Kultur im Ruhrgebiet

Extraschicht begeistert Tausende

Kultur im Ruhrgebiet: Extraschicht begeistert Tausende Kultur im Ruhrgebiet: Extraschicht begeistert Tausende Foto: Christoph Reichwein
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Das Kulturfestival lockte am Wochenende Tausende an die alten Stätten der Industriekultur im Ruhrgebiet. Im Landschaftspark war die Veranstaltung besonders international.

Spezialitäten aus Bali, Musik aus der Türkei und eine Musik- und Tanzperformance, die Leonardo Da Vincis Werke mit moderner Industriekultur verbinden möchte. Das Programm der diesjährigen Extraschicht im Landschaftspark mag vieles gewesen sein, langweilig und gewöhnlich war es mit Sicherheit nicht. Mehr als zwanzig verschiedene Programmpunkte boten sich den Besuchern auf den gut 180 Hektar des ehemaligen Hüttenwerks. Gekrönt wurde das Ganze von einem spektakulären Höhenfeuerwerk, das den alten Hochofen in ein Lichtermeer tauchte.

Internationales Streetfood und coole Musik

Eingerahmt von einem Streetfoodfestival mit Speisen aus den unterschiedlichsten Ländern, sowie vielen weiteren Möglichkeiten, sich zu verpflegen, genossen die Aussteller, Musiker und Künstler sichtlich den regen Zulauf an diesem sommerlichen Samstagabend. Auf den zahlreichen Livebühnen präsentierten sich neben Lokalen Musikgrößen wie „Trionova“ oder das „C. Terbonssen Trio“ auch internationale Musiker wie der niederländische Rockmusiker Sven Hammond mit seiner Band oder die türkische Folk-, Funk- und Rockgruppe „Altin Gün & Band.“

Besonders letztere führten die Zuhörer mit ihrer Interpretation von türkischer Volksmusik, gepaart mit modernen schnellen Rhythmen in eine völlig neuemusikalische Welt. Dass dabei nicht jeder auf den Geschmack kommen kann, ist selbstverständlich. Allerdings fiel es schwer, bei der Kombination aus der – jedes Mal aufs Neue faszinierenden – Kulisse des Landschaftsparks, dem fantastischen Wetter, den vielen begeisterten Besuchern und den mit Leidenschaft vortragenden Künstlern nicht wenigstens ein bisschen Gefallen an den teils außergewöhnlichen Darbietungen zu finden.

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Das gilt ebenso für die die Tanzperfomance der Gruppe „Codex Atlanticus.“ Ihre Darbietung in der Gebläsehalle kombinierte Skizzen und Zeichnungen Leonardo Da Vincis mit Tanz und Musik, die an die Tage der Industrialisierung erinnern sollten. Die manchmal Ohrenbetäubenden Klangteppiche waren mit Sicherheit nichts für schwache Nerven und auch die tänzerische Darbietung mag für das ungeübte Auge eher befremdlich gewirkt haben, doch selbst Kulturbanausen kamen nicht umhin, sich bei einigen der Szenen das Klirren von Stahl und das rhythmische Krachen von schweren Maschinen bildlich und aktustisch vorszustellen.

Weitaus gesellschaftskritischer ging es bei der Installation des Künstlerkollektivs „pluspolstadt“ zu. Mit der Frage „Was sind die Kraftzentralen der heutigen und zukünftigen Arbeitswelt?“ bezog sich die Gruppe nicht nur auf die Kraftzentrale selbst, in der sie sich vorstellte, sondern auch mit modernen Trends und Zwängen wie körperlicher Optimierung und digitalen Zwängen.

Das ganz große Oh und Ah konnten die Besucher allerdings nach der Dämmerung vernehmen. Denn der alte Hochofen 5 wurde mit einem aufwendigen musikalischen Feuerwerk in Feuer und Rauch gehüllt. Den Schlusspunkt setzte das Feuerwerk allerdings nicht. Bis spät in die Nacht sollten die Aufführungen und Installationen noch geöffnet sein.

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Quelle: RP