Mode in Düsseldorf

Das Zentrum der Showrooms

Mode in Düsseldorf: Das Zentrum der Showrooms Mode in Düsseldorf: Das Zentrum der Showrooms Foto: RP, Andreas Bretz
Von |

Rund um die Kaiserswerther Straße begann vor vielen Jahren der Trend, dass Modemarken in eigenen Räumen präsentiert werden. Trotz der neuen Standorte Hafen und Derendorf sind dort zu den Ordertagen rund um die Modemesse noch immer die meisten Facheinkäufer unterwegs.

Einmal durch die Toreinfahrt zwischen Bäckerei und einem mehrstöckigen Haus an der Kaiserswerther Straße, dann ist man in der Welt von "Gant". Eine weiß getünchte Holzhütte, umrahmt von Bambus und verwitterten Liegestühlen. "Wie Long Island im Winter", sagt Showroom-Chef Wolfgang Lohe. Drinnen wurden für die Präsentation der Kollektion für nächsten Winter knarzende Dielenböden verlegt, eine Lift-Gondel aufgebaut und opulente Kronleuchter unter die Decke gehängt.

Das Understatement gehört zum Geschäft. Hier gibt es karierte Sakkos mit ovalen Lederflicken an den Ellbogen, dunkelgrüne Strickwesten, karierte Hemden und reichlich Sportives. Was ein Prinz eben tragen würde, wenn er auf Landpartie geht. Bodenständig, doch edel, konservativ, aber das im besten Sinne. Vor allem konstant. Schließlich gibt es die amerikanische Modemarke seit 1949, wie Coen Duetz, Importeur für Deutschland betont. "Wir sagen, was wir tun, und wir tun, was wir sagen." Diese Beständigkeit habe "Gant" auch elegant und nahezu unbeschadet durch die Krise kommen lassen, so Duetz.

"Stärker als vergangene Male"

Die Facheinkäufer geben sich die Hüttenklinke quasi in die Hand. "Unsere Kunden ordern diesmal noch stärker als bei den vergangenen Malen", sagt Lohe. Weder das Schrumpfen der Modemesse noch die neuen Showroom-Standorte im Hafen und in Derendorf haben daran etwas geändert. An einen Umzug, wie andere Mode-Nachbarn, habe er nie gedacht. Die Kaiserswerther Straße sei nach wie vor das Zentrum der Showrooms.

Die zeigen reichlich Kreativität. So wie die Marke "Herzensangelegenheiten", die Teile der Kaschmir-Kollektion in einer mongolischen Jurte auf dem Bürgersteig präsentiert. "Die Jurte kommt super an, ist permanent gut besucht", sagt Ralph Werner. Alcidia Kramer, die Frau des Chefs, stimmt zu.

Präsenz in Düsseldorf Pflicht

Einige Dutzend Meter weiter präsentiert die Designerin Anja Gockel im Erdgeschoss eines klassischen Showroom-Hauses mit vielen anderen Marken ihre aktuelle Kollektion. Sie war einst das Nachwuchstalent der Düsseldorfer Modemesse, hat ihr aber inzwischen den Rücken gekehrt. "Es bringt mir nichts mehr, dort auszustellen", sagt Gockel. In Düsseldorf mit einem Showroom vertreten zu sein, sei für sie aber nach wie vor selbstverständlich. Wie viele andere kann auch sie bestätigen, dass Berlin mit der "Fashion Week" zwar wichtig sei, um sich zu präsentieren. "Die Geschäfte werden aber nach wie vor in Düsseldorf gemacht."

Auf der anderen Straßenseite strömen bei Hausnummer 119 Einkäufer zu den Showrooms von Steffen Schraut, Missoni und Baldessarini. Im ersten Stock der Nummer 117 sitzt die Modeagentur Meier & Rybinski, die Marken wie Jean Paul Gaultier, Sonia Rykiel und Vivienne Westwood führt. Auch hier wird fleißig geordert, alle Tische und Mitarbeiter sind besetzt. "Wir haben bisher jeden Tag mehr als gut zu tun", sagt Joern Meier. Was am meisten gefragt ist? "Die neue Kollektion von Gaultier ist der Hit."

Du bist bei Facebook? Dann werde hier Fan von TONIGHT.de!

Quelle: rpo