Bravo Supershow im ISS Dome

Showduell: US5 contra Tokio Hotel

Bravo Supershow im ISS Dome: Showduell: US5 contra Tokio Hotel Bravo Supershow im ISS Dome: Showduell: US5 contra Tokio Hotel Foto: ddp
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(RP) Bei der Bravo Supershow am 28. April im Düsseldorfer ISS Dome tummeln sich Topstars aus der Pop-Szene. Im Mittelpunkt: die Boybands US5 und Tokio Hotel. Mit dabei sind aber auch Lafee, Sarah Connor und Bushido. Das Beste: Wir ermöglichen vier jungen Lesern einen Blick hinter die Kulissen. Den Namen Tokio Hotel hören US5-Anhängerinnen gar nicht gern. Oft schreiben sie nur die Initialen „TH“ in Internetforen, wenn sie sich mit Fans der Leipziger Teenie-Stars per Tastatur duellieren. Man kennt sich. Man mag sich nicht. Und trifft doch aufeinander. Am 28. April zum Beispiel, zur Bravo-Supershow im ISS Dome in Düsseldorf. Die Musiker von US5, der Boygroup aus zwei Amerikanern, zwei Deutschen und einem Briten, nehmen es gelassen. „Wir haben kein Problem mit den Jungs von Tokio Hotel. Wir haben uns oft getroffen und verstehen uns gut“, sagt der in Köln geborene Christoph Watrin, von US5-Fans nur „Chris“ genannt. Der lange Zeit öffentlichkeitswirksam ausgetragene Konflikt der Teenie-Idole erinnert fast an die großen Duelle der Pop-Geschichte. Die süßen Beatles gegen die wilden Stones. Solche Konflikte verkaufen sich auch nach 50 Jahren Popkultur immer noch bestens. Vor allem dann, wenn eine Band mit allerlei Randgeschichten für Schlagzeilen sorgt. US5 beherrschen diese Disziplin perfekt. Jay Khan, 24-jähriger Engländer und Senior der US5-Mannschaft, hat neuerdings mit einer jungen Frau namens Lena Gercke angebandelt, Gewinnerin der ersten Staffel von „Germany’s next Topmodel“. Seitdem ist Jay ein noch viel größerer Fan von Deutschland: „Jedes unserer Heimatländer hat Vor- und Nachteile, aber wenn wir uns für ein Land entscheiden müssten, dann ist das einfach Deutschland. Hier haben wir begonnen, und hier haben wir die treusten und meisten Fans.“

Dass US5 einen so großen Erfolg bei meist jungen Mädchen verbuchen, lässt sich auch mit der neueren Geschichte der Boybands erklären. Die New Kids On The Block waren Anfang der 90er Jahre die Wegbereiter, Take That sprangen in deren Fußstapfen, die Backstreet Boys legten nach und N‘Sync sorgten Anfang des neuen Jahrtausends für den Ausverkauf eines Genres. Doch dann kamen US5 im Jahr 2005 durch die Castingshow „Big in America“ zu Boyband-Ehren. Die Idee, Superstars in einem basisdemokratischen Akt vom Fan selbst bestimmen zu lassen, bei uns als „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt, funktioniert auch in Amerika blendend. Chris beherrscht zwei Jahre nach dem Erfolg die Devise des Gebens und Nehmens zwischen Fans und Band schon perfekt: „Ja, wir sind erfolgreich, aber diesen Erfolg haben wir unseren Fans sowie unserem Team hinter den Kulissen zu verdanken.“

Mit der ersten Single „Maria“ wurden sie nicht nur in Amerika, sondern auch in Deutschland populär. Es folgte das Album „Here We Go“, allerlei CD-, DVD- und Singleveröffentlichungen und am Ende dieses Reigens in 2007 die neue Single „One Night With You“. Die kletterte wieder hoch in die Charts. Die Stilfindung bei US5 ist Mannschaftsarbeit. Jay erklärt: „Jeder Song von US5 ist unterschiedlich. Manche sind poplastig, manche haben R&B-Einflüsse, unsere Balladen sind sehr emotional. Wir entscheiden immer im Team, welchen Song wir machen.“

Den Erfolg hat in erster Linie der amerikanische Musikmanager Lou Perlman zu verantworten, der Erfinder von US5 und Boybands wie Backstreet Boys, O-Town, N‘Sync. Er prägte den Satz: „Solange es Mädchen gibt, wird Lou Perlman Boybands formieren.“ Die gegenwärtige US5-Hysterie beweist: Es gibt noch Mädchen auf diesem Planeten. Und sie teilen sich auf in die wilden Tokio Hotel-Fans und die gezähmten US5-Anhängerinnen.

Quelle: rpo