Letzte Party im mk-2

Schwere Zeiten für Clubs?

Letzte Party im mk-2: Schwere Zeiten für Clubs? Letzte Party im mk-2: Schwere Zeiten für Clubs? Foto: Dennis Küchmeister
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Am Dienstag öffnete das mk-2 im Hafen zum letzten Mal seine Pforten für die beliebte Party-Reihe „10nach8 Club“. Nach sieben Jahren ist Schluss mit Feiern an der Kaistraße - im Mai eröffnet dort ein Fischrestaurant. Und damit ist das Düsseldorfer Nachtleben um einen weiteren Club ärmer.

Schon 2007 machten das Tor 3 und die Harpune dicht. Auch im La Rocca in der Innenstadt sieht es zurzeit düster aus: Anfang Februar fand dort vorerst die letzte Veranstaltung statt. Die Ursachen für das Clubsterben sind ganz unterschiedlich. Falsches Management, erfolglose Party-Konzepte, zu hohe Kosten, eine ungenügende Infrastruktur oder alles zusammen führen dazu, dass die Besucher wegbleiben - das Ende vom Anfang für jede Location.

So stand Kay Schlossmacher als Betriebsleiter fünf Jahre der Harpune vor. Das Motto „Weg vom Mainstream auf zu musikalischen Ufern“ lockte zahlreiche Gäste. Doch dann fielen die freien Parkplätze direkt vor der Haustür weg und die Besucherzahlen gingen zurück. Demgegenüber stand die hohe Miete - der Hafen-Club an der Speditionsstraße rechnete sich nicht mehr, im August 2007 kam das Aus. Seitdem ist Schlossmacher auf der Suche nach einer neuen Location für die Harpune.

Trotzdem beurteilt der Inhaber einer Event-Agentur die schweren Zeiten in der Party-Szene mit gemischten Gefühlen. „Natürlich ist es traurig, wenn Clubs schließen“, so Kay Schlossmacher. „Doch vielleicht gab es in Düsseldorf einfach zu viele Angebote, die sich derselben Zielgruppe bedienten.“ Dazu kommt die Konkurrenz aus den umliegenden Städten. „Man könnte auch sagen, dass sich das Nachtleben gesund geschrumpft hat.“

Jochen Hülder und seine Geschäftspartnerin Nadja Hummer vom mk-2 beurteilen die Lage ähnlich. Ihrer Meinung nach werden durch die Schließung an der Kaistraße bestehende Clubs wie etwa das in unmittelbarer Nachbarschaft liegende 3001 gestärkt. Außerdem geht’s für die Party-Reihe „10nach8 Club“ weiter. „Ab nächsten Monat wird dienstags immer an wechselnden Orten gefeiert“, erklärt Hülder.

Mit dem Fernsehturm steht die erste Lokalität am 4. März schon fest. Und so konnten die Gäste letzten Dienstag mit einem weinenden und einem lachenden Auge vom mk-2 Abschied nehmen.

Quelle: rpo