Willkommen in der "Next Gen"

Videospiele 2014

Willkommen in der "Next Gen": Videospiele 2014 Willkommen in der "Next Gen": Videospiele 2014
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Ein neues Jahr voller Möglichkeiten, eine neue Konsolengeneration, neue Vertriebswege, Digitalisierung, Retro-Spiele, Wiederverwertung von Spielmechaniken, Markenrecycling, neue Steuerungskonzepte, der Neubeginn der Virtual Reality, geradewegs vom Holo-Deck in unser Wohnzimmer. Viele schlaue Zusammenfassungen der Situation beginnen mit "Die Branche ist im Umbruch", dabei ist von einem wirklichen "Bruch" nur wenig zu spüren.

Anstelle dessen pulsiert die Branche ihr grelles, pixeliges Leben in jede Richtung, sie dehnt sich aus und wächst mit jedem Tag. Da können selbst Schreckensmeldungen wie die miesen Verkaufszahlen der Wii U von Nintendo, oder das massenweise Sterben von Entwicklerstudios nichts dran ändern: Alle Pfeile zeigen weiterhin nach oben, zum Himmel, zum Horizont.

Retro ist lebendig wie schon lange nicht mehr, ein Paradox an sich: Junge Gamer finden wieder Gefallen an Pixeln und Geschichtsstunden. Ja, so war das damals, als Super Nintendo, Master System und Atari die Welt beherrschten. Mittlerweile sind die meisten von uns damaligen Nerds erwachsene Spieler mit eigenen Familien, eigenen Kindern und einer gewissen Verantwortung dieses Kulturgut zu bewahren. Was erstaunlich gut funktioniert, wenn man einen Blick auf aktuell Indie-Produktionen wirft, welche den Pixel-Look für sich neu entdeckt haben und mit jedem Tag wieder neu zum Leben erwecken. Wir befinden uns in einer Welt, in der Minecraft mit Call of Duty: Ghosts gemütlich koexistieren kann, ohne dass man dem Indie-Hit schlechte Grafik attestieren müsste.

Nebenbei macht sich ein neues Phänomen breit, welches eigentlich gar keines ist und von vielen Spielern mißverstanden wird: Spiele-Knappheit. Der Clou an der Sache: die Entwicklung von "großen" Videospielen (im Stil eines Call of Duty, eines GTA oder Final Fantasy) frisst immer mehr Zeit, benötigt immer mehr Manpower, größere Entwicklerstudios, mehr Zeit. Das hat längere Wartezeiten zufolge, Wartezeiten die mit Trailern und medialer Berichterstattung im schnelllebigen Internet teils ENDLOS erscheinen.

Genau diese - zugegeben recht kurze "Durstphase" haben wir nun, Anfang 2014, erreicht. Die Wii U wird schon länger von ihr geplagt und zeigt, was passieren kann, wenn Dritthersteller einer Konsole den Rücken kehren. Mit Nintendo als einzigem Produzenten in der Lieferpflicht können viele Fans nur noch mit den Köpfen schütteln, wenn über ein ganzes Jahr kaum mehr als 6 bis 7 große Spiele erscheinen - übrigens meist dieselben Fans, welche keinen dieser Titel auch nur in Ansätzen durchspielen.