Gastronomie in Düsseldorf

Nichtraucherschutz wird nicht immer eingehalten

Die rot-grüne Minderheitsregierung möchte das Nichtraucherschutzgesetz in NRW verschärfen. Wie in Bayern soll zukünftig auch in NRW ein strengeres Rauchverbot gelten. Das betrifft vor allem die Gastronomie in NRW, denn bisher hielten sich nicht alle Wirte an das Gesetz oder nutzten diverse Ausnahmeregelungen und Grauzonen. Für einige Betriebe könnten die schärferen Regeln zu einem wirklichen Problem werden. Die Mehrzahl der Düsseldorfer Gastwirte ignoriert das Nichtraucherschutzgesetz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Bürgerinitiative "Rauchfrei – aber richtig", die am vergangenen Samstag 100 Gaststätten in der Landeshauptstadt stichprobenartig untersuchte.

"In 60 Prozent der Betriebe ist Rauchen auf der ganzen Fläche freigegeben. Ein Teil dieser Betriebe nutzt dabei die existierenden Lücken des Gesetzes, viele andere verstoßen mehr oder weniger offen gegen geltendes Recht", sagt Georg Ruppertz, Sprecher der Initiative, die in Köln bereits zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen ist.

Nichtraucherschutzgesetz für Brauhäuser eine Katastrophe?

Für das "Weiß Blaue Paulaner-Haus" in Düsseldorf wäre eine Umsetzung eines strengeren Nichtraucherschutz nach eigenen Angaben eine Katastrophe. Das Brauhaus in der Nordstraße lebt von seiner urigen Atmosphäre. Im Gastraum gehört es fast zur Tradition zu dem Bier eine Zigarette zu rauchen. Es ist fast eine eigene Kultur. Einziger Wermutstropfen: Das Brauhaus verfügt über zwei Stockwerke, sodass eine räumliche Trennung zwischen Rauchern und Nichtrauchern vorgenommen wird. Allerdings sind die Stockwerke durch keinerlei Türen getrennt, sodass einem der blaue Dunst nicht ganz erspart bleibt.

"Julian's" geht als gutes Beispiel voran

Ganz anders sieht es in der Bar "Julian's" im Medienhafen aus. Hier hält man sich an die Vorschriften "schließlich ist es das Gesetz." Das diverse andere Betriebe das genauso sehen, belegt die Untersuchung. Düsseldorfs Dehoga-Chef Rainer Spenke sagt, dass sich das Nichtraucherschutzgesetz im Kern bewährt habe. "In 30 Prozent aller Betriebe, vorwiegend in Restaurants, herrscht ein striktes Rauchverbot, in weiteren zehn Prozent gibt es ordnungsgemäß getrennte Raucher- und Nichtraucherbereiche."

Rot-Grün will Rauchverbote ausweiten

Der rot-grünen Minderheitsregierung ist das nicht genug. So hat man sich jetzt darauf verständigt, das Nichtraucherschutzgesetz der schwarz-gelben Vorgängerregierung zu novellieren. Ein Bericht über die Auswirkungen der Gesetzes habe Handlungsbedarf aufgezeigt, hieß es.

Bestehende Ausnahmeregelungen würden in einer Weise genutzt oder interpretiert, "die nicht der Intention des Gesetzes entsprechen", erklärte das Gesundheitsministerium. Demzufolge will die rot-grüne Minderheitsregierung dem Beispiel in Bayern nacheifern. Dort wurde das bisher umfangreichste und strengste Nichtraucherschutzgesetz durchgesetzt. In Bayern gilt seit 2008 ein Rauchverbot in allen öffentlichen Gebäuden, Behörden, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, Hochschulen, Krankenhäusern, Flughäfen und in der gesamten Gastronomie.

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Quelle: rpo