Kaninchendisko – Streng geheim

Unvergessliche Party in stillgelegtem Tunnel

Kaninchendisko – Streng geheim: Unvergessliche Party in stillgelegtem Tunnel Kaninchendisko – Streng geheim: Unvergessliche Party in stillgelegtem Tunnel Foto: TONIGHT.de/Harry Schaack

Es war einer dieser Abende, der für alle Beteiligten in langer Erinnerung bleiben wird. Denn es war mehr als nur eine illegale Underground-Party, in einer Party-Location, wo nie zuvor und wohl auch nie wieder eine Feier steigen wird: in einem stillgelegten Düsseldorfer Zug-Tunnel mitten in Flingern. Rund 100 Gäste wurden erwartet, es kamen jedoch mehr als 350, die vier Stunden lang feiern konnten, bis die Party von der Polizei aufgelöst wurde.

Einige werden sagen „Ach, gibt’s in Berlin doch ständig“ und der Vergleich machte auch am Samstagabend die Runde, doch Berlin ist Berlin und in Düsseldorf ist doch alles irgendwie anders und hat seinen eigenen Charme. Die meisten Feiernden waren schon über 30 Jahre alt und tanzten bereits ab 23 Uhr auf dem Schotter und über den stillgelegten Bahngleisen im Tunnel. Dabei wusste anfangs niemand, wo denn genau die Party steigen wird, wie viele Leuten kommen würden und ob es sich überhaupt lohnen würde, am Samstagabend auf solch eine Party zu gehen. Im Nachhinein wird sich wohl jeder freuen, der diese Ausgabe der „Kaninchendisko“ miterleben konnte und jeder ärgern, der sie verpasst hat. Bei Facebook wurde die Veranstaltung mittlerweile von privat auf öffentlich umgestellt, so dass alle die Kommentare lesen können.

Kaninchendisko - Streng Geheim! | Samstag, 28. Juli 2012 Kaninchendisko - Streng Geheim! // Sa 28.07.12 Geheim 90 Fotos

Und diese reichen von „ich bin noch immer überwältig und leicht geplättet dazu“, über „das war diiiiiiie party des jahres überhaupt. sensationelle location, ein spitzenpublikum und das kaninchenteam haben diesen abend zu einem unvergesslichen erlebnis gemacht.....leute, das war nen ganz dickes ding. wow, wow, wow......das wir so eine party in düsseldorf erleben durften. leider geil !!!“ bis hin zu „Heute mit nem grenzdebilen Grinsen wach geworden: Jungs, das war der Oberkracher!!!! Danke, danke, danke, danke, danke, danke, danke, danke, danke! ♥“ Wer also nicht dabei war, wird zu Recht neidisch…

Die Vorbereitung zu Kaninchendisko

Um nicht im Vorfeld oder am Abend selbst aufzufliegen, stellten die Veranstalter in ihrer Einladung über Facebook einige Regeln auf. So blieb die Location geheim. Alle erfuhren nur den Treffpunk: „Kommt einfach auf die Schirmerstraße/Einfahrt zum Les Halles, dort werdet ihr von Silvio in regelmäßigen Abständen abgeholt. Ihr erkennt ihn am schwarzen Hut und Groove-a-libre-Shirt. Seht bitte von Alleingängen ab, also nicht Location suchen, nicht Gruppen nachlaufen, niemanden per Telefon hin lotsen etc. Geht bitte NUR mit Silvio zur Location.“

