Karneval in der Altstadt

So funktioniert das Glasverbot

Karneval in der Altstadt: So funktioniert das Glasverbot Karneval in der Altstadt: So funktioniert das Glasverbot Foto: RP, Andreas Bretz
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Der Düsseldorfer Ordnungs- und Verkehrsausschuss hat am Mittwoch beschlossen, dass in der "heißen Phase" des Karnevals Flaschen und Gläser in der Altstadt verboten sein werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Der Straßenkarneval in Düsseldorf soll in dieser Session scherbenfrei bleiben. Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss hat gestern mit großer Mehrheit einem Konzept zum Glasflaschenverbot von Ordnungsdezernentin Helga Stulgies zugestimmt.

Was ist verboten?

Besucher der Altstadt dürfen keine Glasbehältnisse mitnehmen. In Kiosken und auf den Außenterrassen der Kneipen dürfen keine Getränke in Gläsern oder Flaschen ausgegeben werden.

Wo gilt das Verbot?

Im Kern der Altstadt. Die Grenzen des Gebiets bilden die Ratinger Straße, die Heinrich-Heine-Allee, das Rheinufer sowie die Flinger- beziehungsweise Hafenstraße.

Wann gilt das Verbot?

Zwischen Altweiberdonnerstag, 8 Uhr, und Freitag, 5 Uhr, sowie von Karnevalssonntag, 14 Uhr, bis Veilchendienstag, 5 Uhr.

Wie kontrolliert die Stadt das Verbot?

An den Grenzen des Verbotsgebiets gibt es 16 Kontrollposten, an denen Mitarbeiter des Ordnungs- und Servicedienstes (OSD) und von einer privaten Sicherheitsfirma stehen. Die Polizei unterstützt sie an einigen Punkten. An den Kontrollpunkten stehen einzelne Zäune, die die Grenze des Gebiets markieren. Die Zugänge sind also nicht komplett abgezäunt, an den Seiten können Besucher jederzeit ungehindert die Altstadt verlassen. An der Bolkerstraße wird es keine Grenze, aber Kontrollen geben. Außerdem sind Sicherheitskräfte in der Altstadt unterwegs, die Kioske und Außenterrassen überprüfen.

Was ist in Kiosken erlaubt?

Die Händler dürfen Dosen und Plastikflaschen verkaufen. Außerdem dürfen sie alkoholische Getränke (bis 15 Prozent Volumenalkohol) in Plastikbecher ausschenken, etwa aus Fässern gezapft.

Wie werden Verstöße geahndet?

Besucher, die mit Glasbehältnissen zu den Kontrollpunkten kommen, erhalten dort die Möglichkeit, die Getränke in Plastikbecher umzufüllen. Wer sich dem Verbot verweigert, dem drohen Zwangsgeld und Platzverweis. Händler und Wirte, die Glas ausgeben, erhalten zunächst einen Hinweis auf das Verbot, bei erneutem Verstoß können die Kontrolleure Bußgelder (bis zu mehreren tausend Euro) verhängen.

Was soll das Verbot bringen?

Die Zahl der Verletzungen durch Scherben soll deutlich zurückgehen. In den vergangenen Jahren waren zahlreiche Karnevals-Besucher in Scherben getreten oder gefallen. Einzelne nutzten Flaschen oder Gläser auch als Waffe.

Welche Erfahrungen gibt es mit solch einem Verbot?

Ein Verbot in dieser Form hat die Stadt Köln am 11. November umgesetzt. Vertreter des OSD haben sich die Arbeit dort angesehen. "Die Erfahrungen haben gezeigt, dass das Glasflaschenverbot den Feiernden sehr gut vermittelt wurde. Auch die nötigen Kontrollen wurden von den Besuchern insgesamt sehr positiv aufgenommen", sagte OSD-Leiter Holger Körber.

Wie informiert die Stadt Besucher über das Verbot?

Die Stadt plant, im Januar eine Informationskampagne zu starten, die mit dem Comitee Düsseldorfer Carneval und Wagenbauer Jacques Tilly entwickelt werden soll. Die Rheinbahn hat erklärt, an den Karnevalstagen am Hauptbahnhof und den Haltestellen in der Innenstadt über das Verbot zu informieren.

Kosten

Angelehnt an die Kölner Erfahrungen schätzt das Ordnungsdezernat die Kosten auf 50.000 bis 60.000 Euro. Diese Kosten entstehen durch den Einsatz eines privaten Sicherheitsunternehmens, für die Einlassstellen sowie den größeren Aufwand, um die sichergestellten Glasbehältnisse zu sammeln und zu entsorgen.

Quelle: rpo