Disko-Schießerei

Checkers-Schütze: Ein Jahr weniger Haft

Disko-Schießerei: Checkers-Schütze: Ein Jahr weniger Haft Disko-Schießerei: Checkers-Schütze: Ein Jahr weniger Haft Foto: ddp, ddp
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Mit 7000 Euro als Schmerzensgeld und einer Entschuldigung bei den Opfern einer Schießerei vor der Kö-Disko Checkers hat sich einer der beiden aus der Türkei stammenden Schützen ein Jahr Haft erspart. Ursprünglich waren der 30-Jährige und sein drei Jahre älterer Komplize zu je vier Jahren, und drei Monaten Haft verurteilt worden, weil sie aus Ärger über die Türsteher vor der Disko um sich geschossen und drei Frauen leicht verletzt hatten.

Wegen eines Formfehlers hatte der Bundesgerichtshof (BGH) aber bei dem 30-Jährigen eine Überprüfung der Strafe angeordnet. Gestern reduzierte das Landgericht dessen Haftzeit um ein Jahr – auf jetzt drei Jahre, drei Monate.

Vor rund zwei Jahren waren die beiden Täter aus Solingen bei ihrem nächtlichen Besuch an der Kö vor der Nobel-Disko ausgerastet. Zunächst hatten sie ungehinderten Zutritt zu dem Szene-Treff erhalten. Als sie das Lokal aber gegen Mitternacht verließen und am frühen Morgen zurückkehren wollten, mussten sie draußen bleiben.

Aus Frust darüber schoss zunächst der 33-Jährige um sich, durch herumfliegende Glassplitter und Geschossteile wurden zwei Frauen leicht verletzt. Dann übernahm der 30-Jährige die Waffe, drückte erneut ab. Auch er traf keine Personen, doch durch Splitter wurde damals noch eine dritte Disko-Besucherin an Stirn und Kinn leicht verletzt.

Ihr hat der 30-Jährige später 5000 Euro Schmerzensgeld gezahlt, auch die anderen Opfer mit je 1000 Euro bedacht und sich entschuldigt. Trotzdem hatte er beim ersten Prozess Anfang 2008 die gleiche Strafe wie sein Landsmann erhalten. Der BGH fand, seine Bemühungen um einen Täter-Opfer-Ausgleich hätten strafmildernd bewertet werden müssen.

Eine andere Strafkammer musste also den Prozess gegen den 30-Jährigen teilweise wiederholen. Ob der geständige Täter jetzt eine bessere Perspektive hat, ist aber zweifelhaft. Der Verurteilte werde, so die Vorsitzende Richterin, demnächst wohl in die Heimat abgeschoben werden – wie sein Landsmann.

Quelle: rpo