Die wichtigsten Neuerscheinungen

Assoziieren statt Rezensieren

Die wichtigsten Neuerscheinungen: Assoziieren statt Rezensieren Die wichtigsten Neuerscheinungen: Assoziieren statt Rezensieren Foto: Label
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Am heutigen Freitag erscheinen mal wieder viel zu viele Alben. Die wichtigsten unter ihnen haben wir in sieben Kategorien gegeneinander antreten lassen.

Adam Cohen – We Go Home

Keine Rezension über den kanadischen Singer-Songwriter Adam Cohen, ohne dass man den Namen des Vaters erwähnt. Er ist der Sohn von Songwriter-Legende Leonard Cohen. Und man würde dreist lügen, wenn man behauptete, dass Adam sich bei Vater nicht das Handwerk abgeschaut hat.

Wenn dieses Album...

eine Stadt wäre… wäre es die Heimatstadt des Vaters Leonard – Montreal hat eine vitale Musikszene, sagt man.

ein Tier wäre… dann der treue Köter, der dich auch im Regen nie alleine Gassi gehen lässt.

ein Promi wäre… pardon Adam: er hieße Papa Leonard.

ein Familienmitglied wäre… wäre es erwachsen.

ein Pizzabelag wäre… schmeckte er bittersüß.

ein anderes Album wäre… hieße es: „Leonard Cohen sings songs as his own son“.

eine Schulnote wäre… sagten wir „gut“ .

Adam Cohen - We Go Home rp+ (image/jpeg)

Laing – Wechselt die Beleuchtung

Das Berliner Damenquartett Laing veröffentlicht mit „Wechselt die Beleuchtung“ das zweite Album, nachdem die Single „Morgens immer müde“ des Debütalbums „Paradies Naiv“ in die Top 10 der deutschen Charts kletterte. Wir hören: Schlager mit Beat, Schmonzette als Lied.

Wenn dieses Album...

eine Stadt wäre… wäre es Berlin Mitte.

ein Tier wäre… wäre es eine eine weibliche, ledige, junge Siamkatze.

ein Promi wäre… wäre es Trude Herr (deren Song „Ich will keine Schokolade“ Laing gecovert haben).

ein Familienmitglied wäre… wäre es die Cousine, die Kunst studiert, aber noch nie im Museum war.

ein Pizzabelag wäre… wäre es „keine Schokolade“.

ein anderes Album wäre… hieße es „Ihr seid Helden“ von Wir sind Helden.

eine Schulnote wäre… dann befriedigend.

Laing Wechselt die Beleuchtung rp+ (image/jpeg)

Wooden Arms – Tide

Wooden Arms, eine Band aus Norwich/UK, legt mit „Tide“ ein kurzes Debütalbum mit sechs Tracks vor. Gegründet hat sie 2012 Klavierlehrer Alex Carson. Streicher und Piano tragen den Sound, bei dem Folk auf Klassik trifft.

Wenn dieses Album...

eine Stadt wäre... wären alle Bordsteine dort hochgeklappt und alle Menschen säßen in viktorianischen Prachtbauten auf alten Armsesseln und tränken Tee.

ein Tier wäre... wäre es ein Haustier, naturzahm und bräuchte keine Leine.

ein Promi wäre... wäre es wohl Mozart, die alte Zauberflöte.

ein Familienmitglied wäre... wäre es der Großvater, dem man das Hörgerät geklaut hat und der jetzt einsam im Armsessel sitzt.

ein Pizzabelag wäre... wäre es klassisch.

ein anderes Album wäre... dann vielleicht eines der weitgehend unbekannten aber formidablen Band „The White Birch“, die hiermit endlich einmal Erwähnung findet.

eine Schulnote wäre... wäre es auf jeden Fall gut.

Wooden Arms - Tide rp+ (image/jpeg)

Einar Stray - Politricks

Einer Stray (24), Norweger und von Natur mit Dunkelheit vertraut, hat mit seinem Orchestra im Rücken ein Album namens „Politricks“ aufgenommen, von dem schon im Vorfeld wahre Wunderdinge erzählt wurden. Das Referenz-Namedropping versprach Großes – Bright Eyes, The National, Sigur Rós.

Wenn dieses Album...

eine Stadt wäre... wäre es Oslo.

ein Tier wäre... wäre es ein Elch, der sich nach Berlin-Kreuzberg verirrt hat.

ein Promi wäre... beherrschte es alle „Politricks“, Gregor Gysi vielleicht?

ein Familienmitglied wäre... wäre es der hibbelige Bruder von Gregor Gysi.

Ein Pizzabelag wäre... läge es schwer im Magen.

Ein anderes Album wäre... wäre „Politricks“ seiner Einzigartigkeit beraubt – das wäre schade. Es gibt wenig, das wie dies hier klingt.

Eine Schulnote wäre... könnte man, wohlwollend wie wir sind, „sehr gut“ sagen.

Einar Stray rp+ (image/jpeg)

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Quelle: RP+