Insgesamt gab es zehn Punkte zu beachten, wie „zieht festes Schuhwerk an. Ordentliche Sohle, also idealerweise nicht nur Chucks“ oder „verlasst die Location bitte möglichst nur, wenn ihr nicht mehr wiederkommen wollt“ und „wenn die Musik und das Licht plötzlich ausgehen, heißt es leise sein, Ruhe bewahren und Location nicht verlassen. In diesen Momenten besteht akute Entdeckungsgefahr. Alles wird wieder angestellt, sobald die Luft wieder rein ist.“ Allein die Einladung klang so spannend wie ein Thriller und spannend wurde es auch, wenn die Musik ab und an ausging. Anfangs noch zu Testzwecken. (UPDATE: Laut DJ/Veranstalter war auch das erste Mal kein Test, auch wenn es bei den Feiernden so rüberkam ;-) Dass dann fast alle ruhig waren und nach der kurzen Pause sofort wieder nahtlos weitergefeiert und getanzt wurde, war schon ein kleines Erlebnis für sich.

Hier eine ganz kurze Video-Sequenz, die die Stimmung gut widerspiegelt:

Es war eine Party mit vielen gut gelaunten, dauertanzenden Gästen, die sich fast alle an die Regeln gehalten haben und für einen unvergesslichen Abend sorgten. Leider haben es drei Gäste anscheinend nicht richtig verstanden und sorgten dafür, dass gegen 3.10 Uhr die Musik ausging und nicht wieder angestellt werden konnte. Sie waren nicht den „sicheren Weg“ gegangenen, sondern über die S-Bahn-Gleise geklettert und wurden dabei beobachtet. Die Polizei wurde alarmiert. Gegen 3.30 Uhr kamen die Beamten in den Tunnel und staunten nicht schlecht. Einer der Polizisten fragte sogar in die Runde "wann denn die nächste Party steigt, also um mal privat vorbei zu kommen" oder "privat finden wir sowas ja auch geil" und "Hammerlocation" war mehrfach zu hören. Schließlich verließen alle Gäste friedlich und gesittet die Veranstaltung. Zuvor gab's bei der Durchsage, dass die Party nun zu Ende sei, noch einmal von allen einen tosenden Applaus... Gänsehaut pur!

Statement der Veranstalter

Und auch das Veranstalter-Trio bestehend aus Oliver von Lin, Starskie, Chico und einigen Helfern hat sich nach der Entdeckung durch die Polizei „geoutet“ und zu Wort gemeldet. So schrieb uns Olli am Sonntag:

Eigentlich war es als kleine Underground-Bottle-Party für rund 100 Freunde gedacht. Doch dann kam alles anders. Es sprach sich wohl blitzschnell rum, was in diesem stillgelegten Bahntunnel abging. Schließlich fanden weit über 300 Feierhasen den ausgemachten Sammelpunkt. Die Stimmung war einfach MEGA. Es ging zu wie in einer Kaninchendisko. Der DJ bekam über Funk Bescheid, wenn die Gefahr bestand, aufzufliegen. Mehrmals musste blitzschnell die Musik ausgemacht werden und sich alle mucksmäuschenstill verhalten. Alle haben mitgespielt und hatten einen Riesenspaß. Das wäre auch noch lange gut gegangen, wenn denn nicht ein paar Gestalten über die nahe gelegenen Gleise der S-Bahn gelaufen wären. Das wurde wohl gemeldet. Die anrückende Polizei löste dann die Veranstaltung auf, weil nicht genehmigt, musste aber zugestehen, dass die Location und die Idee hier zu feiern mehr als abgefahren ist und alles vorbildlich organisiert war.

Insgesamt endete dann alles gut, die Beamten waren sehr freundlich, es kam keiner zu Schaden und Lärmbeschwerden gab es auch nicht. Düsseldorf muss wohl eine seiner legendärsten Partys erlebt haben. Eine Wiederholung wird es nicht geben, denn auch die Polizei wird die Veranstaltung wohl nicht so schnell vergessen.

Schade – vor allem für diejenigen, die diese Party und den unvergesslichen Abend verpasst haben. Wer jedoch ein paar der Feiernden und die Veranstalter wiedertreffen möchte, kann dies am 18. August bei der nächsten Kaninchendisko im KIT. Dieses Mal öffentlich und ganz legal!