Größte Kirmes am Rhein

Auch der Uerige sagt Bier-Zelt ab

Größte Kirmes am Rhein: Auch der Uerige sagt Bier-Zelt ab Größte Kirmes am Rhein: Auch der Uerige sagt Bier-Zelt ab Foto: RP/Andreas Bretz
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Nach der Hausbrauerei im Füchschen wird auch der Uerige dieses Jahr nicht an der Kirmes teilnehmen und sein Zelt nicht aufbauen. Das teilte die Brauerei am Montagnachmittag mit.

Die Entscheidung hatte sich bereits seit Tagen abgezeichnet. Hauptgründe sind das hohe Maß an Planungsunsicherheit und die nicht mehr überschaubaren Risiken für den Betrieb eines Kirmeszelts.

Größte Kirmes am Rhein 2010: Kirmes 2010: Impressionen aus den Bierzelten Größte Kirmes am Rhein 2010: Kirmes 2010: Impressionen aus den Bierzelten Größte Kirmes am Rhein 2010: Kirmes 2010: Impressionen aus den Bierzelten Größte Kirmes am Rhein 2010 Kirmes 2010: Impressionen aus den Bierzelten 37 Fotos „Das war für uns die schwierigste Entscheidung seit Jahren“, sagt Uerige-Baas Michael Schnitzler, „wir haben es uns nicht leicht gemacht und mit Sicherheitsexperten mehrere Modelle durchgespielt. Am Ende sahen wir keinen Weg, der die gewünschte umfassende Sicherheit garantiert und gleichzeitig das fröhliche Kirmeserleben zulässt, wie wir es in Düsseldorf lieben.“ Man werde in den kommenden Monaten an einem neuen Konzept arbeiten, das 2012 eine Rückkehr auf die Oberkasseler Wiesen ermöglichen soll.

In einer Mitteilung heißt es: Der Uerige hat volles Verständnis dafür, dass die Stadtverwaltung und die Sebastianus-Schützen alles dafür tun, um die richtigen Konsequenzen aus der Katastrophe bei der Duisburger Loveparade zu ziehen. „Die Risikobewertung steckt nach den schrecklichen Ereignissen jedoch noch am Anfang“, sagt Michael Schnitzler.

Größte Kirmes am Rhein: Kirmes 2010: Zwischen Karussell und Bierzelt Größte Kirmes am Rhein: Kirmes 2010: Zwischen Karussell und Bierzelt Größte Kirmes am Rhein: Kirmes 2010: Zwischen Karussell und Bierzelt Größte Kirmes am Rhein Kirmes 2010: Zwischen Karussell und Bierzelt 34 Fotos Die Konzerte im Uerige-Zelt seien Klassiker, deren besondere Atmosphäre bei der Vorgabe von zwei Besuchern pro Quadratmeter sich vermutlich nicht mehr einstellen werde. „Auf einem Volksfest müssen fraglos Mindeststandards gelten“, so Schnitzler, „aber völlige Sicherheit kann niemand garantieren.“

Nach der Absage des Füchschen ist dies noch weniger möglich, denn der Besucherandrang bei den verbleibenden Zelten dürfte nun steigen, ebenso der Überwachungsaufwand bei Schützen und Stadt. „Ich frage mich, was mit den vielen Menschen auf den Wegen der Kirmes ist, wenn sie in die Zelte wollen, weil es plötzlich zu regnen beginnt oder wirklich an irgendeiner Stelle Panik ausbricht.“

Folge der Love-Parade-Katastrophe: Kirmes ohne Füchschen-Zelt Folge der Love-Parade-Katastrophe Kirmes ohne Füchschen-Zelt Zum Artikel » Es ist für Schnitzler eine nicht akzeptable Vorstellung, sein Zelt in solchen Fällen mit einer Kette von Sicherheitskräften abzuriegeln. „Es geht mir nicht um den zusätzlichen Aufwand, den wir betreiben sollen, oder die Deckung der neuen Kosten“, sagt Schnitzler, „die Diskussion einer weiteren Bierpreiserhöhung auf der Kirmes wird schließlich bereits seit Wochen öffentlich geführt. Aber sie ist in diesem Fall nur zweitrangig.“

Die Kirmesverantwortlichen hatten erklärt, die Sicherheitsvorschriften gebe es schon seit Jahren, aber erst seit der Love-Parade-Katastrophe poche man auf die exakte Einhaltung. Hintergrund: Im Fall eines Unfalls mit schwerwiegenden Folgen will man sicher sein, einen Verantwortlichen zu haben. Die Schützen als Veranstalter der Kirmes haben bereits eine eigene GmbH gegründet, um im Falle eines Schadens nicht persönlich haften zu müssen.

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Quelle: RP