Achteinhalb Jahre in Gefangenschaft

"3096 Tage" zeigt die Entführung der Natascha Kampusch

Achteinhalb Jahre in Gefangenschaft: "3096 Tage" zeigt die Entführung der Natascha Kampusch Achteinhalb Jahre in Gefangenschaft: "3096 Tage" zeigt die Entführung der Natascha Kampusch Foto: Constantin Film

Vor etwa sechs Jahren gelang Natscha Kampusch die Flucht aus dem Verlies, in dem sie ihr Entführer lange achteinhalb Jahre gefangen hielt. Noch immer fehlen fast die Worte für soviel Grausamkeit. Die heute 24-Jährige willigte in die Verfilmung ihrer Entführung ein – am 28. Februar läuft "3096 Tage" in den Kinos an. Beindruckende Bilder einer unfassbaren Geschichte aus dem Leben der mutigen Österreicherin.

Die traurige Geschichte der Natscha Kampus verfilmt in "3096 Tage"

Die Geschichte der Gefangenschaft von Natscha Kampus klingt wie ein Drehbuch, ist aber leider wahr: Als sie zehn Jahre alt war, wird sie auf dem Schulweg vom arbeitslosen Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopol in einen weißen Lieferwagen gezerrt. Lösegeld verlangt ihr Entführer nicht – er will das kleine Mädchen besitzen. Dafür hatte er unter seinem Haus in einer bürgerlichen Wohnsiedlung ein geheimes Verlies ausgehoben, in das er die Zehnjährige einsperren konnte.

Die nächsten achteinhalb Jahre hält Priklopil Natscha in der 2 mal 3 Meter kleinen und kargen Gefängniszelle fest - Märchenbücher, Lieblingskekse und Gute-Nacht-Küsse weichen Gewalt, Demütigungen und ständigem Nahrungsentzug. Doch Natascha ist stark genug, nicht an der Gefangenschaft zu zerbrechen. Stattdessen wird sie von Tag zu Tag stärker und zorniger. Im Jahr 2006 gelingt ihr nach achteinhalb Jahren endlich die Flucht – Wolfgang Priklopil nimmt sich daraufhin das Leben.

Behutsam und ohne Effekthascherei

Nach ihrer Flucht stellte sich Natascha Kampus mutig dem Medienrummel um ihre Person und berichtete öffentlich von ihrer Gefangenschaft. 2010 einigten sich Bernd Eichinger und Constantin Film dann mit ihr, die unfassbare Geschichte auf die Leinwand zu bringen. Nach allen Spekulationen will sie endlich erzählt wissen, was wirklichen geschehen ist. Nach vielen persönlichen Gesprächen mit Natascha Kampusch und umfangreichen Recherchen fing Bernd Eichinger 2010 mit dem Schreiben des Drehbuchs an. Ruth Toma vollendete das Drehbuch, als dieser im Januar 2011 plötzlich verstarb.

Szenenbild_10(1008x1400) (image/jpeg) Antonia Campbell-Hughes spielt Natscha Kampusch. Sehr behutsam und ohne Effekthascherei verfilmte Sherry Hormann („Wüstenblume“) die Geschichte von Natascha Kampusch mit Antonia Campbell-Hughes und Thure Lindhardt in den Hauptrollen. Amelia Pidgeon spielt Natascha Kampusch in den Szenen aus deren Kindheit.

Kinostart ist am 28. Februar 2013.

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