Polizei überprüft Rheingold-Club

Großrazzia gegen Partydrogen

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Düsseldorf: Razzia im Rheingold Düsseldorf: Razzia im Rheingold Düsseldorf: Razzia im Rheingold Düsseldorf Razzia im Rheingold 20 Fotos In einer Diskothek am Hauptbahnhof hat die Polizei in der Nacht zum Samstag mehr als 400 Gramm synthetischer Drogen sichergestellt. 234 Gäste wurden überprüft, bislang 16 Strafverfahren eingeleitet. Ziel der Aktion: die Düsseldorfer Clubs für Dealer unattraktiver zu machen.

Am Tag nach der Großrazzia entschuldigte sich der Rheingold-Club im Internet bei seinen Gästen "für die Vorfälle am Freitagabend". Am Samstag werde die dreitägige Technoparty fortgesetzt, die in der Nacht von mehr als 200 Polizisten unterbrochen worden war.

Seit Jahren hat der Club am Hauptbahnhof, der auch mal Poisonclub (Giftclub) hieß, den Ruf, Treffpunkt nicht nur für Fans elektronischer Musik, sondern auch für Drogenhändler und -konsumenten zu sein. Seit einigen Monaten aber seien im Umfeld der Diskothek immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene aufgegriffen worden, die unter Einfluss vor allem synthetischer Drogen standen. "Neben der alltäglichen Arbeit unserer Drogenfahnder wollen wir mit diesem Einsatz klarmachen, dass Düsseldorfer Diskotheken kein rechtsfreier Raum sind", sagte Polizeisprecher Markus Niesczery.

Es sind vor allem die Techno-Partys, die auch eine bestimmte Drogenszene anziehen. Amphetamine, Ecstasy und Aufputschmittel sind da gefragt, wo nächtelang durchgetanzt werden soll. Dass die Veranstaltungen im Rheingold, das seine Räume unterschiedlichen Gastgebern tageweise vermietet, bei den Händlern zurzeit besonders hoch im Kurs stehen, hatten die Ermittlungen ziviler Polizisten in den vergangenen Monaten bestätigt. Ihre Erkenntnisse über den "ungenierten Umgang mit Drogen in dem Club" waren Grundlage für die seit langem vorbereitete Groß-Razzia.

Die hatte die Polizei für die Geburtstagsparty des Veranstaltungsmagazins "Partysan" geplant, weil zu der dreitägigen Party bis zu 1000 Gäste im Rheingold erwartet wurden. Knapp vier Stunden nach Beginn der Veranstaltung waren es dann aber nur etwa 400 Gäste, deren Feierlaune um 2 Uhr am Samstagmorgen endete. Eine Einsatzhundertschaft der Polizei schaltete Musik aus, Licht an und sorgte dafür, dass die bereits zuvor von zivilen Fahndern ausgemachten Verdächtigen nicht verschwinden konnten. Vielen gelang es aber zumindest, ihren Stoff noch wegzuwerfen. Der Boden im Club war binnen Minuten mit Drogen bedeckt.

Potenzielle Dealer und Drogenkäufer brachte die Polizei einzeln erst zur Kasse des Veranstalters, dann vor der Tür in Zelte, wo sie durchsucht und ihre Personalien festgestellt wurden. Bis 6.45 Uhr dauerte die Überprüfung von 234 Männern und Frauen, die sich in den Bereichen aufgehalten hatten, in denen die Zivilfahnder die meisten Dealer-Aktivitäten beobachtet hatten. Auf die Kontrolle der übrigen Gäste, die seit mehr als vier Stunden warteten, verzichtete die Polizei, die bis dahin 200 Ecstasy-Tabletten und mehr als 200 Gramm Amphetamine sowie geringe Mengen Haschisch sichergestellt hatte.

13 mutmaßliche Drogenhändler wurden vorläufig festgenommen, die Durchsuchung einiger Wohnungen wurde veranlasst und 16 Strafverfahren wegen Drogenbesitzes und -handels eingeleitet. Die Post vom Staatsanwalt wird die Verdächtigen zu Hause erreichen, alle wurden wegen mangelnder Haftgründe am Samstag auf freien Fuß gesetzt. Der Veranstalter wollte sich nicht zur Razzia und deren Ergebnis äußern, verkündete aber auf seiner Internetseite: "Die Partyszene lässt sich nicht abschrecken."

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Quelle: rpo