Neue Single von TayTay

Warum der Hype um Taylor Swift so scheiße ist

Neue Single von TayTay: Warum der Hype um Taylor Swift so scheiße ist Neue Single von TayTay: Warum der Hype um Taylor Swift so scheiße ist Foto: Screenshot Instagram/taylorswift

TayTay is back! Letzte Woche hat Taylor Swift ihre neue Single „Look What You Made Me Do“ rausgebracht. Das Album „Reputation“ ist für den 10. November angekündigt. Das wäre alles nicht so spannend, wenn nicht die halbe Welt vor Begeisterung ausrasten würde und TayTay uns mit ihrer ständigen Präsenz in sämtlichen Medien nicht so DERMAßEN AUF DEN SACK GEHEN WÜRDE!!!!!

Von den Video Music Awards zum öffentlichen Kleinkrieg

Taylor Swift ist schön, erfolgreich, weiß und vor allem sehr sehr sehr reich. Als Künstlerin ist sie zwar eher so mittelmäßig, aber das ist ja auch nicht schlimm. Für peppige Popsongs in den Charts reicht es allemal. Man könnte also meinen, dass TayTay mit ihrem Leben ganz zufrieden sein könnte. Ist sie aber nicht. Denn TayTay fühlt sich immer ganz ganz doll schlimm behandelt.

Von ihren blöden Exfreunden zum Beispiel, mit denen sie so gerne an medienwirksamen Paparazzistränden abhängt, und von den blöden Medien, die auf diese PR-Maschen anspringen und über sie berichten, und von der blöden Katy Perry, weil es da irgendeinen Streit um ihre Backgroundtänzer gab? Haben wir auch nicht so genau verstanden. Und natürlich von Kim und Kanye, die immer so fies zu ihr sind und sie die ganze Zeit total falsch verstehen.

Neue Single rechnet mit den Hatern ab

Um mit diesem schweren Schicksal umzugehen, rechnet TayTay in ihrer neuen Single jetzt (mal wieder) mit all ihren Hatern ab. „Look What You Made Me Do“ heißt das gute Stück, es hätte aber auch einfach „White Girl Problems“ heißen können. Denn TayTays neues Lied ist der Geräusch gewordene Pumpkin Spiced Latte - ein eher unterdurchschnittlicher Popsong mit einer „Ihr seid alle voll blöd“-Message, für die sich sogar eine pubertierende Regina George ein bisschen geschämt hätte.

Auch das zugehörige Video, das bei Youtube schon jetzt fast 80 Millionen mal angeklickt wurde, ist voll von unangenehmen Anspielungen auf Katy Perry, Tom Hiddleston, Beyoncé und die anderen „Hater“. Dramaturgischer Höhepunkt ist schließlich der theatralische Moment, in dem TayTay den Tod ihres alten Ichs verkündet und sich völlig neu erfindet. Sie zieht sich jetzt nämlich schwarz an. Damn, girl.

Empowerment durch Schlangenvideos?

Klar, auch reiche weiße Mädchen dürfen sich natürlich mal ungerecht behandelt fühlen und ihre Meinung äußern. Aber wenn ein reiches weißes Mädchen, das dafür bekannt ist, in politischen und gesellschaftlichen Fragen niemals explizit Stellung zu nehmen, seine Energie und Reichweite dafür verschwendet, Kleinkriege mit anderen reichen weißen Mädchen auszutragen, dann läuft etwas falsch.

Noch falscher läuft es, wenn dieses reiche weiße Mädchen dann in den Medien als feministisches Vorbild gefeiert wird, weil es kryptische Schlangenvideos bei Twitter postet, gleichzeitig aber kein kritisches Wort darüber verliert, dass ein offener Misogynist gerade sein Land in die Katastrophe regiert. Natürlich muss es nicht immer um Politik gehen. Man kann sich aber langsam auch nicht mehr erlauben, zu allem zu schweigen, was gerade nicht in die aktuelle Selbstvermarktungsstrategie passt.

Also lasst uns einfach „Look What You Made Me Do“ als das nehmen, was es ist: ein mittelmäßiger Popsong, der uns diesen Herbst sehr viele Ohrwürmer verpassen wird und zu dem man im Auto auch gerne mal mitsingen darf. Aber nicht als schillerndes Manifest des Empowerments, das einer ganzen Generation junger Leute den Weg weisen soll. Das überlassen wir den Leuten, die wirklich etwas zu sagen haben.