Sommerlicher Ohrwurm "Bella Ciao"

Interview: Mauro Mondello & Giovanni Zarrella über ihre gemeinsame Single

Sommerlicher Ohrwurm "Bella Ciao": Interview: Mauro Mondello & Giovanni Zarrella über ihre gemeinsame Single Sommerlicher Ohrwurm "Bella Ciao": Interview: Mauro Mondello & Giovanni Zarrella über ihre gemeinsame Single Foto: Molto Recordings

Schon bei den ersten Tönen möchte man die Schuhe ausziehen und durch den Sand tanzen – mit ihrer ganz eigenen Version des über 100 Jahre alten italienischen Songs „Bella Ciao“ ist Mauro Mondello und Giovanni Zarrella ein absoluter Ohrwurm gelungen, den wir diesen Sommer bestimmt noch öfter hören werden. Warum die Message des Songs auch heute noch aktuell ist und welchem Team die beiden Italiener bei der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft die Daumen drücken, erfahrt ihr im Interview.

Woher kennt ihr euch und wie ist die Idee zum gemeinsamen Song entstanden?

mauro mondello (image/jpeg) Mauro Mondello kommt eigentlich aus Düsseldorf, wohnt nun aber in Köln. Als DJ ist er jedoch in beiden Städten unterwegs. Mauro: Wir haben uns auf einer Veranstaltung in Köln kennengelernt, auf der Giovanni einen Auftritt hatte und ich als DJ auflegte. Wir wussten allerdings schon vorher voneinander. Da wir uns auf Anhieb sehr gut verstanden, kam sehr schnell die Idee, einen gemeinsamen Song aufzunehmen. Ein halbes Jahr später trafen wir uns erneut zufällig bei einem Gig in einem Club in der Schweiz und entschlossen dann, die Kollabo ernsthaft anzugehen. Kurze Zeit später rief ich Giovanni an und erzählte ihm von meiner Idee zu “Bella Ciao”. Ich produzierte den Song, schickte ihm die Demo zu und er fand es prompt mega.

„Bella Ciao“ ist ein über 100 Jahre alter Song, der von den schlechten Arbeitsbedingungen der italienischen Partisanen handelt – ihr habt euch für Teile der spanischen Version entschieden, obwohl ihr beide italienische Wurzeln habt. Wie kommt’s?

Giovanni: Wir waren uns da ziemlich schnell einig, da Spanisch eine Weltsprache ist. Aber wer weiß, vielleicht folgt noch eine weitere Version.

Im Video tanzen die Menschen glücklich – der Text jedoch handelt von Menschen, die unterjocht sind und hoffen, eines Tages in Freiheit zu leben. Wie bringt ihr das zusammen?

Mauro: Die politische Situation ist auch heute noch in vielen Teilen unserer Erde kritisch, wie beispielsweise in Ägypten, Ukraine und in der Türkei. Mit dem Thema “Bella Ciao” wollen wir den Menschen Hoffnung machen und Kraft geben, weiterhin für Freiheit zu kämpfen. Mit einem tristen Video hätte man doch niemanden motivieren können.

Kinder, Touristen, Models ‐ das Musikvideo wirkt sehr persönlich. Kennt ihr viele der Tänzer im Video?

Mauro: Größtenteils war ich mit einem Promo- und Kamerateam in Berlin unterwegs. Dort haben wir an verschiedenen Orten gezielt Leute angesprochen und gefragt, ob sie spontan dazu bereit wären, im Video mitzuwirken. Obwohl unsere Koordinatorin in Berlin uns davon abhalten wollte, die Aktion im Juni letzten Jahres zu starten, weil es der heißeste Tag aller Zeiten war, hat es letzten Endes tatsächlich fantastisch geklappt. Die Reaktion der Leute, die über die Kopfhörer “Bella Ciao” hörten, waren unbeschreiblich. Es war bisher die schönste Erfahrung, die ich als Produzent machen konnte, denn das Feedback war real und unmittelbar nah.

Einige Szenen im Musikvideo spielen am Düsseldorfer Rhein – Mauro, du kommst ja aus Düsseldorf, lebst aber in Köln. Wieso hast du dich für die Nachbarstadt zum Leben entschieden? ;‐)

Mauro: Ich weiß, ich weiß, die verbotene Stadt! (lacht) Seit 2008 bin ich als DJ und Veranstalter in den Kölner Clubs unterwegs und irgendwann blieb mir nichts anderes übrig, als nach Köln zu ziehen. Ehrlich gesagt, musste ich lange damit kämpfen, weil ich sehr an meiner Heimatstadt gebunden bin. Allerdings ist Köln inzwischen meine 2te Heimatgeworden. I love it!

Einmal gehört, immer im Ohr – „Bella Ciao“ ist ein Mega‐ Ohrwurm. Was würde euch ein großer Sommerhit bedeuten?

Antidepressiva | Samstag, 9. März 2013 Antidepressiva | Samstag, 9. März 2013 Antidepressiva | Samstag, 9. März 2013 Antidepressiva // Sa 09.03.13 Seifenfabrik Dr. Thompson's 130 Fotos Mauro: Wow! Erst einmal ein riesen Dankeschön für das Kompliment! Selbstverständlich wäre es eine große Sache, keine Frage. Allerdings mache ich mir, wie bei allen anderen Produktionen auch, nie solche Gedanken, sondern produziere aus dem Gefühl heraus und je nachdem in welchem Gemütszustand ich mich befinde, entstehen auch mal Gute‐Laune‐ Songs.

Apropos Sommerhit – die WM steht vor der Tür. Welchem Team drückt ihr die Daumen?

Giovanni: An erster Stelle natürlich der Squadra Azzurra! An zweiter Stelle kommt Deutschland. Den Brasilianern und den Spaniern gönnen wir es ebenfalls, da beide Mannschaften einen hervorragenden Fußball spielen.

giovanni zarrella jana ina (image/jpeg) Giovanni mit seiner Frau Jana Ina Zarrella (links) bei "Platform Fashion" in Düsseldorf.