Krefelder Club

Königsburg - zu sexy?

Krefelder Club: Königsburg - zu sexy? Krefelder Club: Königsburg - zu sexy? Foto: rpo
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Krefelds größte Discothek lockt Besucher neuerdings mit viel Erotik. Die Partys heißen „Pornfriends“, „Heiß am Stiel“ oder „Sexperience“. Verbände und Parteien aus Krefeld sehen solche Partys kritisch.

Seit drei Jahren hat die Königsburg an der Königstraße in Krefeld wieder geöffnet. Einst war sie die angesagteste Discothek in NRW - jetzt ist sie auf dem besten Weg zurück dahin. Geschäftsführer Volko Herdick setzte allerdings in den vergangenen Wochen häufig auf Erotik- und sexy Partys. Mehr als tausend Gäste folgen diesem Ruf Abend für Abend. Was sie sehen, überschreitet oft die Grenze der Erotik. Porno-Darstellerinnen sind zu Gast, Sexspielzeug wird verschenkt, Männer können sich „Private Dances“ kaufen, bei denen sich die Stripperinnen auf den Schoß des Mannes setzen. Sogar Hardcore-Sexfilme sind jüngst zu sehen gewesen.

„Viele der Besucher finden das völlig normal“, sagt ein junger Krefelder, der häufiger Gast der Königsburg ist. „Unwürdig für Männer und Frauen“, sagt Christine Weinbörner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Sie kritisiert die Partys in der Königsburg und beobachtet eine „Pornographisierung der Gesellschaft“.

Dass die Discothek mit sexy Mottos wirbt, ist längst kein Einzelfall mehr. „Pornfriends“ heißt eine Partyreihe, bei der Besucher mit Sexspielzeugen beschenkt werden. Die „Hot Summer Night“ lockt junge Männer mit einem Wet-T-Shirt-Contest, bei dem sich Frauen in weißen Shirts Wasser über den Oberkörper laufen lassen. Einfach nur Ballermann-Ästhetik oder zu viel Sex?

Offiziell gewährt die Königsburg Besuchern erst ab 21 Jahren Eintritt - „wenn man den Ausweis vorzeigt, kommt man aber schon mit 18 Jahren rein. Die kontrollieren das nicht scharf“, sagt der junge Krefelder Disco-Gänger, der mit Rücksicht auf künftige Besuche lieber ungenannt bleiben möchte.

Nicht nur die Gleichstellungsbeauftragte sieht den Erotik-Boom in der Königsburg kritisch. Auch CDU-Ratsfrau Britta Oellers, sie sitzt im Schulausschuss, kann den Partys nicht viel abgewinnen: „Solche Partys in Krefeld sind alles andere als begrüßenswert.“ Und Elfriede Wallerath von der Krefelder Frauenberatungsstelle findet solche Partys „wenig geschmackvoll“.

Der Geschäftsführer der Königsburg, Volko Herwig, wehrt sich: „Hardcore-Videos werde ich in meiner Disco nicht dulden. Wir machen keine Sexshows.“ Die Monitore seien lediglich eine „Animationsgeschichte“. Und bei einer Party habe es Gummipuppen als Dekoration an der Wand gegeben. Falls in seiner Discothek erotische Veranstaltungen liefen, könnte dies allenfalls bei Fremdveranstaltern wie bei der „Ammer Model Night“ oder der „Coyote Ugly“-Party passiert sein. Den Eintritt gewähre seine Discothek bis auf Ausnahmefälle - „Newsletterabonnenten“ - lediglich Personen über 21 Jahren.

Quelle: rpo