Neues Schild

Altstadt hat die Kreuzherrenecke wieder

Neues Schild: Altstadt hat die Kreuzherrenecke wieder Neues Schild: Altstadt hat die Kreuzherrenecke wieder Foto: Andreas Endermann
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Eine der bekanntesten, beliebtesten und urigsten Altstadtkneipen, gelegen an der Ecke Ratinger Straße/Ursulinengasse, hatte Jahrzehnte eine Ecke ab. Es fehlte nämlich seit 30 Jahren das so genannte Aussteckschild. Aber der Verlust reichte weiter. Nicht nur das Schild fehlte, sondern sogar der Name hatte eine Ecke ab, denn ihm fehlt der Buchstabe "e": Das Kreuzherreneck, wie es heute fast jeder nennt, hieß nämlich bei seiner Eröffnung 1954 eigentlich Kreuzherrenecke - aber seit gestern Nachmittag ist das wieder offiziell der Fall.

Das verkündete Stammgast Gregor Leber - ein Jurist von um die Ecke - mit fester Stimme bei seiner Rede. Wirt Matthias Althof wird jetzt, um in der Werbestadt Düsseldorf den richtigen Begriff zu verwenden, ein umfangreiches "Rebranding" starten, also die Urmarke konsequent durchsetzen. Auf den Stehtischen steht schon Kreuzherrenecke, und die Frankenheim-Brauerei hat bereits erfahren, was auf den neuen Markisen zu lesen sein muss.

kreuzherrenecke (image/jpeg) Das neue Schild. Schon dieses Zurück-zu-den-Wurzeln ist eine dolle Sache, aber noch doller ist der Zusammenhalt der Gästeschar. Die Kreuzherrenecke war von jeher eine legendäre Künstlerkneipe, wobei Lebenskünstler mit Blick auf Betreiber und Kundschaft durchaus inbegriffen waren und sind. Wenn also heute jemand meint, früher war alles besser und es gibt ohnehin nur noch Egoisten, der wird an der Ratinger Straße eines Besseren belehrt.

Dort hat nämlich Addi Hansen, bei den Jonges Baas des Tisches Retematäng, vor eineinhalb Jahren mit Charly Böcker bei einem Glas Bier ein Projekt entwickelt. Diese Bierlaunen sind bei den beiden gefährlich, denn daraus resultiert oft viel Arbeit - so haben sie unter anderem ein Buch verfasst (natürlich über die Ratinger Straße). Diesmal ging es um das künstlerisch gestaltete Werbeensemble an der Ecke der Kreuzherreneck(e).

Davon war nur noch ein Teil der Hand übrig, aus der Schnaps in ein Pinnchen fließt, darunter zwei Schilder, eines beleuchtet. Und dann hieß es Hurra, denn nachdem das Vorhaben die Runde gemacht hatte, spendeten rund 40 Gäste gut 1500 Euro. Das hätte normalerweise nie ausgereicht, aber weil auch viele Eigenleistung einbrachten, gibt es das Aussteckschild nun wieder in neu - und vielleicht sogar noch schöner als früher, was mit Bier und Jazz-Musik von Peter Rübsam und Friends gefeiert wurde.

Die goldene Ritterfaust, einst von Künstler Herbert Zangs gestaltet, arbeitete Klaus "Richy" Heinze auf, Mitarbeiter von Imi Knoebel steuerten die Vergoldung bei (natürlich gratis), den Kastenpfeil mit Beleuchtung baute Charly Böcker, die Ausschnitte der Buchstaben übernahm die Firma Hero/Gitterroste. Das Teamwork komplettierte Norbert Knuth, der das unten hängende Emailleschild zum Selbstkostenpreis anfertigte. Eine schöne Geschichte also, auf die mindestens einen Nachmittag angestoßen wurde.

Quelle: RP