Düsseldorfs Rosenmontagszug

Wulff-Wagen von Jacques Tilly sorgt für Heiterkeit

Düsseldorfs Rosenmontagszug: Wulff-Wagen von Jacques Tilly sorgt für Heiterkeit Düsseldorfs Rosenmontagszug: Wulff-Wagen von Jacques Tilly sorgt für Heiterkeit Foto: dpa, Martin Gerten

Das war wieder eine erfolgreiche Session für die Karnevalisten der Landeshauptstadt Düsseldorf. Der Rosenmontagszug konnte pünktlich starten, obwohl die Nachricht vom Rücktritt des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff nur knapp zwei Tage vor dem Umzug bekannt wurde.

Für Jacques Tilly, seit 30 Jahren Chef-Wagenbauer für den Düsseldorfer Rosenmontagszug, war das erneut mehr Ansporn als Stress. Er ist es durchaus gewöhnt, unter Druck an den Wagen zu feilen und auch aktuelle politische Strömungen noch integrieren zu können. So auch den Rücktritt von Wulff, der einen regelrechten Wettstreit der Wagenbauer aus Köln und Düsseldorf auslöste.

Ein solches Thema kann und darf im Karneval nicht unberücksichtigt bleiben, und so stand für Tilly und sein Team aus 15 erfahrenen Wagenbauern fest, diese Nachricht muss in einem „Wulff-Wagen“ gebührend umgesetzt werden. Es folgten zwei sehr arbeitsintensive Tage und Nächte, doch gemeinsam haben sie es erneut geschafft und konnten zum Rosenmontagszug 2012 einen Wagen präsentieren, der den zurückgetretenen Bundespräsidenten wie Ikarus auf den Boden gestürzt zeigt, in seinem Nest ein Ei mit der Aufschrift „Gauck“. Damit ist es Tilly und seinen Mitstreitern sogar gelungen, die erst am Sonntagabend verbreitete Nachricht über dessen Nachfolger Joachim Gauck in dem Wagenaufbau zu integrieren.

So ist ihm der Stolz auch anzusehen, als der Wulff-Wagen und die zahlreichen anderen von ihm erbauten Karnevalswagen sich in Bewegung setzen und der Umzug den Höhepunkt der Session markiert. Die vielen anwesenden Narren in bunten Kostümen, von Disney-Klassikern über Superhelden oder Tiere bis zu historischen Persönlichkeiten, jubeln laut los, als der Zug sich in Bewegung setzt. Und Jaques Tilly weiß, dass er und sein Team es mal wieder geschafft haben. Und macht sich bereits jetzt Gedanken über seinen 31. Zug, dessen Wagen er gestalten will. Nicht zu detailliert, die Erfahrung lehrt ja, dass sich oft in letzter Minute noch wichtige Dinge ändern können.