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Die jungen Designer kommen

Fashion aktuell: Die jungen Designer kommen Fashion aktuell: Die jungen Designer kommen Foto: RTL
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Düsseldorf entdeckt sein Herz für Mode von unabhängigen Designern. In Flingern, aber auch in der Altstadt eröffnen Geschäfte, die speziellere Stücke bieten als die großen Ketten. Die Stadt wird bunter durch sie.

Düsseldorf als Modemetropole ist modisch oft erstaunlich einseitig. Zwischen Kö und H&M gab es bisher wenig Möglichkeiten, sich schön und trendig zu kleiden. Entweder hatte man Geld und gab es bei Gucci und Jades aus, oder man hatte etwas weniger und ging zu großen Ketten wie H&M oder Zara. Die Individualität musste hintanstehen. Doch nun tut sich was. N

achdem in den vergangenen Jahren Flingern zum Trendviertel geworden ist, kommt auch langsam die Innenstadt in Schwung. Im April hat im Herzen der Altstadt (Carlsplatz 19) das Geschäft A Substitute for Love eröffnet. Store-Manager Mounir Hammouda ist zufrieden mit der bisherigen Resonanz. „Sogar die Einkäufer anderer Geschäfte kommen, um sich den Laden anzuschauen.“ Die Stücke, die er anbietet, sind zum Teil Hausmarke, designt von den Laden- und Labelgründern Jan Deckers und Eva Granderath, doch auch junge, unkonventionelle Designerlabels wie Talking means Trouble oder Von Wedel und Tiedeken sind vertreten. Das Team findet es wichtig, keine Massenware anzubieten; die eigene Marke wird in kleiner Auflage produziert und ist exklusiv in den drei Geschäften in Düsseldorf, Berlin und Ibiza-Stadt erhältlich.

Im Laden hängt ein bunter Mix individueller Street-Couture, der von Kunden schon als „Berlin Style“ bezeichnet wurde - ein großes Lob, findet Hammouda, schließlich gilt Berlin als modisch angesagteste deutsche Stadt. Das Außergewöhnliche hat allerdings seinen Preis: Einige T-Shirts gibt es zwar schon für 20 Euro, aber für eine Jeans sollte man um 120 Euro einplanen.

Auch Schmuck gehört zum Sortiment; von Atelier 11 gibt es grünlackierte Silberringe in Froschform und bunte Papageien, die es sich in Creolen gemütlich gemacht haben.

Ein Thema, das den Ladenbetreibern sehr am Herzen liegt, ist fairer Handel. Das ebenfalls vertretene Label Misericordia unterstützt mit seinen Einnahmen Straßenkinder in Peru, Jeanshersteller Kuyichi bietet tolle Jeans aus Bio-Baumwolle für einen fairen Preis an.

Auch Renate Hunfeld Addison setzt mit ihrer Boutique Suburbia (Dorotheenstraße 20) auf Naturprodukte. Sie ist Marketingdozentin an der AMD und macht den deutschlandweiten Vertrieb der Fair-Trade-Marke Komodo. Die Idee zum eigenen Modegeschäft kam ihr eher spontan. Sie suchte ein Büro, „und da dachte ich: Warum nicht gleich einen kleinen Laden anschließen?“

Seit Mitte Mai kann man bei Suburbia politisch und ökologisch einwandfreie Damen-, Herren- und Kindermode kaufen. Es gibt Marken wie Komodo, Misericordia und Howies, die dafür bekannt sind, mit Naturprodukten zu arbeiten und ihre Arbeiter fair zu bezahlen. „Es sind auch einige Stücke dabei, die nicht aus Bio-Baumwolle hergestellt sind“, räumt sie ein, und zeigt auf T-Shirts von Ames Bros., auf denen schmilzende Polkappen zu sehen sind, „aber hier zählt die Botschaft, und die ist gut“.

Alle Stücke in ihrem Geschäft sind besonders, versichert sie, keine Massenware sei das, sondern angenehm spezielle Kleidung und nicht im geringsten dem Ökomode-Klischee entsprechend. Es sind trendige Stücke, die Lust auf Sommer und gute Laune machen. Größere Marken anzubieten käme für Renate Hunfeld Addison nicht in Frage; sie fühlt sich wohl in ihrer Nische.

Eine weiteres Bonbon unter den Düsseldorfer Modeläden wird demnächst an der Lorettostraße eröffnet: Sänger und Schauspieler Mars Saibert, bekannt aus der Soap „Unter uns“, bietet ab August Mode von jungen Designern „frisch aus dem Ofen und ohne Verfallsdatum“ an. Der Laden wird Neidfaktor heißen und soll einen wilden und überaus individuellen Look repräsentieren. Er könnte Düsseldorf gut tun.

Quelle: rpo