Neues Wörterbuch zur Szenesprache

Von "Latte-Macchiato-Mamas" und "Dadsters"

Neuer Duden: Szenesprache von "aufbitchen" bis "twittern" Neuer Duden Szenesprache von "aufbitchen" bis "twittern" 1 Foto Wer als echter "Chickmagnet" auf einer Party bei den Frauen Eindruck schinden will, muss sich schon mächtig ins Zeug legen. Wenn aber bloß "Patienten", also schräge Typen, unterwegs sind oder vor lauter "Pärchenterror" nichts als "Augenkrebs" droht, hilft nur noch eine hochprozentige "Discoschorle" (Wodka mit "Red Bull"). Nichts verstanden? Macht nichts, denn es gibt eine Übersetzungshilfe: das "Neue Wörterbuch der Szenesprachen". Nach dem Debüt im Jahr 2000 haben die Dudenredaktion und das Hamburger Trendbüro den "Pageturner" (spannendes Buch) kurz vor dem Start der Frankfurter Buchmesse neu herausgebracht.

Bei der Sammlung für den "Szenesprachen-Duden" haben sich die Herausgeber als echte "Geeks" (Experten) erwiesen und aufs Internet gesetzt. Auf dem Portal szenesprachenwiki.de konnten User seit März mit Vorschlägen und Kommentaren direkten Einfluss auf das Entstehen des Buches nehmen. Anschließend wurde eine Auswahl getroffen. "Das zentrale Auswahlkriterium war, dass die Wörter einerseits tatsächlich verwendet und verbreitet sind, andrerseits aber noch nicht in traditionellen Wörterbüchern verzeichnet sind", heißt es von beiden Projektpartnern zur Erklärung.

Aufgemacht ist das 204 Seiten starke Buch wie ein klassisches Nachschlagewerk, in dem Wörter und Begriffe mit kurzen Texten unterhaltsam beschrieben und erklärt werden. Dabei enthält der "Szenesprachen-Duden" nicht nur Begriffe aus der Jugendsprache, sondern stellt in sechs alphabetisch geordneten Kapiteln Wortschöpfungen aus verschiedenen Szenen, Communitys und Lebenswelten dar.

"pwnen" oder "adden" - nichts für "Noobs"

So dürften Verben wie "pwnen" oder "adden" zwar für eingefleischte Computerfreaks kalter Kaffee sein. Echte "Noobs" (Neueinsteiger) erfahren hingegen, dass "pwnen" im Gamerbereich das Besiegen eines Gegners bezeichnet und im echten Leben als freudiger Ausruf bei einem persönlichen Triumph über jemand anderen verwendet wird. Schon etwas verbreiteter dürfte "adden" sein, mit dem versierte User das Hinzufügen von Kontakten zum eigenen Profil in elektronischen Netzwerken oder Chats bezeichnen.

Auch für Freunde des derben Ausdrucks hält das Nachschlagwerk einiges parat: Von jemandem als "Spacko" bezeichnet zu werden, darf man seinem Gegenüber durchaus ziemlich übel nehmen. Denn im Klartext meint es nichts weniger als Idiot.

"Ein Stück spannender Gegenwartskultur"

Außerdem spricht man im Zeitalter des Internets nicht von einem Idioten, sondern vielmehr von einem "E-Dioten". Apropos Internet: Schon längst Einzug in den Sprachgebrauch hat wohl das Verb "twittern" für die Benutzung des gleichnamigen Kurzmitteilungsdienstes gefunden.

Das Buch versteht sich nicht als abgeschlossenes Werk zum Thema: "Sprache lebt und ist ständig im Fluss. So bietet das 'Neue Wörterbuch der Szenesprachen' selbstverständlich nur eine Momentaufnahme, ein Stück spannender Gegenwartskultur", betonen Dudenredaktion und Trendbüro. Und daher bleibt das Szenesprachen-Portal weiter online. Dort finden User auch weitere Vorschläge, die es nicht in diese Ausgabe geschafft haben.

Quelle: rpo