahre später war es dann so weit. Als Fela Kuti plötzlich verstarb, übernahm Seun die Leitung der Band Egypt 80, mit der sein Vater den Afrobeat auf internationalen Erfolgskurs gebracht hatte. „Die Band war das Wichtigste für meinen Vater“, erinnert sich Seun: „Und ich wollte nicht, dass sie stirbt.“

Mit seinen inzwischen 26 Jahren hat Seun das Erbe aber nicht nur längst erfolgreich bewahrt. Nach zehn Jahren als Bandleader gilt er als Nigerias Exportschlager. Mit einem Mix aus Jazz, Funk und dem unverwechselbaren Groove afrikanischer Percussion führt Seun die Tradition des Afrobeat erfolgreich weiter. Wobei die zwanzig Musiker und Sänger von Egypt 80 mit einer auf die Tausendstel Sekunde genauen Präzision die Rhythmen vorantreiben und einen weiten Bogen vom Swing Duke Ellingtons bis zum Funk eines James Brown schlagen.

Neben den musikalischen Dynamitstangen, die man gemeinsam in den fantastischen Live-Shows zündet, hält sich Seun aber auch nicht mit gesellschaftskritischen Statements zurück. Schließlich waren die Kutis von jeher eine höchst engagierte Familie, die sich in ihrem Heimatland für die Menschenrechte einsetzte.

Eine Aufzeichnung des Konzerts wird am kommenden Samstag zwischen 18 und 20 Uhr auf der Radio-Frequenz FM 103,3 beim WDR Funkhaus Europa übertragen.

Quelle: rpo