Ehrlich, aber höchst patriotisch

"Lone Survivor" mit Mark Wahlberg zeigt die blutigen Gesichter des Kriegs

Ehrlich, aber höchst patriotisch: "Lone Survivor" mit Mark Wahlberg zeigt die blutigen Gesichter des Kriegs Ehrlich, aber höchst patriotisch: "Lone Survivor" mit Mark Wahlberg zeigt die blutigen Gesichter des Kriegs Foto: dpa, dbo

Der oscarnominierte Kriegsfilm "Lone Survivor" erzählt die Geschichte eines Spezialeinsatzes im Hindukusch - nach einer wahren Begebenheit. Drei von vier amerikanischen Elitesoldaten sterben in einem blutigen Gemetzel. Unter US-Regie bekommt das eine eigene Note.

Ein Denkmal für drei gefallene US-Elitesoldaten sollte es werden - und keine Nummer kleiner. Ihr Leben, im Krieg in Afghanistan geopfert, kommt nun auf die deutschen Kinoleinwände. "Lone Survivor" zeigt dabei die Geschichte der verdeckten Militär-Operation Red Wings, erzählt nach dem gleichnamigen Buch des einzigen Überlebenden Petty Officer First Class Marcus Luttrell.

Ihn spielt Mark Wahlberg, der als bester Schauspieler in einem Actionfilm bei den Critics' Choice Awards ausgezeichnet wurde. "Lone Survivor" selbst erhielt den Preis als bester Actionfilm. Trotz zweier Nominierungen für den besten Ton und den besten Tonschnitt ging er bei den kürzlich verliehenen Oscars allerdings leer aus.

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Regisseur Peter Berg ("Battleship", "Hancock") hat sich dem Stoff aus dem Jahr 2005 gewidmet. Dabei stand er gewaltig unter Druck: Luttrell drohte laut Presseheft, dass Berg sich bei schlechter Arbeit vor mehr als 1000 Navy Seals würde rechtfertigen müssen und dass er für einen Monat bei Berg einziehen werde - ob der das wolle oder nicht.

Kino-Drama "The Fighter": Mark Wahlberg boxt gegen das Elend Kino-Drama "The Fighter" Mark Wahlberg boxt gegen das Elend Zum Artikel » "Er wollte sichererstellen, dass ich auch wirklich verstand, was sich dort auf dem Berg abgespielt hat", sagt Berg. Produktionspartnerin Sarah Aubrey meint, Luttrell habe unmissverständlich klargemacht, "dass er die Erinnerung an die Männer ehren wolle, die an seiner Seite gestorben waren. Wir wussten, dass wir in diesem Punkt wirklich ganze Arbeit leisten mussten, sonst würde es Ärger geben." Herausgekommen ist ein Kriegsfilm, gefärbt vom amerikanischem Patriotismus, der die Leistung, Stärke und Einsatz der Soldaten sowie ihren Zusammenhalt glorifiziert. Der Zuschauer lernt, dass für einen getöteten Amerikaner die Köpfe mehrerer Taliban rollen sollen. Dass US-Spezialeinheiten praktisch mit fast jedem Schuss tödlich treffen, Dutzende Milizkräfte auf der gegnerischen Seite aber so gut wie nie.

Navy Seals erleiden ihre größten Wunden bei metertiefen Sprüngen an kantigen Felswänden hinab. Selbst wenn sie mit dem Kopf auf Gestein schlagen oder mit voller Wucht gegen einen Baum prallen, brechen nicht zwangsläufig alle Rippen. Und sollte doch mal ein Knochen aus dem Bein schauen, schiebt ein guter Soldat ihn wieder unter die Haut. Die Maskenbildner haben tatsächlich ganze Arbeit geleistet.

Aus amerikanischer Sicht mag diese Darstellung verständlich sein. Auch die Huldigung der Navy Seals zu Beginn des zweistündigen Films, bei dem alleine die Haupt-Gefechtsszene mehr als 30 Minuten einnimmt, oder Fotos der echten Soldaten am Ende unterstützen das. Um aber auch aus anderer Perspektive Gefallen an dem Werk zu finden, muss sich der Zuschauer entweder für Militärtaktik und Soldatenehre interessieren. Oder spritzendem Blut im Sonnenlicht eine gewisse künstlerische Ästhetik abgewinnen können.

Wahlberg, Taylor Kitsch ("Battleship"), Emile Hirsch ("Milk") und Ben Foster ("Todeszug nach Yuma") verkörpern die vier Soldaten, die den Aufenthaltsort eines führenden Taliban-Kämpfers auskundschaften sollen und dabei an ihre Grenzen geraten. Eric Bana ("Troja") spielt Lieutenant Commander Erik Kristensen. Die Worte des Australiers machen die Motivation aller Beteiligten deutlich: "Der beste Weg, diese Männer zu ehren, ist einen großartigen Film über sie zu drehen, der alle Zeiten überdauern wird."