Umsatzeinbrüche

Schadowstraßen-Händler verzweifeln an Baustellen

Umsatzeinbrüche: Schadowstraßen-Händler verzweifeln an Baustellen Umsatzeinbrüche: Schadowstraßen-Händler verzweifeln an Baustellen Foto: RP/Endermann
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Die Nerven bei einigen Händlern an der Schadowstraße und Umgebung liegen blank. Karin Bornemeyer, Inhaberin des Wäsche-Geschäftes, hat sich jetzt mit einem Brief an die Stadtverwaltung gewandt, in dem sie aufs Schärfste die Baustellen-Situation kritisiert. "Die Stadt Düsseldorf scheint sich auf die Fahnen geschrieben zu haben", heißt es in dem Schreiben an die Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement Andrea Blome – und weiter in Anführungszeichen: "Die Einkaufsmeile Schadowstraße muss doch kaputt zu kriegen sein."

Ein Grund für die verbitterten Worte ist der Baustellenzaun entlang der südlichen Straßenseite, der neuerdings über eine Strecke von rund 100 Metern mit Reklametafeln für den Eurovision Song Contest verkleidet ist. "Von der gegenüberliegenden Straßenseite sieht es so aus, als seien die Geschäfte mit Brettern vernagelt und geschlossen", ärgert sich Bornemeyer. Die Passanten-Frequenz sei seitdem deutlich zurückgegangen.

Eine noch längere Flaute spüren die Geschäftsleute an dem kurzen Teilstück der Berliner Allee, das die Schadowstraße schneidet. Dort verdeckt eine Baustelle die Läden. "Uns ist die Laufkundschaft vollständig weggebrochen", sagt Renate Eisenbarth, Inhaberin des gleichnamigen Juweliergeschäftes. Inzwischen kämen nur noch Stammkunden und solche, die ihren Schmuck zur Reparatur bringen. "Ich arbeite im Moment 90 Stunden pro Woche, um halbwegs die Verluste zu kompensieren", sagt Eisenbarth.

"Verwaltung zu weit weg"

Sie kritisiert: "Die Stadt ist mit ihren Entscheidungen sehr weit weg von den Händlern und der Bevölkerung." Vor den Baumaßnahmen hätte sie sich eine Abstimmung mit den Verantwortlichen gewünscht. Lobende Worte findet sie hingegen für die Mitarbeiter der zuständigen Bauunternehmen, die seit Wochen vor ihrem Geschäft am Untergrund arbeiten. "Sie haben alles getan, um für uns und die Kunden die Bauarbeiten so erträglich wie möglich zu gestalten."

Andere Händler haben sich hingegen längst mit dem Umstand abgefunden. "Wir alle haben Umsatzeinbrüche im zweistelligen Prozentbereich zu beklagen", sagt ein Geschäftsinhaber, der nicht genannt werden möchte. "Aber im Rahmen der Möglichkeit ist uns die Stadt Düsseldorf bisher in vielen Punkten entgegen gekommen." Und manch einer freut sich jetzt schon auf den Augenblick, wenn Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie fertig sind. "Das wird hier eine 1a-Lage sein", glaubt Michael Gelen, Filialleiter des Schuhgeschäftes Ara an der Berliner Allee.

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Quelle: RP