Remmidemmi im Stahlwerk

Partystimmung mit Deichkind

Remmidemmi im Stahlwerk: Partystimmung mit Deichkind Remmidemmi im Stahlwerk: Partystimmung mit Deichkind Foto: Deichkind

In ihrer von DJ Phono erdachten Bühnenwelt spielen bei Deichkind nicht nur Kostüme, sondern auch zerfetzte Kopfkissen, Knicklichter, Schlauchboote, Trampoline, Konfettiregen und die legendären Zitze eine große Rolle. Am kommenden Mittwoch sorgen Ferris MC und Co. für Partystimmung und „Remmidemmi“ im Stahlwerk.

Die Hamburg-Bergedorfer Kollegen Philipp und Malte gründeten Deichkind 1997. Kurze Zeit später stießen Buddy Inflagranti und der im Hintergrund agierende Soundexperte Sebi zu der Band. Mit DJ Phono an den Platten wurde die Combo schließlich vollständig und widmete sich von Beginn an dem Hip-Hop im unklassischen Sinn. Ironisch-prollige Texte und eine für das Genre eher untypische musikalische Experimentierfreude grenzten sie gegenüber der Hamburger HipHop-Szene ab - machten es aber für Deichkind schwer sich zu etablieren.

Den großen Durchbruch erzielten die Hamburger im Jahr 2000 mit dem Ohrwurm „Bon Voyage“, wo die Rapperin Nina für den Refrain zuständig war. Das dazugehörige Debutalbum „Bitte ziehen sie durch“ verkaufte sich über 200.000 Mal und stieg in die deutschen Top-Ten ein.

Zwei Jahre später folgte mit „Noch 5 Minuten Mutti“ das nächste Album, auf dem die Deichkinder all ihre Facetten präsentierten und selbst dem Country-Geiger Lucious von Truckstop eine Plattform gaben. Mit der Single „Limit“ gingen sie den ersten Schritt in Richtung Elektro.

2005 meldeten sie sich mit einem glamourös-durchgeknallten Auftritt bei Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“ zurück. Ihr Wettbewerbssong „Electric Super Dance Band“ wird von dem Publikum anscheinend nicht verstanden und so landen sie nur auf Platz 14. Doch die silbernen Bühnenoutfits, vergisst niemand wieder so schnell vergessen.

Das dazugehörige Album „Aufstand im Schlaraffenland“ erscheint nach langer Brutzeit im Mai 2006 und markiert einen einschneidenden Wendepunkt: Gründungsmitglied Malte hat die Band mittlerweile verlassen und der Schritt vom Hip-Hop zum Tech-Rap ist vollzogen.

„Remmidemmi“, einer der Schlaraffenland-Hits hält sich inzwischen seit zwei Jahren in den Single-Charts. Ohne Video-Rotationen, Chart Power und Plakatwände. Auf den Konzerten von tausenden begeisterten Fans mitgesungen, hat er sich zu einem Selbstläufer entwickelt.

Ein weiterer Personalwechsel wurde vor kurzem vollzogen: Buddy Inflagranti ist aus- und der Bassist Porky Codex sowie der Hamburger Ferris MC eingestiegen. Nach seiner Rap-Karriere wandelte Ferris MC als Elektro-Spuren – legte unter anderem auch auf der Blue Parade 2006 auf.

Spätestens nachdem Deichkind auf dem Melt Festival 2006 nicht nur die Bühne verwüstet hatten, sondern einfach auch das ganze Festivalpublikum auf diese baten, bekommen ihre Konzerte und die dazugehörigen youtube-Mitschnitte Kultstatus. Auch die „Bierdusche“ ist mittlerweile legendär.

Deichkind im Stahlwerk am Mittwoch, den 3. Dezember, ab 20 Uhr, Eintritt im VVK 18 Euro zzgl. Gebühren. Tickets gibt es in den Geschäften von CTS/Eventim oder unter 01805-570000 (0,14 Euro/Min. aus dem dt. Festnetz).

Quelle: rpo