Parteien sind sich einig

Neues Pflaster für die Altstadt

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Wenn die Tiefbauarbeiten am Kanalnetz demnächst beendet sind, soll eine Reihe von Straßen der Altstadt neu gepflastert werden. Quer durch alle Parteien ist man sich einig: Die Steine müssen zum denkmalgeschützten Viertel passen und sollen sorgfältig ausgewählt werden.

Als das Thema Altstadt-Pflasterung jetzt auf der Tagesordnung des Kulturausschusses stand, brachte es Ausschussvorsitzender Friedrich Conzen (CDU) auf den Punkt: „Wenn wir die Altstadt neu pflastern, ist das nicht irgendeine Straße.“ Durch eine Anfrage der Grünen- Ratsfrau Clara Deilmann kam das Thema in diesen Ausschuss, der u.a. auch für Denkmalschutz zuständig ist. Schnell wurde den Kommunalpolitikern klar, dass es offenbar in den zuständigen Behörden bereits konkrete Pläne gibt, wie man die nach vielen Monaten wie Flickwerk aussehenden Altstadtstraßen wieder in Form bringen könnte.

Kulturausschuss will mitsprechen

Aber welches Pflaster die Fachleute verlegen wollen, weiß wohl außerhalb der Amtsstuben keiner. Dass Anfang Juni eine Ausstellung im Rathaus geplant sei, in der man verschiedene Muster präsentieren wolle, gar eine Bürgerbeteiligung anstrebe, wurde ebenfalls nicht als wirklich zufriedenstellende Lösung der Frage angesehen. Am Ende war die Einigkeit quer durch alle Parteien groß: Wenn die Altstadt einen neuen Straßenbelag bekommt, will der Kulturausschuss mitsprechen. Und man will sorgfältig überlegen und auswählen, bevor man eine Entscheidung fällt.

Vorsitzender Conzen will daher verlangen, dass man nicht nur Steine oder Muster vorgelegt bekommt, sondern dass an geeigneter Stelle ein mehrere Quadratmeter großes Stück vorbereitet wird, auf dem man die neuen Steine in großer Fläche zu sehen bekommt. Fest steht auch, dass man das Pflaster nicht immer jeweils zu den Häusern passend auswählen kann - zu verschieden seien die Gebäudetypen, manche noch jung, andere 300 Jahre alt, hieß es.

Sicher ist auch, dass weder Burgplatz noch Marktplatz neu gepflastert werden müssen: Die dort liegenden Steine alten Zuschnitts und Muster sind unversehrt und passen zum Charakter der benachbarten Bebauung. Erneuert werden sollen die Straßen, in denen durch die Kanalbauarbeiten Löcher entstanden sind. Und wenn man schon dabei ist, will man nicht nur den Bereich dieser Baugruben erneuern, sondern jeweils die gesamten Straßen. Einigkeit bestand auch darin, dass der derzeit in einigen Teilen der Altstadt liegende rote (und bei Regen äußerst rutschige) Belag erstens nicht mehr gut aussieht und zweitens zu gefährlich, also zu erneuern ist.

Auch darauf wollen die Politiker achten: Die Bauarbeiten für die Verschönerung der Straßen sollen auf jeden Fall in die späten Herbst- oder Wintertage verlegt werden, wenn weniger Menschen durch die Straßen flanieren. Außerdem will man durch die erneuten großflächigen Bauarbeiten den Wirten nicht das Terrassengeschäft verderben. Wann man mit der optischen Auffrischung startet, ist noch offen. Im Juni soll entschieden werden, welches Pflaster man nimmt. Danach kann man noch im Laufe des Jahres beginnen. Baudezernent Gregor Bonin bestätigte Freitag, dass man bereits Anfang Juni mehrere Muster vorlegen werden. Außerdem habe man eine Demo-Fläche, wie vom Kulturausschuss vorgeschlagen, geplant. Bonin: "Dann muss man entscheiden, was wir uns leisten können und wollen."

Info: Als Pflaster (v. lat. (em)plastrum) wird ein Belag für Verkehrsflächen im Straßen- und Wegebau und seltener für Fußböden in Gebäuden bezeichnet. Schon aus dem Altertum sind gepflasterte Innenräume, Straßen und Plätze von Babyloniern, Ägyptern und besonders aus dem Römischen Reich bekannt.

Quelle: rpo