Düsseldorfer sorgen sich um Altstadt

Neue Erlebnis-Kneipe "Villa Wahnsinn"

Düsseldorfer sorgen sich um Altstadt: Neue Erlebnis-Kneipe "Villa Wahnsinn" Düsseldorfer sorgen sich um Altstadt: Neue Erlebnis-Kneipe "Villa Wahnsinn" Foto: ila
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Ende des Monats soll die neue Erlebnis-Kneipe "Villa Wahnsinn" an der Bolkerstraße eröffnen. Düsseldorfer drücken bereits ihren Unmut über die neue Touristen-Lokalität aus. Viele befürchten, dass die Altstadt immer mehr zur reinen Partymeile verkommt.

Die Bolkerstraße wird mehr denn je zum Anlaufpunkt für Partywütige – so empfinden das zumindest einige Düsseldorfer, die im sozialen Netzwerk "Facebook" über die Neueröffnung der "Villa Wahnsinn" diskutieren. Neben den bereits angesiedelten Erlebnis-Kneipen wie dem "Oberbayern", "Kuhstall" oder dem "Ballermann 6" soll eine neue Lokalität entstehen. Die "Villa Wahnsinn", die Ende des Monats an der Bolkerstraße 23 eröffnet, sorgt jedoch schon im Vorfeld für Kontroverse.

"Ich dachte abends, ich traue meinen Augen nicht, jetzt haben wir bald schon den sechsten Mallorca Partyschuppen auf der Bolkerstraße", teilt ein Nutzer auf einer Internetplattform mit. Damit meint er vermutlich die bereits bestehenden Erlebnis-Kneipen auf der Düsseldorfer Partymeile, Restaurants sind eher rückläufig.

Die Umbauarbeiten an der "Villa Wahnsinn" sind für Passanten der Bolkerstraße bereits von Außen zu sehen. Den Bauzaun vor der Hausnummer 23 zieren Stoffbanner mit frechen Sprüchen wie "Irrenanstalt, Betreten auf eigene Gefahr" oder "Zieh dir den Wahnsinn rein". Vormals war in den Räumlichkeiten das spanische Restaurant "Alegria" angesiedelt, dessen Inhaber Primo Lopez war. Der Großgastronom zieht sich jedoch wieder mehr in seine Schneider-Wibbel-Gasse zurück. "Die Bolkerstraße ist eine Partymeile geworden", erklärt der spanische Wirt. "Restaurants sind dort nicht mehr so gefragt", erklärt er das Schließen der Gaststätte.

Künftig wird also ein neuer Wirt das ehemalige "Alegria" pachten. Sein Konzept ist an Partys und Touristen orientiert. Lopez ist damit zufrieden.

Zwar weiß Spiegel-Wirt Peter Klinkhammer nicht, wie das neue Konzept fruchtet, doch er würde sich mehr Vielfalt auf der Bolkerstraße wünschen. "Jeder kann selbst entscheiden, was für ein Lokal er eröffnet, doch alle gehen in die gleiche Richtung" erklärt Klinkhammer. "Die Lokale müssen sich gegenseitig befruchten."

Annette Helmus, die mit ihrem Mann Willi das "Till's Eleven" an der Liefergasse betreibt, ist der Meinung, dass die Villa Wahnsinn auf die Bolkerstraße passe. "Warum nicht? Düsseldorf ist nun einmal eine Touristenstadt."

Helmus findet aber auch, dass man erst einmal abwarten sollte, wie sich die neue Kneipe in der Altstadt integriert. Doch betont die Wirtin auch, dass sie sich in ihrer Gaststätte vor allem um Düsseldorfer Stammgäste bemüht. "Wir sind eine Fortuna und eine DEG-Kneipe fern der Partymeile", sagt die Wirtin.

Düsseldorf: Neues Altstadtpflaster ist schon ganz schmutzig Düsseldorf: Neues Altstadtpflaster ist schon ganz schmutzig Düsseldorf: Neues Altstadtpflaster ist schon ganz schmutzig Düsseldorf Neues Altstadtpflaster ist schon ganz schmutzig 10 Fotos Betrachtet man die Kommentare auf Facebook, so bedrückt viele Düsseldorfer Feiernde im Internet, dass die Bolkerstraße immer mehr zur reinen Partymeile verkomme. Anders dagegen verhalte es sich beispielsweise mit der Ratinger Straße. "Die Bolkerstraße hält uns zumindest das Gröhlvolk von der Ratinger Straße fern", schreibt Gernot Schwarz auf Facebook. Und eine andere Nutzerin erklärt ihr Verständnis von Düsseldorf und dem Ausgehen so: "Der Düsseldorfer meidet die Bolkerstraße und die Altstadt (abgesehen von den Läden in der Schneider-Wibbel-Gasse) zum schicken und teuren Essen gehen", schreibt die Nutzerin. "Der Durchschnittstourist schaut sich nach billigen Restaurants um, und dem Sauftouristen reichen Pommes Rot-Weiß und Burgerrestaurants."

Leserforum

Was meint ihr: Ist die Sorge um die Bolkerstraße gerechtfertigt? Gibt es genügend Ausgehmöglichkeiten für ein unterschiedliches Publikum auf der Bolkerstraße?

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Quelle: RP