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"Laurence Anyways": Wenn wahre Liebe am Geschlecht scheitert

DVD-Tipp: "Laurence Anyways": Wenn wahre Liebe am Geschlecht scheitert DVD-Tipp: "Laurence Anyways": Wenn wahre Liebe am Geschlecht scheitert Foto: NFP
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Wenn einen ein Film auch am nächsten Tag noch tief bewegt, muss er richtig gut sein. In knapp drei Stunden zeigt der kanadische Film "Laurence Anyways" ein ganzes Jahrzehnt der Liebesgeschichte von Laurence und Fred, die an Laurence Entscheidung, eine Frau zu werden, zu zerbrechen scheint. Wahnsinnig kunstvolle Bilder, ein berührend-düsterer Soundtrack und eine Hauptdarstellerin, die bei den Filmfestspielen in Cannes völlig verdient als "Beste Darstellerin" geehrt wurde.

Klar – so ein seichter Hollywood-Film reicht an vielen Sonntagabenden aus, um uns an die Couch zu fesseln. Wer aber mehr will, bekommt mit "Laurence Anyways" des kanadischen Regisseurs Xavier Dolan gleich viel mehr: Spannende Kameraperspektiven, aufwendige Szenenbilder, die schon einzeln gesehen ein Kunstwerk wären, eine gesunde Portion inspirierende Melancholie und jede Menge Denkanstöße über das eigene Leben. Okay, die erste halbe Stunde muss man ein klein wenig überstehen - aber danach seid ihr positiv berauscht. Versprochen!

Worum geht’s in "Laurence Anyways"?

Es scheint alles perfekt – Laurence (Melvil Poupaud) und Fred (Suzanne Clément) erleben zwei Jahre lang das, wonach sich die halbe Welt sehnt: Die bedingungslose Liebe. Mit nur einem Satz erschüttert Laurence ihre Liebe jedoch in den Grundfesten: "Wenn ich das nicht sage, werde ich sterben: Ich will eine Frau sein." Ein Schock für Fred, alle Freunde und Kollegen und seine Eltern. Nach ein wenig Abstand, ist sich Fred jedoch sicher: Sie schaffen das zusammen – schließlich liebt sie den Menschen Laurence und nicht den Mann Laurence, oder?

In 159 intensiven Minuten begleitet "Laurence Anyways" ihre Liebesgeschichte zehn Jahre lang über die gesamten 1990er Jahre – durch alle „Höhen und Tiefen“ wäre fast noch untertrieben. Denn gemeinsam fallen sie richtig tief, erleben unglaubliche Höhen und stürzen dann wieder fies ab. Neben dem langwierigen und schweren Prozess einer Geschlechtsumwandlung wirft der Film immer wieder eine Frage auf: Welche Hürden kann eine ultimative Liebe überwinden? Und: Wieso ist es so verdammt schwer, einfach nur auf das eigene Herz zu hören?