Ein runder (Diskussions-)Abend bei Theo

Düsseldorfs Nachtleben sorgt für Gesprächsstoff

Ein runder (Diskussions-)Abend bei Theo : Düsseldorfs Nachtleben sorgt für Gesprächsstoff Ein runder (Diskussions-)Abend bei Theo : Düsseldorfs Nachtleben sorgt für Gesprächsstoff Foto: Tonight.de
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Was passiert, wenn sich Leute aus der Szene in Theos Taverna treffen, um über das „Ausgeh-Verhalten“ der Düsseldorfer zu sprechen? 1. Es wird viel gelacht 2. Es wird viel Ouzo getrunken 3. Pizza und Döner landen auf der Speisekarte 4. Es wird viel Ouzo getrunken… Aber 5. (und das ist das Wichtigste): Es wird wirklich diskutiert, es kommen gute Vorschläge auf den Tisch und am Ende liegen sich fast alle irgendwie in den Armen.

Ein runder (Diskussions)-Abend bei Theo | Montag, 19. September 2011 Ein runder (Diskussions)-Abend bei Theo | Montag, 19. September 2011 Ein runder (Diskussions)-Abend bei Theo | Montag, 19. September 2011 Ein runder (Diskussions)-Abend bei Theo // Mo 19.09.11 Taverna 43 Fotos Die Gäste dieser inoffiziellen Talkrunde waren: Bruce Robertson, Cathleen Göpfert, Christian Erdmann, Gregor Buschmann, Daniel Sampaa, David Kosock, Frank Dursthoff, Kay Schlossmacher, Kimos Hartig, Laura Marcia, Marcus Endres, Michael Wolf, Michael Kuchenbecker, Manuel Markowitz, Micky Markowitz, Olli Carat, Stephan Avenel, Torsten Abels, Walid El Sheikh, Xavier Chaigneau … Theo moderierte – besser hätten es Anne Will/Günther Jauch/Maybrit Illner und Co. auch nicht gekonnt ;-) – perfekt durch den Abend, sorgte sich um seine „Szene-Schäfchen“ („Soll ich noch mal Pizza nachbestellen?“) und beruhigte die zwischendurch minimal erhitzen Gemüter schnell („Darauf einen Ouzo“).

Für das etwas andere Protokoll dieser interessanten und sehr lehrreichen Runde wollen wir die wichtigen Dinge festhalten – für alle, die nicht dabei sein konnten und hoffentlich auch von DER Idee träumen ;-).

1. Status Quo des Düsseldorfer Nachtlebens

In unserer Lieblingsstadt gibt es genug Leute, die feiern wollen. Was allerdings vielen Clubs/Veranstaltern fehlt, ist die Kontinuität der Gäste, die auch den nächsten Freitag, Samstag… wiederkommen. Während die größeren Locations mit der meist kommerziellen Schiene sehr gut fahren und so ein festes Stammpublikum haben, müssen andere Inhaber/Veranstalter ihren Platz im Nightlife und bei den Szenegängern immer wieder neu finden. Dabei spielen Facebook/mediale Unterstützung, immer wieder neue, aufregende, coole, kreative Party-Mottos und Name-Dropping (der Mega-TOP-DJ XY) eine entscheidende Rolle.

Gerade letzteres zieht auch ein Problem mit sich: Besagtes Name-Dropping macht zwar den Club an dem Abend voll, legen aber beim nächsten Mal „nur“ die ebenfalls sehr guten Residents auf, ist es mit der Treue der Gäste vielleicht nicht mehr so weit her.

Konzepte wie etwa die 3001-Milchbar oder die von vielen gelobte Anaconda-Lounge und das Chateau Rikx gehen aus ganz unterschiedlichen Gründen gut auf: Der richtige Abend zum Ausgehen, die richtige Musik für die Zielgruppe, die richtige Nische, die richtige Lage...

Stichwort richtige Lage: Zentrale Knotenpunkte wie etwa das Quartier mit der Ratinger Straße sind wie ein Sechser im Lotto (aber das allein reicht natürlich nicht aus, die Konzepte/die Umsetzung für die Zielgruppe spielen auch hier eine große Rolle, damit die Gäste bleiben bzw. gerne wiederkommen).

2. Die Düsseldorfer Szenegänger an für sich

Ja, wer sind diese Szenegänger eigentlich? 500-1000 Leute, um die sich alle reißen? Alle, die irgendwie mit dem Nachtleben verbunden sind? Ein zwischen Anspruch und Anspruchslosigkeit schwankendes 18-jähriges bis 40+-jähriges Partyvolk, dessen unterschiedliche Bedürfnisse eh nicht unter einen Hut zu bekommen sind bzw. auch ständig wechseln? Ist das Ganze gar ein Generationskonflikt?

Dazu einige Thesen:

Taverna - Düsseldorf Restaurant Taverna Mehr Infos » Ging man früher (also vor 10-15 Jahren ;-)) in den Club, um die eigenen Freunde zu treffen, einfach abzufeiern, hängt man heute erst mal auf Facebook ab, um zu sehen, wer denn angeblich noch so zur Party kommt – und Zusagen bleiben bitte schön unverbindlich, schließlich könnte es woanders doch noch geiler, besser, angesagter sein.

Früher feierte man durch (auch hier spricht die Generation 30+ ;-)) und gleich zwei Nächte hintereinander, heute konzentrieren sich die „jüngeren“ Szenegänger auf Einzel-Events, die älteren werden von Job, Kindern und Co. bestimmt – und damit fällt das Ausgehen automatisch nicht mehr so einfach…

3. Was wünschenswert wäre…

…mehr Alternativen in der Woche

…mehrere kleine/neue Clubs

…den Vergleich mit Berlin und Köln einfach abstellen, Düsseldorf steht doch für sich ;-)

…mehr Unterstützung von der Stadt (Düsseldorf steht nicht nur für Junggesellen-Abschiede und die längste Theke der Welt ;-))

4. Der Traum von einer großen Clubnacht

Ganz Düsseldorf feiert, ganz viele Clubs machen mit. Ein- oder zweimal im Jahr. Ein Bändchen für alle, die mehrere Locations besuchen wollen. Normale Abendkasse für alle, die nur in ihrem Club feiern wollen. Der Eintritt wird für einen guten Zweck gespendet. Shuttle-Service. Alle ziehen an einem Strang…

Daran haben schon viele gedacht. Immer wieder. Damit es nicht nur ein Traum bleibt, wurde in Theos Runde etwas beschlossen: Mehrere Betreiber und Veranstalter arbeiten jetzt an einer möglichen Umsetzung.

Ende des Protokolls: Es war ein toller, sehr konstruktiver Abend, der für einige bis weit nach Mitternacht ging. Die Diskussion geht weiter – und ist offen für alle, die sich angesprochen fühlen. Nicht alles konnte hier wiedergegeben werden, sonst wäre der Artikel viel zu lang geworden. Bleibt nur noch zu sagen: Danke, Theo!

PS: Natürlich gab es mittlerweile schon Feedback - auch von Gästen (Türpolitik, Öffnungszeiten, mögliche Anbindungen durch S-Bahn und Co. sowie die Parkplatz-Situation sind hier Themen...).