Film basiert auf wahrer Geschichte

Hart, schonungslos, beklemmend – "Fruitvale Station"

Film basiert auf wahrer Geschichte: Hart, schonungslos, beklemmend – "Fruitvale Station" Film basiert auf wahrer Geschichte: Hart, schonungslos, beklemmend – "Fruitvale Station" Foto: P3000

Der Film "Nächster Halt: Fruitvale Station" behandelt die letzten 24 Stunden im Leben des Oscar Grant, der Opfer unnötiger Polizeigewalt wurde und dessen Tod in den USA hohe Wellen schlug. Regisseur Ryan Coogler verzichtet dabei auf Sensationsmache und lässt den Zuschauer nach rund 90 Minuten aufgewühlt zurück. Ein gelungenes Regie-Debüt.

Lügen, Gewalt und Drogen. All das gehörte zu einem ganz normalen Tag im Leben des 22-jährigen Oscar Grant – bis er für zwei Jahre ins Gefängnis musste und seine Freundin samt Kind alleine ließ. Wieder frei, will er sein Leben umkrempeln, nimmt sich am Silvesterabend 2008 vor, ein komplett neues Leben anzufangen.

Das heißt, keine Drogengeschäfte mehr, einen ehrlichen Job finden und ein guter Vater werden. Grant, gespielt von Michael B. Jordan, muss jedoch feststellen, dass ihn seine Vergangenheit immer wieder einholt und ein ehrliches Leben gar nicht so einfach ist als ehemaliger Häftling. Dennoch, von seinem Vorsatz will er sich nicht abbringen lassen und feiert 2008 mit guten Vorsätzen die Silvesternacht.

Zuschauer bleiben aufgewühlt zurück

Es sollte seine letzte sein, denn Grant gerät in der Bahn in eine Schlägerei und wird grundlos erschossen – von einem Polizisten an der Fruitvale Station. Damals filmten zahlreiche Menschen den Vorfall mit ihren Handykameras, die Nachrichten waren voll von diesem Vorfall, Grant selbst starb am nächsten Tag an den Folgen der Schussverletzung. Regisseur Ryan Coogler wählte diese Thematik als Film-Debüt, weil "das genauso gut ich hätte sein können. Wir (er und Grant d. Red.) hatten das gleiche Alter. Seine Freunde sahen aus wie meine Freunde. Dass so etwas in der Bay Area passieren konnte, hat mich wirklich entsetzt."

Dieses Gefühl transportiert er gelungen über rund 90 Minuten und lässt die Kinobesucher bedrückt zurück. Nicht zu Unrecht wurde der Film, der am 1. Mai in die Kinos kam, mehrfach ausgezeichnet.