3000 Pflanzen entsorgt

Polizei räumt Drogenplantage aus

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Düsseldorf: Polizei räumt Drogenplantage Düsseldorf: Polizei räumt Drogenplantage Düsseldorf: Polizei räumt Drogenplantage Düsseldorf Polizei räumt Drogenplantage 5 Fotos Nach einem Schwelbrand am Freitag fuhr die Feuerwehr am Montag erneut auf die Ackerstraße, diesmal mit einer Hundertschaft Polizei und Spezialisten der Rauschgiftfahndung. Beim Brand war eine professionelle Cannabisplantage mit 3000 Pflanzen entdeckt worden. Gestern wurde sie ausgeräumt. Die Party ist vorbei. Der Szeneclub im Hinterhaus an der Ackerstraße hat schon eine ganze Weile geschlossen. Und das, was der Nachmieter aus der ehemaligen Tanzbar machte, ist seit gestern Geschichte. 40 Polizeibeamte schleppten gestern säckeweise Cannabis-Pflanzen aus der illegalen Farm.

3000 Pflanzen in unterschiedlichen Wachstumsphasen stellten die Beamten sicher. Der Großteil wird vernichtet, einige Exemplare landeten im Labor des Landeskriminalamts. Dort wird der Wirkstoffgehalt der Pflanzen untersucht – an seiner Höhe wird sich das Strafmaß orientieren, wenn die Betreiber der Drogenplantage einmal vor Gericht stehen sollten.

etrahydrocannabinol (THC) ist der berauschende Wirkstoff, der Drogenfahndern wie Suchtmedizinern immer mehr Sorgen macht. "Mit dem Joint aus den 70ern haben die Cannabis-Produkte von heute nichts gemeinsam", sagt Polizeisprecherin Susanna Heusgen, 30 Prozent und mehr THC findet sich heutzutage in den weiblichen Hanfpflanzen. Das liegt vor allem daran, dass die Drogen in Europa vor allem in Gewächshäusern, so genannten Indoor-Plantagen, angebaut werden.

"Das Zeug ist so stark, davon wird man nicht mehr high, sondern ist direkt weg", sagt ein Drogenfahnder. Den Züchtern ist das egal: Ihr Ziel ist es, die Kunden schneller abhängig zu machen, um so noch mehr Rauschgift verkaufen zu können. 100 Hanfpflanzen bringen etwa vier Kilogramm Rauschgift, und das bedeutet rund 32.000 Euro Drogengeld. Bei intensiver Pflege können die Pflanzen bis zu vier Mal im Jahr "geerntet" werden.

Nordrhein-Westfalen ist vor allem für niederländische Großdealer zum Ausweichquartier geworden, seit in den Niederlanden per Hubschrauber nach den Drogenzuchten auf offenem Feld gesucht wird. Die Züchter nutzen gerne abgelegene Scheunen und Gehöfte. Doch auch in Düsseldorf sind Großplantagen mit bis zu 1000 Pflanzen keine Seltenheit mehr. Drei wurden allein im vergangenen Jahr entdeckt, darunter eine in einem Fabrikgebäude an der Fichtenstraße. Die Betreiber hatten zwei kleinere Plantagen in einem Wohnhaus eingerichtet, eine davon war abgeerntet, als die Männer festgenommen wurden.

Mit ihren 3000 Pflanzen ist die Zucht an der Ackerstraße eine der größten, die bislang in Düsseldorf gefunden wurden, eine Profianlage, von der die Nachbarn kaum etwas bemerkt haben dürften. Riesige leistungsstarke Lüfter sorgten dafür, dass der süßliche Hanfgeruch sich nicht ausbreitete. Außerdem hatten die Züchter in dem ehemaligen Szenetreff zusätzliche Mauern gezogen, so dass auch dem Hausmeister nichts aufgefallen ist.

In vier kleinen Räumen lief Tag und Nacht neben der Lüftung auch eine hochmoderne Bewässerungsanlage, extrem starke Mega-Lux-Leuchten sorgten für das notwendige Licht. Den Strom dafür zapften die Drogenbauern von den Hausleitungen ab. Möglich, dass sich der ein oder andere Mieter demnächst über eine hohe Rechnung von den Stadtwerken wundern wird.

Die armdicken Kabelstränge, die den geklauten Strom durch zig Transformatoren schickten, von denen aus Licht, Luft und Wasser für die Pflanzen geregelt wurden, wurden den Drogenzüchten vorigen Freitag zum Verhängnis: Sie schmorten durch, der aufsteigende Rauch alarmierte Anwohner, die die Feuerwehr riefen. So war die Plantage aufgeflogen. Wem sie gehört, ist ebenso unklar, wie der Zeitpunkt, an dem sie eingerichtet wurde. Der ehemalige Club soll untervermietet gewesen sein, hieß es gestern.

Etliche Stunden dauerte es, bis die Polizei mehrere Lkw-Ladungen Beweismaterial abgebaut und zur Kriminaltechnik geschickt hatte. Hunderte Liter Wasser pumpte die Feuerwehr aus dem Bewässerungssystem der Plantage. Irgendwie muss es, wie auch das umfangreiche technische Equipment, ins Haus gekommen sein. Zeugen, die entsprechende Beobachtungen gemacht haben, sollten sich unter Telefon 0211 8700 beim Rauschgiftdezernat melden.

Quelle: rpo