Karneval

Achtung, "Wildpinkeln" kostet 35 Euro!

Karneval: Achtung, "Wildpinkeln" kostet 35 Euro! Karneval: Achtung, "Wildpinkeln" kostet 35 Euro! Foto: dapd
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Nicht nur an den Karnevals- und Schützenfesttagen werden Büsche oder Hauseingänge zu Toiletten umfunktioniert. Das muss nicht sein, betont die Stadt mit Blick auf öffentliche Toiletten. Wer erwischt wird, zahlt 35 Euro Strafe.

Ein paar Spiegelfliesen wären eine gute Idee. Angebracht an der Mauer hinter den Altglascontainern an der Bushaltestelle Alte Post, würde so manchem jener Menschen, die hier mal eben ihr Geschäft verrichten, womöglich in den Blick geraten, wie es für andere aussieht, was sie hier tun. "Wir haben schon überlegt, ob wir unser Ausstellungsprogramm dort aufhängen" erzählt Hans Ennen, Leiter der Alten Post, augenzwinkernd und schlägt vor: "Die Leute können gerne gegen Gebühr die Toiletten in der Alten Post benutzen".

Fast täglich ärgern er und seine Mitarbeiter sich, wenn mal wieder jemand hinter den Containern verschwindet, sich dort unbeobachtet glaubt und die Hose herunter lässt: "Es ist für unsere Schüler und Besucher eine Zumutung – der Anblick, aber auch der Geruch im Sommer, auf dem Weg zum Bus oder zum Auto," ärgert er sich."Sofern meine Mitarbeiter jemanden dabei erwischen, sprechen sie ihn an. Dann werden die Personalien aufgenommen und ein Verwarnungsgeld von 35 Euro wird fällig", erklärt Uwe Neumann, Abteilungsleiter des Neusser Ordnungsamtes. Mehrfachtäter seien seinen Leuten nicht bekannt, "aber natürlich führen wir auch keine Listen." Eher Zufall ist es, wenn jemand beim Urinieren angetroffen wird, denn zentral haben die Mitarbeiter vom kommunalen Servicedienst andere Dinge im Blick, etwa den Jugendschutz und die öffentliche Sicherheit.

Nicht nur ziemlich ekelhaft, vor allem auch völlig überflüssig ist das oft nur vermeintlich heimliche Urinieren hinter Büschen, Altglascontainern oder wo immer die Delinquenten sich unbeobachtet wähnen, aus Neumanns Sicht: "Es gibt überall in der Stadt öffentliche Toiletten. Und es gibt Schilder, die anzeigen, wo man sie findet", erläutert der Abteilungsleiter. "Besonders Mütter mit Kindern finden sehr viel Verständnis, wenn sie in Geschäften oder Gastronomiebetrieben die Toilette nutzen", sagt er. Auch für Kinder gilt nämlich grundsätzlich das "Wildpinkel"-Verbot.

Für die tollen Tage und die rund 60 000 erwarteten Besucher des Kappessonntagszuges ist jedenfalls schon umfassend vorgesorgt: "Es werden Dixie-Toiletten aufgestellt am Hamtor, am Markt, an der Oberstraße, der Schwannstraße und an vielen anderen Stellen. Dazu haben wir alle Gaststätten am Zugweg angeschrieben mit der Bitte, auch Nichtgästen den Zugang zu ihren Toiletten zu erlauben", sagt Neumann. "Grundsätzlich sind wir in Neuss bei allen Gelegenheiten auf die Frage gut vorbereitet und stellen beim Hansefest und anderen Publikumsmagneten Toilettenwagen auf."

Eigentlich müsste also niemand in Hauseingänge oder abgelegene Ecken urinieren. Und wen es nicht abschreckt, dass es verboten ist und möglicherweise 35 Euro kostet, der sollte daran denken, dass es in einer Stadt nirgendwo einen Winkel gibt, an dem man ungesehen bleibt. Ennen: "Wir haben auch schon überlegt, ob wir ein Fotoprojekt zum Thema machen."

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Quelle: NGZ