Konzert im Stahlwerk

17-Jährige sucht „junge Helden“

Konzert im Stahlwerk: 17-Jährige sucht „junge Helden“ Konzert im Stahlwerk: 17-Jährige sucht „junge Helden“ Foto: rpo
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Julia Felger hat ein Benefiz-Festival zum Thema Organspende organisiert. Am 18. April gibt es zehn Live-Acts im Stahlwerk, neben vielen Bands treten auch die DEG Silver Stars auf. Eine Reihe von Prominenten unterstützten die Schülerin des Rückert-Gymnasiums. Langsam geht es auf die Zielgerade: Der Organisations-Stress lässt nach, Anspannung und Vorfreude wachsen. Noch zwei Wochen, dann geht im Stahlwerk das Benefizkonzert „Junge Helden für die Zukunft“ über die Bühne. Organisiert hat es die 17-jährige Julia Felger aus der elften Klasse des Rückert-Gymnasiums. Acht Schüler- und Studentenbands, die DEG-Cheerleader und eine Breakdance-Combo hat sie dafür zusammengetrommelt. Das Ziel: Jugendliche für das Thema Organspende zu sensibilisieren.

„Die Idee kam mir Ende Dezember auf einer Zugfahrt nach Berlin, als ich mit befreundeten Musikern unterwegs war“, erzählt die Schülerin. Sie selbst ist einschlägig vorbelastet: Als sie sechs Jahre alt war, starb ihr Vater beinahe an einer seltenen Stoffwechselerkrankung, erhielt im letzten Moment doch noch eine Lebertransplantation - und muss sich bald einer zweiten unterziehen. „Das Konzert hat aber eigentlich nichts mit meinem Vater zu tun“, sagt Julia. „Ich mache das für die Teenager. Die meisten von uns haben keine Ahnung, wie wichtig Organspenden sind.“

Anfangs sei es schwer gewesen, Unterstützung und eine Location zu finden, Mitte Januar wandte sie sich per E-Mail an den Verein „Junge Helden“, der sich dafür stark macht, die Problematik unter Jugendlichen bekannter zu machen. Dessen Vorsitzende Claudia Kotter war „von so viel Engagement absolut begeistert“. Kotter weiß: „70Prozent der Deutschen haben sich ihre Meinung zu Organspenden gebildet, aber nur zwölf Prozent haben diese in einem Organspendeausweis dokumentiert. Und 12 000 Menschen sind auf der Warteliste für eine Spende.“ Doch es sei bereits sehr schwer, überhaupt auf die Liste zu gelangen.

Es geht um einen Mix aus Spaß und Information

Nachdem dieser erste organisatorische Schritt getan war, lief der Rest fast wie von selbst. Bands sagten zu, Stefan Prill vom Stahlwerk stellte die große Halle zur Verfügung, Oberbürgermeister Dirk Elbers übernahm die Schirmherrschaft. Zahlreiche Unternehmen wurden als Sponsoren gewonnen.

Der erhobene Zeigefinger - und auch die Werbung für Organspenden - soll am 18. April ab 18 Uhr aber nicht auf dem Plan stehen: „Es geht um einen Mix aus Spaß und Information“, sagt Julia, die, ebenso wie Jochen Steinke vom Stahlwerk, auf eine „proppenvolle“ Halle mit 2000 Besucher hofft. Der Eintritt ist, ebenso wie die Getränkepreise, klein gehalten, der Erlös geht an die „Jungen Helden“. Um die Jugendlichen ins Stahlwerk zu locken, hat Julia auch mehrere Promis mit ins Boot geholt: Die Viva-Moderatoren Klaas Heufer-Umlauf und Jan Köppen sowie Joachim „Joko“ Winterscheidt von MTV moderieren den Abend, auch Schauspielerin Jenny Ulrich („Elementarteilchen“, „Die Welle“) unterstützt die Aktion.

Die Bands sind allesamt Freunde und Bekannte von Julia Felger und decken verschiedenste Musikrichtungen von Ska über HipHop bis Heavy Metal ab. Die Breakdance-Gruppe „TNT Crew“ hat bereits diverse Titel geholt, einige der Tänzer unterrichten im Tanzhaus NRW. „Auch die Cheerleaderinnen der DEG mal aus der Nähe zu sehen ist ja nicht das Schlechteste“, sagt Julia lachend. Apropos DEG: „Die Silver Stars werden gut drauf sein, weil wir am Tag davor Deutscher Meister geworden sein werden“, glaubt DEG-Sprecher Frieder Feldmann, der die Pressearbeit übernommen hat.

Junge Helden im Stahlwerk (Ronsdorfer Str. 134) mit acht Bands (My Terror, Mental Movement, Cube Casino, Painwords, Supersigh Co., Mammut Almut, FIA) und TNT Crew & DEG Silver Stars, Samstag 18. April, ab 18 Uhr (Einlass ab 17 Uhr), Karten 6 Euro VVK, 9 Euro AK

Quelle: rpo