"Hooters"-Restaurant eröffnet

Altstadt wie am Ballermann?

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Neueröffnung: Hooters kommt in die Altstadt Neueröffnung: Hooters kommt in die Altstadt Neueröffnung: Hooters kommt in die Altstadt Neueröffnung Hooters kommt in die Altstadt 6 Fotos Mit Sorge sehen Restaurant-Inhaber der Altstadt der Eröffnung der Fastfood-Kette Hooters entgegen. Sie fürchten, dass "Ballermann-Publikum" die Gäste vergraulen könnte. Hooters-Geschäftsführer Raber fühlt sich missverstanden. Noch wird geputzt und gehämmert in der Bergerstraße 8. Schon am Freitag soll in den Räumen der ehemaligen Diebels Sportsbar in der Altstadt die erste Düsseldorfer Filiale von Hooters eröffnen.

Die amerikanische Burgerkette ist jedoch nicht in erster Linie für ihr Essen bekannt: Der Name "Hooters" (englisch: Hupen, Sirenen) meint in der Umgangssprache so viel wie „große Brüste“. Das Alleinstellungsmerkmal der Restaurants sind daher auch knapp bekleidete Bedienungen mit großer Oberweite, die für die Gäste auch schon mal einen Hula-Hoop-Reifen um die Hüften kreisen lassen. Ein Umstand, der nicht allen Restaurant-Inhabern in der Altstadt gefällt.

"Wir sind keine Table-Dance-Bar"

"Mit Sex hat hat Hooters nichts zu tun, wir sind auch keine Table-Dance-Bar", beteuert Eric Raber, Geschäftsführer der Wings Of Düsseldorf GmbH, die das Restaurant führt. Er fühlt sich missverstanden und bekräftigt, dass das Hooters-Publikum sehr gemischt sei. "Wir möchten Touristen genauso ansprechen wie Messebesucher. Die zwei anderen deutschen Filialen werden übrigens zu 45 Prozent von Frauen besucht", so Raber.

Dass das Konzept von Hooters auch Gruppen von Junggesellen-Abschieden in die Berger Straße ziehen wird, sei nicht zu vermeiden. Sie seien aber nicht die Hauptzielgruppe. „Auch Rentner kommen auf einen Kaffee vorbei“, berichtet er und verweist darauf, dass es selbst in Dubai eine Niederlassung gibt.

Weniger gelassen sehen die Gastronomen an der Berger Straße der Eröffnung von Hooters entgegen. Während Supasrat Chulasamaya, Gesellschafterin des Restaurants Baan Thai, sich zunächst selber ein Bild von ihren neuen Nachbarn machen will, beurteilt Daniel Habre die Lage kritischer. „Wir haben viele arabische Gäste, die sich von dem Restaurant gestört fühlen könnten“, so der Geschäftsführer des gegenüber liegenden Libanon Restaurants.

Habre fürchtet, dass „das Ballermann-Publikum“ sich negativ auf die Gastronomie rundum auswirken könnte. „Gegen das Konzept von Hooters habe ich nichts, es hätte aber besser auf die Bolker Straße gepasst“, sagt er. Ein weiterer Restaurant-Inhaber, der nicht genannt werden möchte, warnt, dass die Berger Straße sich zu einem Ableger der Bolker Straße entwickeln könnte.

Diese Prognose teilt Dirk Schaper, Vorsitzender der Altstadtgemeinschaft, nicht. Er sieht es gelassener: „Man muss sehen, ob es für Hooters überhaupt einen Markt gibt.“

Noch ist nicht vollkommen klar, ob Hooters wie geplant am Freitag öffnen kann. „Die Konzession ist noch nicht erteilt“, sagt Michael Zimmermann, stellvertretender Leiter des Ordnungsamts. Aus gut informierten Kreisen ist aber zu hören, dass davon auszugehen sei, dass die Konzession rechtzeitig erteilt werde und es auch keine Schwierigkeiten gegeben habe.

Quelle: rpo