Modeblogger

Den Trends auf der Spur

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NRW: Das schreiben Modeblogger aus NRW NRW: Das schreiben Modeblogger aus NRW NRW: Das schreiben Modeblogger aus NRW NRW Das schreiben Modeblogger aus NRW 11 Fotos Modeblogger schreiben im Internet über das, was auf den großen Laufstegen zu sehen ist - und darüber, was Durchschnittsmenschen aus diesen Trends machen. Dabei sind sie manchmal völlig verzückt, manchmal unbarmherzig, aber immer nah dran an dem, was auf den Straßen getragen wird. Inzwischen haben selbst große Unternehmen die Macht der Blogs erkannt. Maximilian Hug weiß genau, was ihm gefällt - und was nicht. "Erwachsene Männer in bunten Regenjacken, die sich wie kleine Kinder anziehen. Und Langarm-T-Shirts unter Kurzarm-T-Shirts. Und zu große Anzüge. Das ist alles schlimm", sagt der 20-Jährige, der seit drei Jahren auf seiner Website mbloq.de über Mode und Kultur schreibt.

Max ist unter den Modebloggern ein Exot: Erstens ist er ein Mann, und zweitens schreibt er über Männermode - beides ist eher ungewöhnlich. Normalerweise geht es in Modeblogs um Kleidchen, Leggings und Highheels. Max schreibt über Anzüge, edle Leder-Geldbörsen und Turnschuhe. Im Moment ist er besonders begeistert von dem, was früher Strickjacke hieß und heute Cardigan genannt wird.

Der 20-jährige war dann auch der einzige Mann unter den rund 20 Modebloggern, die sich am Dienstag im NRW-Forum trafen. Einen Tag lang bloggten die jungen Modeexperten zu Themen rund um die Foto-Ausstellung "We love hair", die noch bis zum 8. November im NRW-Forum zu sehen ist. Dabei versuchen die Blogger unter anderem, das "Phänomen Blond" zu erklären, und beschäftigen sich mit den Haar-Trends für 2010. (Die Blog-Einträge finden Sie hier.)

Die bekannteste unter den Bloggerinnen: Daniela Send alias Anna Frost. Unter www.fashionpuppe.de schreibt die 23-Jährige seit mehr als zwei Jahren über Mode. Inzwischen hat ihr Blog jeden Tag rund 4500 Leser. Das bleibt auch den großen Unternehmen nicht verborgen: Immer mehr Firmen aus dem Mode- und Lifestylebereich entdecken die Blogger als Möglichkeit, ihre Produkte bekannt zu machen. Erst kürzlich reiste die Daniela auf Einladung eines Handyherstellers nach Mailand zur Vorstellung eines neuen Mobiltelefons.

Daniela zeigt in ihrem Blog regelmäßig Fotos ihrer eigenen Outfits - und muss dafür auch Kritik einstecken. Wer so viel von sich preisgibt, darf nicht empfindlich sein. "Man steht eben in der Öffentlichkeit und bietet Angriffsfläche", sagt die Modestudentin. "Und jeder kann anonym Kommentare hinterlassen. Auf der Straße würden mich die gleichen Leute wohl kaum ansprechen und sagen: Hey, deine Klamotten sind hässlich."

Auf solche Kritik müssen sich auch Lena Großmüller und Lisa Riehl einstellen. Die Freundinnen, beide 21 und Modejournalismus-Studentinnen, bloggen seit kurzem unter stilgefluester.blogspot.com und zeigen dabei auch viele Fotos von ihren eigenen Outfits.

Lena schwärmt derzeit für Sakkos mit betonten Schultern (Balmain-Schultern heißt das im Fachjargon). "So ein bisschen 80er-Jahre-Revival. Früher fand ich das ganz schrecklich. Aber neu interpretiert ist es toll", sagt die 21-Jährige. Ihr Lieblingsaccessoire bei Männern? "Nerdbrillen!". Das sind große, auffällige Brillengestelle, die früher niemand freiwillig getragen hätte. Erlaubt ist heute eben, was gefällt.

Quelle: rpo