Ex-Monkey's

"Hotel-Markt vor dem Tal der Tränen"

Ex-Monkey's: "Hotel-Markt vor dem Tal der Tränen" Ex-Monkey's: "Hotel-Markt vor dem Tal der Tränen" Foto: RP, Werner Gabriel
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RP. Ein Hotel auf der Spitze der Speditionstraße (Ex-Monkey’s) - die Einen behaupten, Betreiber stünden bereit, andere bestreiten die Sinnhaftigkeit eines solchen Projekts. Ein Hotelentwickler aus Wuppertal hält das Angebot an Zimmern in Düsseldorf für zu groß. Als der Mainzer Hotel-Entwickler Berno Feuring in der vergangenen Woche in der RP erklärte, er habe einen Betreiber für das geplante Hotel auf der Spitze der Speditionstraße (bis vor wenigen Tagen Monkey’s Island) an der Hand, da horchte die Branche auf. Ein anderer Entwickler, Peter Schunk, vor über einem halben Jahr mit großem Selbstbewußtsein an das Projekt heran gegangen, will sich inzwischen zu den Plänen nicht mehr äußern. Und bei Feuring soll das alles so leicht sein?

Christian Schollen, ebenfalls Fachmann für Hotel-Planungen, hat da starke Zweifel. Der Wuppertaler, der das SAS Radisson Media Harbour konzipierte und darauf hörbar stolz ist, sieht den Düsseldorfer Hotelmarkt sowieso vor „einem Tal der Tränen“.

Das Projekt Speditionstraße sei über einen möglichen Investor an die Firma Schollen herangetragen und begutachtet worden, sagt Christian Schollen. Ergebnis: Zumindest in den nächsten fünf Jahren lohne sich da keine Herberge der gehobenen Klasse. Schollen rechnet vor, dass vor allem die Gründung für den Bau mitten im Rhein enorme Kosten verursache.

Seiner Kalkulation nach kostet jedes Zimmer des geplanten Hotels mindestens 250000, möglicherweise aber auch 300000 Euro. Das bedeute, so Schollen, dass man die Räume pro Tag für durchschnittlich 250 Euro vermieten müsse. Das jedoch sei illusorisch.

In Düsseldorf werde das Angebot an Hotelzimmern bis 2008 um 25 Prozent auf rund 13000 steigen - in Planung, bzw. im Bau seien Riesen-Häuser wie das Maritim am Flughafen, der neue Breidenbacher Hof, das Tulip Inn an der Arena, ein InnSide auf dem ehemaligen Rheinmetallgelände, außerdem seien in Arbeit das Mövenpick am Hofgarten, ein Kongresshotel Van der Valk, eins auf dem ehemaligen Schlösser-Gelände und im ehemaligen Stadthaus in der Altstadt.

Der Zuwachs liege bei mindestens 1500 Betten, möglicherweise sogar bei 2800. Die durchschnittliche Belegung aus 2005 (43 Prozent) würde bei diesem Angebot, so Schollen, auf 33 Prozent fallen.

Quelle: rpo