Mönchengladbach

Studentenparty zu gefährlich

Mönchengladbach: Studentenparty zu gefährlich Mönchengladbach: Studentenparty zu gefährlich Foto: iStock
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Weil nach der Duisburger Loveparade-Katastrophe die Sicherheitsbedenken gestiegen sind, dürfen Studierende der Hochschule nicht mehr in der Mensa feiern. Eine Partygenehmigung ist kurzfristig zurückgezogen worden.

Seit Jahren feiern die Studenten in Mönchengladbach ihre große Semesterwillkommensparty in der Mensa der Hochschule Niederrhein. Nie hatte jemand etwas auszusetzen, und passiert ist auch nichts. Doch jetzt gibt es plötzlich Sicherheitsbedenken. Nach der Duisburger Loveparade-Katastrophe sind die Behörden offenbar vorsichtiger geworden. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB), Eigentümer der Hochschulgebäude, zog eine bereits erteilte Partygenehmigung kurzfristig zurück. "Bevor in der Mensa wieder gefeiert werden darf, muss erst ein neues Brandschutzkonzept erstellt werden", sagte gestern der Pressesprecher der Hochschule Niederrhein, Christian Sonntag. Nach dem Duisburger Unglück sei man sensibler geworden. Großveranstaltungen würden nicht mehr so leicht genehmigt, erklärt Sonntag. Und: "Uns als Hochschule sind in dieser Frage die Hände gebunden." Die Entscheidung habe der BLB gefällt.

"Alles war schon organisiert"

Für den Ausrichter der Party, den Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA), ist die Nachricht von der plötzlichen Absage enttäuschend. "Das Ärgerliche ist, dass schon alles organisiert war", sagt Katharina Strunk vom AStA-Vorstand. Technik, Security, Discjockey, Getränke – alles sei für die Feier am 21. Oktober mit 600 bis 700 Gästen bestellt und gebucht gewesen.

Doch trotz Krisensitzung mit der Feuerwehr, einem Sachverständigen für Brandschutz und dem Sicherheitsbeauftragten der Hochschule sei es nicht gelungen, das Genehmigungsverfahren doch noch durchzuboxen. "Wir mussten irgendwie das Beste daraus machen und haben kurzfristig ein Ausweichquartier gesucht", sagt Katharina Strunk. Nun wird die Willkommensparty im Mönchengladbacher Restaurant "La Bourgie im Spö" stattfinden – allerdings nur mit 300 Gästen statt mit 700, mehr passen nicht. "Das bedeutet für uns natürlich auch Einnahmeausfälle", sagt die Studentenvertreterin.

Die Hochschulleitung ist stark daran interessiert, dass möglichst bald ein neues Brandschutzkonzept erstellt wird. "Uns ist sehr daran gelegen, dass die Mensa in Zukunft weiter als Veranstaltungsraum für Partys genutzt wird", sagt Christian Sonntag. Deshalb finden zurzeit intensive Gespräche statt, in die auch der AStA mit eingebunden ist. "Für uns ist das eine ganz neue Thematik. Wer muss das Brandschutzgutachten beantragen? Wer muss es bezahlen? Und wie teuer kann das werden? All diese Fragen müssen erst einmal beantwortet werden", sagt Katharina Strunk. Der BLB hat der Hochschule laut Christian Sonntag bereits seine Unterstützung angeboten. Die Frage, wer die Kosten am Ende übernimmt, sei allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Einstimmiges Konzept

Sicherheitskonzept Bei Großveranstaltungen müssen alle für die Sicherheit zuständigen Behörden und der Veranstalter zusammen ein Sicherheitskonzept erarbeiten, in dem auch Zuständigkeiten festgelegt werden. Einsprüche Werden von einer Seite Bedenken geäußert, müssen Bezirksregierung oder Innenministerium eingeschaltet werden.

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Quelle: rpo