Zwischen Top-DJs und Techno-Jüngern

Loveparade in Essen – und ich war dabei

Zwischen Top-DJs und Techno-Jüngern: Loveparade in Essen – und ich war dabei Zwischen Top-DJs und Techno-Jüngern: Loveparade in Essen – und ich war dabei Foto: rpo, Denise Breidbach
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Größtes Event der Welt, Top-DJs ohne Ende, Tausende von Ravern – für die Loveparade gibt es zahlreiche Superlativen. Was für ein Glück, dass sie dieses Jahr praktisch gleich um die Ecke gefeiert wird: Essen, Kulturhauptstadt 2010 und Pott-Metropole, ist an diesem Wochenende das Ziel zahlreicher Feierfreudiger – und mir.

Für das Großereignis bin ich bestens ausgerüstet: Zwei Flaschen Wasser, Ohrstöpsel, eine Digikamera und eine Sonnenbrille machen meine Ausstattung komplett. Per Bahn geht’s nach Essen. Beim Stehplatz inklusive: ein kostenloses Trillerpfeifen-Konzert und jede Menge „modischer“ Impressionen.

Um kurz nach 12 Uhr erreichen wir den Hauptbahnhof. Hier sind schon viele Raver unterwegs – doch ich hatte es mir heftiger vorgestellt. Bei schönstem Wetter ziehen wir mit dem Strom durch die Essener Innenstadt Richtung Viehofer Platz – mein Ziel ist der Presse-Counter. Die wenigen Läden, die geöffnet haben, sind entweder leer oder verkaufen Döner, Brötchen, Cola und Bier. Kein Wunder, dass Imbissbuden und Bäckereien heute Rekordumsätze machen.

Vorbei an zahlreichen Spontan-Partys erreiche ich endlich den Media-Point. Schon ein paar Minuten später halte ich neben Infomappe einen Presse-Button in der Hand – meine theoretische Eintrittskarte für die Paradewagen, die so genannten Floats. Praktisch bedeutet das: Darauf hoffen, dass ich jetzt einen der 29 Floatmanager überzeuge, mich auf den Wagen zu lassen.

Ich habe Glück: Der Tribehouse-Float mit der Nummer 27 wird mein Place to be für die nächsten Stunden. Bis zum Start des Umzugs ist es noch etwas hin, also halte ich Ausschau nach Motiven. Ein Foto mit den DJs Andry Nalin und Gregor Wagner? Kein Problem. Auch am Mischpult darf ich drehen – denn noch ist der Strom aus. Auf dem Wagen von Tribehouse-Chef Erik und seiner Crew wird es jetzt immer voller: Freunde des Hauses, stylische Clubber und Promotion-Teams entern den Float.

Kurz nach 14 Uhr geht’s schließlich los – mit einem heftigen Ruck setzt sich der Wagen in Bewegung. Die Hymne der Loveparade „Love Is Everywhere“ wummert aus den Boxen. Um mich herum grölen die Leute, strecken die Arme in den Himmel – und ich mache begeistert mit. Was für ein herrliches Gefühl, im Schneckentempo durch die Essener City zu fahren und sich von den Massen feiern zu lassen!

Keine Frage, heute sind wir alle eine große Familie. Ob jung, ob alt, Männlein oder Weiblein – wir haben Mega-Spaß. Reihum werden Getränke geholt: Wasser, Wodka-Red Bull oder Jägermeister stehen hoch im Kurs. Die Sonne knallt, der DJ dreht auf und die Stimmung steigt.

Da macht es auch nichts, dass der Wagen immer mal wieder eine halbe Stunde nicht von der Stelle kommt. Im Gegenteil: Jetzt haben wir – die Loveparade Family von Wagen 27– den besten Blick auf die anderen Floats und können die Zuschauer mit Wasser bespritzen.

Ziel des Umzugs ist der Berliner Platz mit der großen Abschlusskundgebung –den wir mit einiger Verspätung auch erreichen. Hier stockt mir dann endgültig der Atem: Raver, so weit das Auge reicht, eine gigantischen Bühne – und ich mittendrin. Wer Platzangst hat, ist hier falsch. Ich kann mir jedoch nichts Schöneres vorstellen, als nach sechs durchtanzten Stunden auf dem Float in Mitten dieser Massen weiterzufeiern.

Loco Dice, Fedde Le Grand und zum krönenden Abschluss: Loveparade-Urgestein WestBam – sehen kann ich die Acts nur auf den riesigen Monitoren. Ich bin einfach zu weit weg. Doch wie heißt es so schön: Dabei sein ist alles. Und eines weiß ich jetzt schon: Dortmund 2008 – ich komme!

Quelle: rpo