Open Source-Festival im Strandbad Lörick

Der Freibad-DJ

Open Source-Festival im Strandbad Lörick: Der Freibad-DJ Open Source-Festival im Strandbad Lörick: Der Freibad-DJ Foto: RP (Andreas Bretz)
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Düsseldorf (RP). Erstmals läuft im Löricker Freibad das Open Source-Festival. Zu dem Fest der elektronischen Musik kommen Fans und DJs aus ganz Europa. Mit dabei: DJ Orson. Der Düsseldorfer bringt einen Trend aus London: Dubstep.

„Wenn ich auflege, will ich die Leute überraschen.“ DJ Orson weiß, was er will. Und was er nicht will. Dazu gehört, Musik nach dem allgemeinen Zeitgeist zu machen. Stattdessen legt er Platten auf, die ihm selbst gefallen und mixt Stile, die sich völlig fremd sind, miteinander, bis ein neuer Sound herauskommt. „Musik machen ist Experimentieren“, sagt Orson.

Am Samstag, 19. August, bekommt er die Chance, sich vor einem großen Publikum zu präsentieren: Dann startet das Open Source-Festival im Löricker Freibad. Im richtigen Leben ist Orson Sieverding Kunststudent an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Abends und am Wochenende jedoch gibt er in kleinen, exquisiten Clubs den Ton an: Regelmäßig legt der 25-Jährige in Clubs auf - in Düsseldorf, London und Berlin. Aus London mitgebracht hat er nun eine neue Musikrichtung, die in Großbritannien derzeit von der Musikbranche viel Beachtung findet: Dupstep. Der Sound hat seine Wurzeln im Twostep und Garage und erinnert an chilligen Reggae. Gebrochener als Techno, oft rein instrumental, dabei minimalistischer als House. „In London wächst die Dupstep-Szene momentan stark“, sagt DJ Orson.

Kennen gelernt hat der Düsseldorfer moderne elektronische Musik in einem kleinen legendären Club in der Altstadt. Das Unique galt in den 90er Jahren als Trendsetzer für Underground-Musikrichtungen wie Jungle und Funk. Dort begegnete Orson erstmals dem Team von Phonehaeds.

1996 ging er dann mit der Gruppe zusammen ins Studio. Seitdem legt er regelmäßig auf, unter anderem in der Düsseldorfer Künstlerbar Salon des Amateurs.

Orson bevorzugt Vinyl

Sein bevorzugter Musikstil - Dubstep - gilt noch als Geheimtipp: Weltweit erreichen die Platten selten eine Auflage von mehr als 500 Exemplaren. Auf CDs greift der DJ ungern zurück: „Die meisten guten Tracks sind ausschließlich auf Vinyl zu bekommen“, sagt Orson. Darum kauft er seine Musik in Plattenläden in Berlin und London. Schließlich hat die Bedeutung Berlins für elektronische Musik zugenommen - trotz des Sterbens der Loveparade.

Dass ausgerechnet Düsseldorf als Standort für das Festival ausgewählt wurde, ist kein Zufall: „In der Stadt gibt es viele Macher elektronischer Musik“, sagt Philip Maiburg, der das Festival mit organisiert. Mehr als 50 Künstler werden die Musikliebhaber darum Mitte August auf dem Festival erwarten - mit einer großen Bandbreite an Musik. An den Turntables stehen nicht nur die Gruppe Mouse on Mars, sondern auch die englische Popgruppe Zoot Woman hat sich angesagt. Als Geheimtipp gelten zudem Rhythm and Sound aus Berlin, die vom Jamaikaner Tikiman unterstützt werden. Sie spielen Reggae mit elektronischen Hilfsmitteln.

2500 Besucher werden erwartet

„Das Festival wird kein Rave am Rhein“, sagt Maiburg. Um im Freibad auflegen zu können, mussten zuvor einige Hürden überwunden werden: „Wir haben Hörproben zur Prüfung an die Bädergesellschaft geschickt“, erinnert sich Maiburg.

Rund 2500 Besucher erwarten die Organisatoren zum Festival auf dem Freibadgelände, wenn auch der Sprung ins Wasser nicht im Preis enthalten ist. Wer will, kann trotzdem Badesachen mitbringen - und nebenan ins Becken springen. Das ist nur durch einen Zaun vom Festivalgelände getrennt.

Open-Source-Festival im Freibad Lörick, Samstag 19. August ab 14 Uhr, Eintritt 17 Euro (Tageskarte 14-22 Uhr) und 22 Euro (Tag- und Nachtticket)

Quelle: rpo