Coole Kunst in der Stadt

Urban-Art-Festival lockt mit Kreativität

Coole Kunst in der Stadt: Urban-Art-Festival lockt mit Kreativität Coole Kunst in der Stadt: Urban-Art-Festival lockt mit Kreativität Foto: Farbfieber
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Am Freitag startet das 40-Grad-Urban-Art-Festival. Mehr als 95 Künstler laden zu Kunst, Musik und zu Debatten über den öffentlichen Raum ein.

Ein klassischer Platz in Roma, der Piazza del Capidoglio, zu Deutsch: Kapitolsplatz. Niemand geringeres als Michelangelo hatte im 16. Jahrhundert von Papst Paul III. den Auftrag erhalten, den wichtigen römischen Platz zu gestalten. Bis 1940 hat es dann aber gedauert, ehe er schließlich durch die markante Pflasterung vollendet wurde. Und ein solches Abbild der markanten Pflasterung ist ab Freitag auf dem Gustaf-Gründgens-Platz vor dem Düsseldorfer Schauspielhaus zu sehen. Ein 1200 Quadratmeter großes Bodenbild in einer moderneren Version, etwas bunter und farbiger, soll die Ödnis und Traurigkeit der Düsseldorfer Plätze anprangern.

An diesem Freitag beginnt das erste 40-Grad-Urban-Art-Festival

Um das Schauspielhaus herum gibt es an zehn Tagen eine enorme Mixtur aus Streetart, Malerei, Installationen, Projektionen, Theaterstücken, Konzerten und Gesprächsrunden zu erleben. Das riesige bunte Bodenbild als Bestandteil des Festivals bietet dabei nur eine Basis, um dem Grundthema Ausdruck zu verleihen: "Nimm Platz". Der Verein Farbfieber des Künstlers Klaus Klinger, der die künstlerische Leitung des Urban-Art-Festivals hat, versteht das Motto als Einladung und Aufforderung, den urbanen Raum zurückzuerobern und einen Beitrag für die künftige Entwicklung der städtischen Kulturlandschaft zu leisten.

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95 Künstler aus der ganzen Region

Das klingt etwas abstrakt und allgemein, aber am Programm des Festivals kann man ablesen, was die mehr als 95 Künstler aus der Region und der ganzen Welt tatsächlich vorhaben. Während der Nächte soll die gesamte Fassade des Schauspielhauses mit Laserprojektoren und Beamern bestrahlt werden. Zwei leerstehende Bürogebäude am Platz, die im kommenden Jahr abgerissen werden, beziehen die Künstler ebenfalls mit ein. In den dortigen mehr als 100 Räumen und an den Fassaden der Bürogebäude entstehen unterschiedlichste Formen von Wandgemälden, Streetart und Kunst.

Am Gustaf-Gründgens-Platz richtet Farbfieber ein mobiles Café ein, in dem während der zehn Festivaltage Ausstellungen, Filmvorführungen, Konzerte und Partys stattfinden. In dem Café und auf dem Platz vor dem Schauspielhaus gibt es etwa eine offene Bühne für Musikbands der regionalen Szene, deren Bandbreite von Ska, Punk bis hin zu Singersongwritern reicht.

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Für jüngere Besucher gibt es tägliche Workshops, die sich mit Stickern, Schuhe besprühen, Recycling oder Palettenbau beschäftigen. Kinder und Jugendliche sollen ihre eigene Kreativität entdecken und ausprobieren. Dazu nutzen die unterschiedlichen Einrichtungen wie das Jugendkulturcafé Franzmann oder der Kinderclub Kiefernstraße ungewöhnliche Materialien. Kinder sollen sich auch an Wand- und Klebebildern testen und lernen, wie Urban Gardening funktioniert. Letzteres meint die gemeinschaftliche Nutzung von Grünflächen für Obst- und Gemüseanbau.

Das 40-Grad-Urban-Art-Festival gilt als Treffpunkt der internationalen Streetartszene

Die Künstler, die sich in Düsseldorf treffen und miteinander arbeiten, richten sich oftmals gegen die zunehmende Anonymisierung, Kommerzialisierung und Privatisierung der Stadt. Auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) wird sich am kommenden Dienstag, den 25. August, im Café am Gustaf-Gründgens-Platz einer Diskussion stellen. Er beantwortet Fragen des Publikums zum Thema "Wohin mit Düsseldorf?". Der Start um eine Zukunftsdebatte für die Stadt ist eines der Hauptanliegen des Festivals.

Quelle: RP