Veranstalter will Aufnahmen veröffentlichen

Loveparade-Überwachungsvideos sollen ins Netz

Der Veranstalter der Loveparade in Duisburg, bei der 21 Menschen ums Leben gekommen sind, will die Überwachungsvideos des Unglücks ins Internet stellen. "Jeder soll sich selbst ein Bild von den Abläufen machen können", sagte Loveparade-Frontmann Rainer Schaller.

Dies berichtete das Nachrichtenmagazin "Spiegel"am Samstag vorab. Das Material der insgesamt sieben Überwachungskameras hat demnach eine Länge von 22 Stunden.

Schaller, der auch Gründer der Discount-Fitnesskette McFit ist, will mit den Videos ein Fehlverhalten der Polizei dokumentieren. Sie hätte drei Sperrketten gebildet, als sich am Nachmittag im westlichen und östlichen Teil des Veranstaltungsgeländes die Menschen stauten. Zwei Ketten seien in den Tunnels und eine auf dem unteren Teil der Zugangsrampe gebildet worden. Diese Ketten seien "vermutlich die Ursache der Katastrophe gewesen", sagte Schaller. Ohne die Sperrketten würden "die Menschen heute noch leben", fügte er hinzu.

Der Inspekteur der NRW-Polizei, Dieter Wehe, wies die erneuten Vorwürfe Schallers zurück. „Seine Aussagen werden nicht besser, nur weil er sie wiederholt. Der Veranstalter hat die Polizei um Hilfe gebeten, weil sein Sicherheitskonzept zusammen gebrochen war. Er hatte zugesagt, die Eingangsschleusen zu schließen. Das ist nicht geschehen“, sagte Wehe.

Wie das Magazin weiter berichtete, wird Schaller bei der nächsten Sitzung des Innenausschusses des nordrhein-westfälischen Landtags zu der Katastrophe, nicht persönlich erscheinen. Er werde Vertreter seiner Veranstalter-Firma Lopavent zu dem Termin am 2. September schicken, sagte Schaller.

Während der Loveparade am 24. Juli war am überfüllten Zugangstunnel zum Duisburger Veranstaltungsgelände eine Massenpanik ausgebrochen. 21 Menschen starben, mehr als 500 wurden verletzt.

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Quelle: rpo