Anwohnerbeschwerden

Ist die Altstadt zu laut?

Anwohnerbeschwerden: Ist die Altstadt zu laut? Anwohnerbeschwerden: Ist die Altstadt zu laut? Foto: Stadt Düsseldorf
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In der Altstadt wird gefeiert, getrunken und getanzt. Doch im Vergnügungsviertel gibt es Anwohnerbeschwerden, es sei zu laut. Die Wirte haben dafür kein Verständnis und beklagen Schikane der Stadt bei den Kontrollen. Die RP fragte nach. In den vergangenen Wochen hat das Ordnungsamt mehrfach interveniert, weil aus den Gaststätten angeblich zu viel Lärm drang, der Anwohner störte. Das „Mandalai“ an der Mertensgasse bekam es zu spüren. Die Cocktail-Bar sollte ab sofort um 22 Uhr schließen, obwohl sie erst um 18 Uhr öffnet. Chef Dominik Merger: „Dabei sind wir gar keine Disco und machen eher dezente Musik.“ Mittlerweile darf das „Mandalai“ aber wieder bis zweiUhr öffnen - mit Auflagen. Post vom Ordnungsamt bekamen auch andere Betriebe. So muss die Diskothek „Peaches & Cream“ am Burgplatz schließen, bis in zwei Wochen Schallschutz eingebaut ist.

Isa Fiedler, Sprecherin der Altstadtwirte und Chefin im „Knoten“: „Wer hier wohnt müsste eigentlich wissen, dass es in der Altstadt vor allem am Wochenende lauter zugeht als in anderen Wohngebieten. Wir sind ja nun einmal ein Vergnügungsviertel. Aber es ist ja nicht so, dass hier Lautsprecherboxen vor den Gastro-Betrieben stehen. Woher der Lärm kommt, das kann meist nur schwer zugeordnet werden.

Übrigens: die Raucherschutzverordnung trägt auch nicht gerade zur Lärmminderung bei. Dann stehen die Raucher ab Januar auf der Straße und unterhalten sich bei oft geöffneter Eingangstüre. Wir müssen uns auf jeden Fall noch einmal mit dem Ordnungsamt zusammensetzten und gemeinsam eine Lösung finden. Viele Wirte haben ja im Zuge der neuen Brandschutzverordnung beim Umbau bereits in den Lärmschutz investiert. Am besten wäre es, die Altstadt zum Gewerbemischgebiet zu erklären.“

Primo Lopez, Chef mehrerer Betriebe an der Bolkerstraße (Cafe Madrid) und der Schneider-Wibbel-Gasse: „Wer beschwert sich denn eigentlich? Soweit ich weiß, ist das nur eine einzige Person. In vielen Altstadtwohnungen leben Mitarbeiter aus der Gastronomie. Und die wohnen gern hier. Ich ärgere mich vor allem darüber, dass wir punkt Mitternacht unsere Außengastronomie schließen müssen. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind da schon eine Minute später zur Stelle. Ich halte das für Schikane. Besonders unsere vielen Messegäste haben dafür kein Verständnis. In Köln ist man viel toleranter. Das dürfen die Gäste bis drei Uhr nachts draußen sitzen bleiben.“

Michael Schnitzler, Chef des „Uerige“: „Wir wünschen uns natürlich auch längere Öffnungszeiten für die Außengastronomie, haben oft große Mühe, unseren Gästen, die nach Mitternacht draußen auf der Straße ein Bier bestellen, zu erklären, dass jetzt Schluss ist. Die denken dann, wir sind zu bequem. Aber es gibt nun einmal das Landesemmissionsschutzgesetz. Und wenn man eine für die Altstadt-Gastronomie bessere Lösung erreichen will, dann muss man erst dieses Gesetz ändern.“

Richard Kampes, Eigentümer des Hauses „Goldener Ring“, gelang es vor acht Jahren sogar, das Open-Air Kino vom Burgplatz zu vertreiben. Er berief sich bei seiner Klage vor Gericht auf das Landesemmissionsschutzgesetz. Isa Fiedler: „Die Veranstaltung fehlt uns sehr in der Altstadt.“

Quelle: rpo