Poetry-Slam-Meisterschaften

Drei Tage Schlacht um Worte

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Poetry-Slam-Meisterschaften: Wortakrobaten und Grammatik-Dompteure Poetry-Slam-Meisterschaften: Wortakrobaten und Grammatik-Dompteure Poetry-Slam-Meisterschaften: Wortakrobaten und Grammatik-Dompteure Poetry-Slam-Meisterschaften Wortakrobaten und Grammatik-Dompteure 6 Fotos Sie können auf der Bühne alles geben, ihren Text hauchen, säuseln oder schreien – am Ende entscheidet das Publikum. 250 Poeten messen sich ab dem 29. Oktober bei den Deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften miteinander. Die Rheinische Post präsentiert das Festival der Bühnenliteratur. Mit "Mein Freund der Bademantel" hat er sich gerade beim NRW-Poetry-Slam gegen 50 Kontrahenten durchgesetzt. In sechs Minuten Vorlesezeit erzählt die skurrile Geschichte, wie der 43-jährige Torsten Sträter von den Drogen zum Schreiben kam. Ob sie tatsächlich autobiografisch ist, verriet der Dortmunder nicht. Dafür aber, was es für einen erfahrenen "Slammer" wie ihn bedeutet, an einer deutschsprachigen Meisterschaft teilzunehmen und welche Faktoren dabei für den Sieg entscheidend sind.

Torsten Sträter gab im Zakk einen Vorgeschmack darauf, was die Besucher der "Slam2009" vom 29. bis 31. Oktober erwartet: Wortsport, eine rasante Darbietung zeitgenössischer, selbstgeschriebener Literatur. "Aber keine Angst, es gibt auch ernstere Themen", betonte Markim Pause, der mit Pamela Granderath die deutschsprachigen Meisterschaften moderieren wird. Ein breites Spektrum biete das größte Festival für Bühnenliteratur in Europa. Rund 250 Poeten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein werden sich drei Tage lang in der Schlacht um Worte messen.

Die Austragungsorte für die Einzel- und Teamwettbewerbe sind abwechselnd das Zakk an der Fichtenstraße und das Düsseldorfer Schauspielhaus am Gustaf-Gründgens-Platz. Zudem gibt es einen eigenen Wettbewerb für Jugendliche unter 20. Auf rund 50 Stunden Bühnenliteratur kommt Granderath, wenn sie alle Poetry Slams zusammenrechnet, erwartet werden mehrere Tausend Zuschauer. Die Stadt Düsseldorf schickt mit Nico Semsrott, Jonas Jahn und Stella Volkenand gleich drei Slammer ins Rennen.

Alle, die beim Festival antreten, haben sich zuvor in ihren Städten qualifiziert. Jeder hat für seinen Text sechs Minuten Zeit, dann entscheidet die Publikumsjury über Ausscheiden oder Weiterkommen. Nach 18 Vorrunden, Halbfinals und Finals stehen dann die Champions in den drei Kategorien fest.

An allen drei Tagen gibt es ein Rahmenprogramm. So treten sich am Samstag beim Fußballspiel die Autoren-Nationalmannschaft ("Autonama") und die – eigens dafür gegründete – Auswahl der Slam-Teilnehmer, "FK Inter Slam 09", im Paul Janes Stadion gegenüber. Im Anschluss findet eine Lesung der Autoren statt, Regisseur Sönke Wortmann soll diese moderieren. Eine Party im Zakk oder im Schauspielhaus bildet den Abschluss jedes Tages (Einzelheiten im Info).

Für das Einzelfinale konnten die Veranstalter Tracy Splinter als Opener gewinnen. Sie ist die einzige Frau, die sich bislang den Titel im Deutschsprachigen Poetry-Slam (1999) erkämpft hat. Dieses Mal lockt eine Reise nach Chicago als erster Preis im Einzelwettbewerb. Dort geht es zu den Geburtsstätten des Poetry-Slams – vielleicht sogar mit dem Erfinder der Wortschlacht, Marc Kelly Smith, als Führer.

Quelle: rpo