Verbot aufgeweicht

Wieder mehr Rauch in Kneipen

Verbot aufgeweicht: Wieder mehr Rauch in Kneipen Verbot aufgeweicht: Wieder mehr Rauch in Kneipen Foto: RP, Werner Gabriel
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Die strengen Regeln des Nichtraucherschutzes in Gaststätten werden aufgeweicht, befürchten Gäste. Wirte und Ordnungsamt sehen dagegen Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten.

Die schöne rauchfreie Gastrowelt mit reiner Luft beim Essen und Trinken hat es schwer, sich zu behaupten. Knapp zwei Jahre nach dem Einführen des Rauchverbots in Gaststätten registrieren Nichtraucher mit Sorge, dass der Rauch der Glimmstängel mehr und mehr in die Gaststätten zurückkehrt, obwohl die Nikotinschwaden ungesund sind, wie gerade am heutigen Nichtrauchertag wieder betont wird.

Zwei Beispiele für die Sorge der Nichtraucher: Ein kleiner Teil der Schwemme im "Goldenen Kessel" an der Bolkerstraße ist Raucherzone geworden. Und im Restaurant "Miss Moneypenny" in Bilk wird nach 23 Uhr, nach Schließen der Küche, ein Teil der Räume zum Raucherclub erklärt.

"Wir kommen damit dem Wunsch der Gäste entgegen", erklärt Dino Korati von Miss Moneypenny. Denn viele wollten am späten Abend nach dem Essen in gemütlicher Runde auch eine Zigarette rauchen können. "Sie würden in andere Lokale gehen, wenn wir den Raucherclub nicht einrichten würden", so Korati.

Auch die Raucherzone an der Schwemme im Goldenen Kessel ist auf Wunsch von Gästen entstanden. "Raucher wünschten sich einen zusätzlichen Platz an der Schwemme", berichtet Inhaberin Gertrud Schnitzler-Ungermann, Chefin der Brauerei Schumacher. Die Jägerstube als Raucherzimmer im hinteren Bereich des Goldenen Kessels komme nicht bei jedem an. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass Raucher in andere Lokale abwandern, wenn es ihnen zu unwirtlich wird.

Gesetzt bietet Spielraum

Wenig Probleme sieht dagegen Isa Fiedler, Wirtin des "Knoten" und Sprecherin der Altstadtwirte. Die gesetzlichen Möglichkeiten, in Gaststätten Angebote sowohl für Nichtraucher als auch für Raucher zu machen, würden in Düsseldorf genutzt. "Jeder Wirt hat den Spielraum des Gesetzes genutzt, das Angebot auf die Gäste abzustimmen", erklärt sie. So gebe es reine Nichtraucher-Restaurants, Gaststätten mit besonderen Raucherzimmern ebenso wie die gesetzlich erlaubte kleine, unter 75 Quadratmeter große reine Raucherkneipe oder bei größeren Lokalen Raucherclubs. "Für jeden Gast ist etwas dabei, und die Wirte kommen mit den Besucherzahlen gut über die Runden", glaubt sie.

Beschwerden von Nichtrauchern über Verstöße gegen die Bestimmungen "sind mit ein bis zwei pro Monat vergleichsweise gering", berichtet Ordnungsamtsleiter Michael Zimmermann. Es sei auch schwierig, im Nachhinein Verstöße nachzuweisen. "Aber alles in allem gibt es in Düsseldorf kaum Auseinandersetzungen wegen des Rauchens in Lokalen ", sagt er. Die Wirte könnten sich offensichtlich auf die Wünsche ihrer Gäste einstellen.

Aber das ist nicht immer einfach, weiß Schnitzler-Ungermann aus ihrer Erfahrung. "Es gibt nach wie vor das Lager der Nichtraucher und das der Raucher, und der Wirt steht dann stets zwischen den Fronten", meint sie. Er müsse versuchen, mal die Wünsche der einen, mal der anderen zu berücksichtigen. Deshalb seien immer neue Kompromisse nötig.

Quelle: rpo