CC kritisiert erhöhte Mieten

Kein Karneval in den Düsseldorfer Rheinterrassen?

CC kritisiert erhöhte Mieten: Kein Karneval in den Düsseldorfer Rheinterrassen? CC kritisiert erhöhte Mieten: Kein Karneval in den Düsseldorfer Rheinterrassen? Foto: Andreas Endermann
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Das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) wirft dem Catering-Unternehmen Stockheim vor, die Mietpreise für die Rheinterrasse zu heftig zu erhöhen – und droht, dort keine Veranstaltungen mehr durchzuführen. Stockheim weist die Kritik von sich.

Eskalation im Streit zwischen dem Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) und dem Düsseldorfer Familienunternehmen Stockheim: Per Pressemitteilung kündigte der Dachverein des Winterbrauchtums an, zukünftig keine Veranstaltungen mehr in der Rheinterrasse durchführen zu wollen – wenn die Mietpreise weiter steigen. Geschäftsführer Hans-Jürgen Tüllmann teilte außerdem mit, dass der Sponsoringvertrag zwischen CC und Stockheim gekündigt worden sei.

Schon seit vielen Jahren findet der Sitzungskarneval vieler Vereine in der 20er-Jahre-Location nördlich des Rheinparks Golzheim statt. Nach Auskunft beider Seiten bisher zu extrem günstigen Konditionen. Demnach zahlten beispielsweise die Karnevalsfreunde der katholischen Jugend (KakaJu) 2018 für den Radschlägersaal der Rheinterrasse 550 Euro Miete.

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„Das war natürlich viel zu gering“, gibt CC-Geschäftsführer Tüllmann zu. Laut Margret Stockheim, Stockheim-Geschäftsführerin, teilte ihre Firma dem CC mehrfach mit, dass die Rabatte so nicht weitergehen könne. „Wir sind schließlich ein Unternehmen, das Profit machen muss.“ Stockheim rechnet vor: „Von 2012 bis zum Sessionsende 2019 gewährte Stockheim den Vereinen 717.800 Euro Rabatt, im Durchschnitt machten wir pro Session 100.000 bis 150.000 Euro Verlust.“

Beide Seiten werfen einander vor, Gespräche im Sande verlaufen lassen zu haben. „Von Tüllmann ist nichts gekommen“, sagt Stockheim – hörbar verstimmt. Für Dienstag war eine gemeinsame Sitzung angesetzt. Dort erschienen aber nur wenige Karnevalisten. Tüllmann: „Wir haben entschieden, dass weitere Gespräche für uns keinen Sinn machen.“ Die Firma Stockheim teilt mit, man habe vorgeschlagen, den Vereinen für die Session 2019/20 noch einmal preislich entgegen zu kommen. Der Radschlägersaal zum Beispiel soll insgesamt 2095 Euro kosten – statt regulär 7300 Euro.

Nach Informationen des KaKaJu, der bisher mit Abstand die meisten Karnevalsveranstaltungen in der Rheinterrasse abhielt, sollen die Mietkosten inklusive Service und Steuern 2020/21 auf 7800 Euro steigen. Als erste Reaktion reduziert der Verein 2019/20 von vier auf drei Sitzungen. „Die Session darauf werden wir definitiv nicht mehr in der Rheinterrasse feiern können“, sagt Präsident Thomas Puppe. „Ich bin total enttäuscht. Erschreckend ist, dass Stockheim so den Sitzungskarneval generell infrage stellt.“

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Er kritisiert, dass Stockheim den Ausschank der Getränke schlecht organisiere. „Würde das Catering besser funktionieren, dann könnte Stockheim das fehlende Geld über den Service generieren.“ Diesen Vorwurf kann Margret Stockheim nicht verstehen: „Natürlich kann es punktuell zu Problemen kommen, aber wir bemühen uns wirklich und sind immer gesprächsbereit.“ Stockheim, gegründet 1948, hat schwierige Zeiten hinter sich: Von Mai 2017 bis April 2018 befand sich die Firma in einem Insolvenzverfahren. Nach einer Schrumpfkur bewirtschaftet Stockheim nun vor allem noch die Messe, das Congress-Center und die Rheinterrasse.

Das CC sieht auch die Stadt in der Pflicht. Sie verpachtet die Rheinterrasse an Stockheim – dem Vernehmen nach zu einem günstigen Preis, damit die Lokalität für das Brauchtum erschwinglich bleibt. „Wenn die Stadt nicht in die Diskussion einsteigt, wird die Situation schwierig bleiben“, sagt Hans-Jürgen Tüllmann.

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Quelle: RP