Das große Umstyling

Jacqueline überzeugt bei "Germany's next Topmodel"

Das große Umstyling: Jacqueline überzeugt bei "Germany's next Topmodel" Das große Umstyling: Jacqueline überzeugt bei "Germany's next Topmodel" Foto: Pablo Garcia Saldaña
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Halleluja – die aktuelle "Germany's next Topmodel"-Staffel verlangt selbst hartgesottenen Fans einiges ab. An Heidi Klums Stimme aus dem Off kann und will man sich einfach nicht gewöhnen und das Drehbuch wirkt tatsächlich noch konstruierter als bisher. Die besten Momente der vergangenen Folge von Donnerstagabend: Das große Umstyling der Mädchen. Und eine Tattookette.

Nette Heidi Klum, keine neuen Shootings: "Germany's Next Topmodel 2013" - ein erstes Resümee Nette Heidi Klum, keine neuen Shootings "Germany's Next Topmodel 2013" - ein erstes Resümee Zum Artikel » In der dritten Folge ging es für Heidis "Club der 16-Jährigen" in die neue Villa nach Los Angeles. Der neu gewonnene Luxus reichte in vergangenen Staffeln aus, um dreißig Minuten Sendezeit mit großen Augen und freudigem Kreischalarm zu füllen – sehr amüsant für alle Zuschauer. Warum nur hat man sich für diese Staffel entschieden, alles anders zu machen? Hui, ein süßer Hund wohnt mit in der Villa – aber nur manchmal, denn eigentlich gehört er dem Nachbarn. Nochmal hui, da sind ja gar keine Wohnaccessoires in den kahlen Schlafzimmern der Mädchen. Hui hui hui, in der Garage warten zwei halbnackte und halbstarke Surferboys, die den Mädels Kissen, Nachttischlampen und Blümchen hoch in ihre neuen Schlafräume tragen. Häh?

Das Umstyling: Fieser Selbstbräuner für alle Mädchen

Zumindest beim großen Umstyling war dann fast alles "wie immer". Die schöne Anna Maria musste sich von ihrem langen Haaren trennen – eine muss immer dran glauben, auch wenn es absolut keinen Sinn macht – und Sophie bekam einen platinblonden Pilzkopf, um edgy auszusehen. Generell ist Heidi Klum dieses Mal auffällig besessen davon, dass alle Mädchen Pfeffer, Feuer und Ecken und Kanten haben. Warum lässt sie sich dann nicht mal selbst so einen furchtbaren Pilzkopf-Schnitt verpassen? Stattdessen versucht sie viel zu offensichtlich, Christine zum Weinen und Zicken zu bringen, indem sie der Blonden erzählt, sie bekäme "paprikarote" Haare. Sie muckt ein bisschen auf, aber die gewünschten Heulkrämpfe und Flüche bleiben leider aus - dafür gibt's einmal "Asitoaster-Look" to go für alle Mädchen. Schön gebräunt? Come on.

Jacqueline lässt sich nicht in die Kirchenmaus-Rolle drängen

Auch Zombie-Boy Rick Genest spielte eine sehr durchschaubare Rolle. Während des Grusel-Shootings in einem einsamen OP-Raum beleidigt er die Mädchen immer wieder mit Sprüchen wie "Bist du auf einem Bauerhof aufgewachsen? Nein? Du stinkst aber so." Da hätte er sich die Regieanweisungen auch gleich auf die Stirn tätowieren lassen können – war aber kein Platz mehr da.

Das bisher natürlichste an der gesamten Staffel ist die 16-jährige Jacqueline aus Hamburg. Sie hat man mit ins Boot geholt, um sie mit ihrem starken Glauben an Gott und ihrer kindlich-naiven Art ein wenig vorzuführen und für reichlich Gesprächsstoff beim anschließenden "red!" zu sorgen. So ganz geht die Rechnung aber nicht auf – die Kirchenmaus lässt sich vom ganzen Tohuwabohu nicht beeindrucken, opfert ohne Murren ihre lange Neunziger Jahre-Lockenpracht, redet oft und gerne über Kirche, Glauben und Familie und lässt sich kein bisschen in die "Opfer-Rolle" drängen.

Am Ende der Folge brachte sie unfreiwillig auch noch einen weiteren Kracher. Für den letzten Walk vor der Entscheidung sollten die werdenden Models Outfit und Make-up selbst aussuchen. Jacqueline wagt es doch ernsthaft, in Los Angeles hoch über den Dächern der Stadt mit einer Tattookette den Laufsteg zu betreten. Bitte? Aus welchem Kaugummi-Automaten hat sie die denn gezaubert? "Hut ab!" vor so viel Unbekümmertheit.