Stadt lässt Club schließen

Sofortiges Aus für das "Foyer"

Stadt lässt Club schließen: Sofortiges Aus für das "Foyer" Stadt lässt Club schließen: Sofortiges Aus für das "Foyer" Foto: Veranstalter
Von |

Zähneknirschend müssen wir euch so kurz vorm Wochenende leider noch eine traurige Nachricht überbringen: Das Foyer am Worringerplatz muss schließen – und das ab sofort. Nicht mal die Chance, eine Abschlussparty zu feiern, bekommt Betreiber Daniel Fritschi. Im Interview mit uns sprach er enttäuscht über die unverständlichen Beweggründe der Stadt Düsseldorf – aber zum Glück auch schon über neue Pläne.

Neue Brandschutzauflagen lassen im Foyer das Licht ausgehen

daniel fritschi (image/jpeg) Für Daniel Fritschi war das Foyer ein Herzens-Projekt, er will sich nach dem überraschenden Ende aber zum Glück nicht aus der Düsseldorfer Clublandschaft zurückziehen. Bums. Für viele wie aus dem Nichts kommend wurde das Ende des "Foyer" heute offiziell verkündet. Genauso erschreckend wie für alle Fans des besonderen und undergroundigen Clubs war die Entscheidung auch für Betreiber Daniel Fritschi – und das, obwohl er schon seit Januar auf eine Genehmigung vom Bauaufsichtsamt der Stadt wartete: "Es waren zu viele Mitarbeiter im Amt krank, daher die Verzögerung. Nach einer gemeinsamen Begehung einigte man sich dann auf Sofortmaßnahmen, die den weiteren Betrieb möglich machen sollten. Nach deren Umsetzung wurde entgegen der Vereinbarung doch ein sofortiges Veranstaltungsverbot ausgesprochen."

Brandschutzauflagen für 800 Gäste, Genehmigung aber nur für 200 Besucher

Verwunderlich stimmt der Hintergrund der verstärkten Brandschutzauflagen: Als temporärer Club laufend galt für das Foyer eine Personenbeschränkung für 200 Gäste. Doch die Stadt bezieht sich auf die Regelung "pro Quadratmeter zwei Personen" und kommt somit auf über 800 Personen, die sich theoretisch auf den 400 Quadratmetern des Foyers aufhalten können. Und demnach werden Brandschutzauflagen für 800 Personen gefordert. Unverständlich, denn: "Trotz der super teuren Umbaumaßnahmen – wir sprechen hier von etwa 100.000 Euro – hätte ich danach wieder nur eine Genehmigung für 200 Personen bekommen", äußert sich Fritschi enttäuscht.

Bewegungsapparat  | Freitag, 11. Mai 2012 Bewegungsapparat  | Freitag, 11. Mai 2012 Bewegungsapparat  | Freitag, 11. Mai 2012 Bewegungsapparat // Fr 11.05.12 Foyer 84 Fotos Disco Bohème | Freitag, 22. Februar 2013 Disco Bohème | Freitag, 22. Februar 2013 Disco Bohème | Freitag, 22. Februar 2013 Disco Bohème // Fr 22.02.13 Foyer 67 Fotos 1. Düsseldorfer Clubnacht | Mittwoch, 16. Mai 2012 1. Düsseldorfer Clubnacht | Mittwoch, 16. Mai 2012 1. Düsseldorfer Clubnacht | Mittwoch, 16. Mai 2012 1. Düsseldorfer Clubnacht // Mi 16.05.12 Foyer 86 Fotos

Diese hohe Investitionssumme mit 200 Gästen wieder einzufahren, sei schlichtweg unmöglich und so werden in diesen Momenten schon alle Materialien im Akkord aus dem Foyer geholt. Dabei lief es nach zwei einhalb Jahren Dauereinsatz gerade richtig gut: "Ich hab wirklich alles für den Laden gegeben, mich richtig reingehängt und fast alles selbst gebaut - obwohl ich nur einen monatlichen Mietvetrag hatte. Jetzt aus dem vollen Lauf heraus ausgeknockt zu werden, ist natürlich eine finanzielle Katastrophe. Denn alle gebuchten Artists für April müssen trotzdem bezahlt werden."

Aufgrund der sofortigen Verfügung wird das Foyer daher leider, leider weder bei der 2. Düsseldorfer Clubnacht noch bei der Nacht der Museen wie geplant teilnehmen können.

Neue Pläne für Düsseldorfs Subkultur

daniel fritschi (image/jpeg) Wir drücken Daniel Fritschi die Daumen für sein neues Projekt und sagen Danke für so viel Engagement für die Düsseldorfer Clubszene! Trotz aller Enttäuschung über das abrupte Ende seines Herzensprojektes will sich Daniel Fritschi aber nicht aus Düsseldorfs Subkultur zurückziehen – er hat schon ein neues Projekt ins Auge gefasst. Wenn alles gut geht und er sein "absolut perfektes Wunschobjekt" bekommt, dürfen wir uns in absehbarer Zukunft auf tolle neue Partys in Flingern freuen.

Dass die Stadt nicht ebenso viel Motivation wie Daniel Fritschi in Düsseldorfs Subkultur steckt, versteht wohl niemand. Denn obwohl andere Städte wie Berlin oder Hamburg bewiesen haben, dass man "runtergerockte" Stadtviertel mit kreativen und temporären Ideen schnell wieder rehabilitieren kann (siehe beispielsweise auch Düsseldorf-Flingern), wird es den engagierten Kreativen immer wieder schwer gemacht.