Forderung der Schuhindustrie erfüllt

Schuhmesse GDS sechs Wochen früher

Forderung der Schuhindustrie erfüllt: Schuhmesse GDS sechs Wochen früher Forderung der Schuhindustrie erfüllt: Schuhmesse GDS sechs Wochen früher Foto: dpa, Federico Gambarini
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Die Messe stellt sich ab 2014 als Auftaktmesse neu auf und erfüllt so eine Forderung der Schuhindustrie. Branchenvertreter und Experten begrüßen diese Entscheidung.

Die Düsseldorfer Schuhmesse GDS soll ab dem Sommer 2014 deutlich früher stattfinden und so zur internationalen Auftaktmesse für die Branche werden. Die erste Veranstaltung in neuer Form findet vom 30. Juli bis 1. August 2014 statt, wie die Messe mitteilte. Damit lege man den Schwerpunkt künftig auf Kommunikation, Information und Marken-Inszenierungen und biete zudem den Einkäufern die Möglichkeit, sich früh einen Überblick zu verschaffen. In der Branche stieß die Ankündigung auf ein überaus positives Echo.

Die Messe hatte zuletzt mit einem deutlichen Besucherrückgang zu kämpfen gehabt, wichtige Aussteller hatten sich von der GDS zurückgezogen. Kritisiert wurde, dass die Veranstaltung im Messe-Kalender zu spät kommt – und viele Einkäufer dann ihre Bestellungen für die Saison schon weitgehend abgeschlossen haben. Branchenvertreter wie der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDSL) hatten daher längst auf eine Verlegung der GDS gedrängt, bislang aber auf Granit gebissen. Noch im Juni hatte sich mit Kennel & Schmenger ein weiterer Aussteller verabschiedet: Auch hier war die Begründung die mangelnde Weiterentwicklung der Messe angesichts des veränderten Kollektionsrhythmus.

GDS-Direktorin Kirstin Deutelmoser war sich der Problematik bewusst – verwies aber stets darauf, man wolle den Bedürfnissen eines möglichst großen Ausschnittes der Branche gerecht werden. Nun aber ist man offensichtlich zu dem Schluss gelangt, dass dies künftig am besten mit einem früheren Termin möglich sein wird.

Sommertrends 2012: Sara Nuru auf der Schuhmesse GDS Sommertrends 2012: Sara Nuru auf der Schuhmesse GDS Sommertrends 2012: Sara Nuru auf der Schuhmesse GDS Sommertrends 2012 Sara Nuru auf der Schuhmesse GDS 4 Fotos Beim Verband HDSL zeigte man sich darüber erfreut. Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert sprach von einer "großen Chance, die GDS wieder zur Leitmesse für die Branche zu machen". Der Termin passe bedeutend besser in den Order-Rhythmus der Branche: "Wir werden das positiv begleiten." Der Kinderschuh-Hersteller Ricosta, der sich von der GDS verabschiedet hatte, kündigte an, 2014 zu der Messe zurückzukehren. Damit bekenne man sich "klar und eindeutig" zur neuen Konzeption und frühen Terminierung der GDS, so Ricosta-Geschäftsführer Ralph Rieker.

Der Düsseldorfer Mode-Experte Matthias Theis sagte, die Vorverlegung sei definitiv der richtige Weg. Für manchen sei die Messe schon fast abgehakt gewesen: "Aber nun kann man ausländischen Herstellern und Besuchern die GDS wieder mit gutem Gewissen empfehlen." Bedauerlich sei es aber, dass bei der Tagesfolge der Sonntag weiter nicht berücksichtigt wird. Dies fordern viele Händler, da der Sonntag für kleine, inhabergeführte Schuhgeschäfte der beste Termin ist, um Messe-Besuche zu realisieren.

Bei der GDS-Leitung war am Montag niemand für eine weitere Stellungnahme zu den Plänen zu erreichen. Spätestens zur nächsten GDS (vom 11. bis 13. September) sollen aber erste Details zur neuen Konzeption der Messe bekanntgegeben werden. Sicher ist, dass sich weit mehr als das Datum ändern wird. Denn neben dem klassischen Ordergeschäft sind längst die Marken-Kommunikation und das Netzwerken in den Mittelpunkt des Messe-Geschehens gerückt.

Kommentar: Besser spät als nie

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Der weitaus größere Teil der Branche aber will früher ordern – und nachdem einige Aussteller einfach wegblieben und in der Folge auch weniger Einkäufer kamen, hatte man bei der GDS ein Einsehen. Das wäre natürlich auch schon früher möglich gewesen. Doch über einen so großen Schritt ist auch nicht mal rasch zwischen Tür und Angel entschieden – daher sollte man vorerst positiv werten, dass der Schritt nun, besser spät als nie, getan ist. Jetzt zählt, mit welchem Konzept die Macher den neuen Messe-Termin verbinden.

Quelle: RP